http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
Auge nschmaus und Lesestoff
Ein bisschen unheimlich, aber faszinierend: Mit Wachsfiguren sind in der Eremitage Szenen aus der Passion Christi dargestellt, hier die Salbung in Bethanien.  Foto: Frank Vetter
29.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Sebastian Linkenheil

Rastatt - Augenschmaus und anspruchsvoller Lesestoff: Das ist der erste Eindruck beim Blättern im über 260 Seiten starken und mit offenkundig viel Sachverstand und Herzblut erstellten Begleitkatalog zur laufenden Ausstellung "Repräsentation und Rückzug. Die Eremitage von Schloss Favorite Rastatt".

Wissenschaftler vermitteln den neuesten Stand der Forschung zu Lage, Ausstattung und Bedeutung der Favoriter Eremitage im Vergleich zu anderen höfischen Einsiedeleien der Frühen Neuzeit. Sie wenden sich dabei neben dem Fachpublikum auch an interessierte Laien, die sich intensiver mit barocker Kultur- und badischer Heimatgeschichte beschäftigen wollen. Diese Leser werden in dem opulenten Band viele neue Erkenntnisse gewinnen.

Selbst für eingefleischte Fans der barocken Schlösserlandschaft am Oberrhein ist die schlichte Eremitage mit ihrer düsteren Atmosphäre und ihren ein bisschen unheimlichen Wachsfiguren im Innern ein skurriles Objekt, stellt sie doch gleichsam die Antithese zur prachtvollen Residenz und insbesondere zum benachbarten Lustschloss der Markgräfin Sibylla Augusta dar. In dieser Hinsicht steht die Eremitage in einer langen Tradition und hat ihre Vorbilder. Und doch ist sie - wie Schloss Favorite selbst - ein Ausdruck der markanten Persönlichkeit ihrer Erbauerin.

Die Autoren des Katalogs arbeiten diese scheinbare Widersprüchlichkeit anschaulich heraus und machen manche vermeintliche Verrücktheit verständlich. Selbst der US-Schriftsteller Mark Twain, der im 19. Jahrhundert nur Spott übrig hatte, würde die Einsiedelei der Markgräfin jetzt wohl besser verstehen. Gerade der Reiz des Morbiden machte doch die Eremitage zum romantischen Ziel früher Touristen (nicht nur) aus dem aufstrebenden Kurbad Baden-Baden.

Doch die Einsiedelei mit ihrer Magdalenenkapelle ist eben nicht nur ein Parkgebäude, sondern diente auch als ernst gemeinte Andachtsstätte. Als solche ist sie Teil einer "sakralen Landschaft" und steht in Beziehung zu anderen religiösen "Hotspots", die Sibylla Augusta in Rastatt errichten ließ wie die Schlosskirche mit Heiliger Stiege, die Einsiedelner Kapelle mit Bethlehemsgrotte oder die Loretokapelle im Rastatter Schlosspark, die nicht mehr existiert. All das und noch vieles mehr erfahren die Leser der wissenschaftlichen Aufsätze im Detail. Neben den schönen Fotos, die die Eremitage gekonnt in Szene setzen, enthält der Katalog überdies ausführliche Texte und Abbildungen zu den Ausstellungsobjekten, die noch bis 21. Oktober im Schloss Favorite zu sehen sind. Der Besuch ist im Schlosseintritt von acht Euro enthalten. An einigen Wochenenden ist auch die Eremitage geöffnet, zum Beispiel an den Sonntagen 2. und 16. September von 14 bis 17 Uhr sowie am Samstag, 29. September, von 10 bis 13 Uhr. Der Katalog ist an der Schlosskasse zu erwerben und kostet 24,95 Euro.

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Baden-Baden
--mediatextglobal-- Markus Brunsing erzählt über die Buche vor dem Haus des Kurgastes, die rund 60 Teilnehmer hören aufmerksam zu.  Foto: Rechel

17.08.2018
Rundgang: "Mythos Baum"
Baden-Baden (vr) - Unter dem Motto "Mythos Baum" lud das städtische Gartenamt zu einem geführten Rundgang durch die Lichtentaler Allee und die Kaiserallee ein (Foto: Rechel). Markus Brunsing hatte dabei eine Menge Geschichten und Informationen auf Lager. »-Mehr
Rastatt
--mediatextglobal-- Ein Bogen mit originalen Briefmarken belegt die Steigerung des Postkartenportos 1920 bis 1923.  Foto:  Wollenschneider

17.08.2018
Fünf Milliarden für eine Postkarte
Rastatt (rw) - Um ein Exponat reicher ist die Ausstellung über die Weimarer Republik im Rastatter Stadtmuseum. Ein Sammler lieh dem Museum eine gerahmte Auswahl von Originalbriefmarken aus der Zeit der Hyperinflation. Fünf Milliarden Mark kostete das Porto für eine Postkarte (Foto: rw). »-Mehr
Achern
--mediatextglobal-- Der Kindergarten St. Karl Borromäus in Neusatz bietet seit 2014 eine Waldgruppe an. Foto: Kindergarten

15.08.2018
Toben zwischen Bäumen
Achern (mig) - In Obersasbach, Kappelrodeck und Sasbachwalden sollen in den nächsten Monaten Waldkindergärten entstehen. Dieses Angebot ist neu in der Region. Im Bereich Bühl gibt es dagegen in Neusatz bereits seit dem Jahr 2014 eine solche Gruppe (Foto: pr). »-Mehr
Iffezheim
--mediatextglobal-- Die Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamts Freiburg stehen den Blutspendern Rede und Antwort.  Foto: Diebold

09.08.2018
Nach Aderlass geht′s zur Führung
Iffezheim (die) - Außergewöhnlich war der Ort, an dem am Dienstag ein Blutspendetermin stattfand. Der DRK-Blutspendedienst hatte an die Staustufe in Iffezheim eingeladen. Nach dem Aderlass gab es von Mitarbeitern des Schifffahrtsamts eine Führung durch die Anlage (Foto: Diebold). »-Mehr
Gernsbach
Lautenbach lag früher mal am Äquator

06.08.2018
Lautenbach lag mal am Äquator
Gernsbach (ueb) - Interessantes, Erstaunliches und kaum Vorstellbares erfuhren die Teilnehmer einer geologischen Themenwanderung. Andreas Megerle vermittelte Wissenswertes über die Erdgeschichte rund um Lautenbach. Das Dorf lag früher mal am Äquator (Foto: ueb). »-Mehr
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
www.volksbank-baden-baden-rastatt.de/bt
Umfrage

Mit einem Bündel von Maßnahmen will die Bundesregierung die hohen Mietkosten dämpfen, die viele Bürger besorgen. Fürchten Sie, sich in Zukunft Ihre Wohnung nicht mehr leisten zu können?

Das ist schon der Fall.
Ja.
Nein.
Ich bin in keinem Mietverhältnis.


http://www.karlsruhe.ihk.de/handelsregister
Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   
1