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Tomateninsel ist fast keine Insel mehr
Bis in die Mitte des Flusses scheint man auf der Tomateninsel spazieren zu können. Das Niedrigwasser des Rheins hat die eigentlich als Tierreservat gedachte Kiesbank begehbar gemacht. Foto: Helmut Heck
01.09.2018 - 00:00 Uhr
Au am Rhein (HH) - 20 Zentimeter ungefähr, dann wäre die Tomateninsel keine Insel mehr. Noch strömt Wasser durch die Rinne, die das kleine Eiland von der Uferzone trennt. Es könnten auch 30 Zentimeter sein, viel höher aber ist der Wasserstand an der niedrigsten und zugleich schmalsten Stelle derzeit nicht mehr.

Knöcheltief ist die zutreffende Maßangabe, man sieht es, wenn jemand durchwatet. Das dürfte eigentlich nicht mehr möglich sein. Die "Tomateninsel" genannte Kiesbank soll Vögeln als Rast- und Brutplatz und Fischen als Schutzrevier dienen. Für Menschen sollte sie nicht mehr so einfach erreichbar sein.

Die Rinne beim Brückenkopf bei Au am Rhein wurde vor vier Jahren im Zuge eines "Life+"-Projekts angelegt. Buhnen wurden geschaffen, ein Stück flussaufwärts wurde am Kohlkopf ein Durchlass vom Rhein zum Altrhein gebaut. Das von der EU geförderte, vom Regierungspräsidium Karlsruhe (RP) umgesetzte Maßnahmepaket kostete rund zwei Millionen Euro. Es wurde als ökologisches Vorzeigebeispiel bezeichnet. Die Fertigstellung wurde 2015 an Ort und Stelle mit Regierungspräsidentin Nicolette Kressl gefeiert. Von der Tomateninsel war bei diesem Termin nichts zu sehen. Sie stand vollständig unter Wasser, was so wenig selten ist wie das Trockenfallen.

Im Rhein wirken ebene eigene Gesetzmäßigkeiten. So führte Niedrigwasser im Herbst 2016 zur Verlandung der Rinne. Das reizte Zeitgenossen, mit dem Auto auf die Tomateninsel zu fahren. Es war problemlos möglich. Vom RP wurde daraufhin eine bessere Ausbaggerung der Rinne veranlasst. Wir haben seinerzeit darüber berichtet.

Nun herrschen seit Wochen abermals niedrige Pegelstände. Wer nasse Füße nicht scheut, kann auf die Tomateninsel spazieren, weit raus bis nahe an den Schiffsverkehr. Zum französischen Ufer ist es nur noch ein Katzensprung. Von erneuten Korrekturen will das RP diesmal absehen, wie eine Anfrage unserer Zeitung ergab. Auch wenn es zu Einschränkungen komme, sei die Rinne weiterhin funktionsfähig und erfülle ihren Zweck, heißt es in der Antwort der Behörde.

Dass sich der Wasserstand im Jahresverlauf immer mal wieder ändere, sei für Flussauen typisch. Sowohl hohe Wasserstände, die zur vollständigen Überflutung führten als auch niedrige, bei denen das Vogelrevier durch Freizeitnutzung gestört werden kann, können zu Brutverlusten führen, räumt das Regierungspräsidium ein.

Der Zweck des "Life+"-Projekts werde dadurch nicht infrage gestellt, betont das RP. Denn es gebe "trotzdem immer wieder längere günstige Phasen". Niedrige Wasserstände, wie sie derzeit vorherrschten, kämen "gerade während der Brutzeit der Vögel nur sehr selten" vor.

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