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Der Fluss als Hauptarbeitsfeld
27.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Yvonne Hauptmann

Au am Rhein - "Der Rhein ist unsere Haupternährungsader", sagt Wolfhard Neu. Ohne den Fluss, an dessen Ufer er vor 32 Jahren seine Firma angesiedelt hat, gäbe es die OHF Fluss- und Hafenbau GmbH nicht, davon ist Neu überzeugt. Alles, was die Firma tut, hat mit Flüssen oder Kanälen zu tun.

OHF baut unter anderem Schiffsverlade- und Umschlagsanlagen oder Kaimauern. Eines der größten Projekte derzeit ist die Erneuerung und Modernisierung des Fährhafens in Konstanz. Das Besondere: OHF baut nicht nur, die Firma bietet auch die entsprechenden Planungsdienstleistungen an. Allein acht Tiefbauingenieure arbeiten in Au.

Dort hat die Firma gleich zwei Standorte: Einen im Industriegebiet in der Siemensstraße, wo das Verwaltungsgebäude steht sowie große Lagerflächen vorhanden sind, und einen neben dem Zollhaus, direkt am Rhein gelegen. Dort sind die 24 firmeneigenen Schuten (Schiffe) sowie die anderen schwimmenden Gerätschaften stationiert, die es für den Hafenbau braucht. Die Firma hat 59 "gewerbliche Mitarbeiter", die auf den Baustellen unterwegs sind sowie elf, die in Au am Rhein arbeiten.

"Und eigentlich könnten wir noch mehr Tiefbauingenieure gebrauchen, wir sind immer auf der Suche nach guten Fachleuten," sagt der Seniorchef.

Rund 30 Projekte habe man im Durchschnitt "gleichzeitig im Blick", dazu gehören gerade abgeschlossene und aktiv laufende Vorhaben sowie solche, die sich derzeit in Vorbereitung befinden. Auftraggeber sind neben der öffentlichen Hand auch viele Firmen der Mineralöl- oder chemischen Industrie: Dow Chemical, BASF, Bayer Leverkusen, Miro oder Shell und Esso.

Auch in den Betriebsferien ist der Seniorchef nicht untätig: "Für mich und meinen Sohn ist das eigentlich die hektischste Zeit, weil außer uns hier keiner arbeitet", meint Neu, der mit seinen 75 Jahren immer noch voll ins Betriebsgeschehen eingebunden ist: "Unter zwölf Stunden arbeite ich eigentlich nie." Während des Pressegesprächs klingelt im Minutentakt das Telefon. Die meisten Anrufer beziehen sich auf ein ganz besonderes Projekt, in das die Neus und ihre Firma seit rund einem Jahr involviert sind. "Man könnte auch ,Hobby' dazu sagen", sagt der gebürtige Niederrheiner scherzhaft. Dazu gekommen sei er wie die Jungfrau zum Kinde: Im Sommer vergangenen Jahres hätten die Verantwortlichen des Eisenbahnmuseums Darmstadt-Kranichstein ihn kontaktiert, im Gepäck hatten sie eine abenteuerliche Geschichte: Es gebe da eine Lok, erfuhr der Auer Firmeninhaber, genauer gesagt die älteste noch existierende Dampflok Deutschlands. Und eben diese Lok liege auf dem Grund des Rheins bei Germersheim.

Beim Transport der Lok zu ihrem Bestimmungsort war ein Unwetter aufgekommen, der Lastensegler, der sie nach Deutz bringen sollte, versank in den Tiefen des Flusses.

Wolfhard Neus Interesse war gleich geweckt: "Das Ganze reizt mich natürlich unheimlich" - man kann ihm seine Freude, an dem Projekt mitzuwirken an der Nasenspitze ansehen. Am 21. Oktober soll die Lok nun gehoben werden. Nach langer Suche und wissenschaftlicher Beschäftigung mit dem Thema konnte ihr Standort vor einiger Zeit mittels elektronischer Peilung genau lokalisiert werden.

Nur: Wie hebt man eine 20-Tonnen-Lok, die noch dazu sieben Meter unter der Flusssohle mitten im Strömungsbereich des Rheins liegt? "Indem man zunächst Mal eine U-förmige Spundwand in den Rhein rammt, entlang der Buhne baut, an deren Spitze die Lok zu finden ist", erklärt Wolfhard Neu, und da ist wieder dieses Glitzern in seinen Augen. So werde eine beruhigte Zone geschaffen, in deren Schutz ein Ponton auf Stelzen errichtet wird, auf dem ein Bagger stehen soll. Dieser soll dann Stein und Kies, unter dem die Lok begraben ist, abtragen. Seien die Brocken zu groß, komme eventuell auch ein spezieller Sauger zum Einsatz. "Das nötige Equipment haben wir. Und wir freuen uns natürlich auch, an so einem historischen Moment Anteil zu haben."

Dennoch sei das Lok-Projekt ein recht "kostspieliges Hobby" - von den bürokratischen Hürden mal ganz abgesehen: "Sie glauben gar nicht, für was man da alles eine Genehmigung braucht." Finanziert werde das Ganze durch Crowdfunding, also durch Spenden, das Budget sei knapp. Wolfhard Neu hofft dennoch, dass die Lok, immerhin ein wichtiges Stück deutscher Eisenbahngeschichte, erfolgreich gehoben werden kann. "Wir werden alles daran setzen", verspricht er.

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