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Kulturelle und kulinarische Vielfalt
11.09.2018 - 00:00 Uhr
Rastatt/Fano - "Ritorna a Fano", sangen die Rastatter. Dass die Teilnehmer der Bürgerreise in die italienische Partnerstadt gerne in die Stadt an der Adria zurückkommen, stand für alle fest, als die Reisegruppe am Freitagabend wohlbehalten in Rastatt ankam. Nachfolgend der Bericht von Harald Besinger, der auch diese vierte Bürgerreise organisiert und geleitet hat.

Die 146 Teilnehmer erlebten während der sechstägigen Reise die Herzlichkeit der Italiener ebenso wie die kulturelle und kulinarische Vielfalt der Region von Fano. Und ganz nebenbei genossen die Rastatter das Strandleben.

Ein erster kultureller Höhepunkt war die Besichtigung der Stadt Pesaro, die an der großartigen Skulptur von Arnaldo Pomodoro begann und an dem in diesem Frühjahr eingeweihten Kunstwerk von Giuliano Vangi endete. Dazwischen lagen die Besichtigungen der Kathedrale von Pesaro und des Geburtshauses von Gioacchino Rossini. Auf dem Platz Toschi-Mosca im Zentrum von Pesaro hat Giuliano Vangi, der vor fast 30 Jahren die Skulptur "L'Incontro" auf dem Faneser Platz in Rastatt geschaffen hat, eine monumentale Hommage an die Kunst der Marken auf einer Fläche von zehn Mal fünf Metern installiert. Für die aus mehreren Teilen bestehende Skulptur hat Vangi Marmor und Pietra aus Apulien, einen besonders harten Stein, bearbeitet. Sehr beeindruckt waren die Besucher, dass der in Pesaro wohnende international renommierte Künstler persönlich anwesend war. Dank der seit Jahrzehnten bestehenden Freundschaft zum Organisator der Reise war Vangi sofort bereit zum Treffen mit der Besuchergruppe. Bereitwillig posierte er mit den Rastattern.

Auf dem Parkplatz des malerischen mittelalterlichen Orts Gradara hatten die Rastatter eine unerwartete Begegnung: Eine Gruppe aus Ötigheim, die auf Besuch in der Partnergemeinde Gabicce Mare war, war zur gleichen Zeit dort.

Der partnerschaftliche Höhepunkt der Reise war der von der Associazione Ricreativa Le Fontanelle ausgerichtete deutsch-italienische Abend. Auf dem Platz vor dem Clubheim dieser Vereinigung von Faneser Senioren war ein Büfett mit Kuchen und anderen Leckereien sowie Getränken aufgebaut. Ein Musiker spielte zum Tanz, wovon die Gäste nach anfänglichem Zögern reichlich Gebrauch machten. Beeindruckt waren die Faneser, als ihre deutschen Gäste das zuvor von Paolo Carosa einstudierte Lied "Ritorna a Fano" (Komm zurück nach Fano) sangen. Carosa, einer der Väter der Partnerschaft, hatte den Text vervielfältigt und während der Busfahrten mit den Rastattern geübt.

Der Faneser Bürgermeister Massimo Seri würdigte in seiner Ansprache die Freundschaft zwischen beiden Städten. Bürgermeister Arne Pfirrmann unterstrich ebenfalls die Bedeutung dieser Begegnungen. Pfirrmann freute sich, dass zahlreiche Faneser zu diesem Abend gekommen waren, darunter auch Gustavo Mazzoni, der bei der Partnerschaftsunterzeichnung 1985 Bürgermeister von Fano war, Massimiliano Barbadoro, der Präsident des Partnerschaftsvereins Amici senza frontiere, die Assessorin Caterina Del Bianco und die Präsidentin der Faneser Carnevalesca, Maria Flora Giammarioli. Am Ende des Abends bedauerten alle, dass es wieder in die Hotels zurückging.

Am nächsten Morgen fiel die Entscheidung schwer: Auf den Wochenmarkt oder an den Strand gehen? Auch am Nachmittag gab es wieder diese Qual der Wahl: Etwas mehr als die Hälfte der Teilnehmer entschied sich zum Besuch der Stadt Urbino, die mit dem herzoglichen Palast und der nationalen Gemäldegalerie die Kunstfreunde ins Schwärmen brachte. Aber auch die Liebhaber des Strandlebens kamen auf ihre Kosten.

Das Programm des letzten Tages in Fano war für alle Teilnehmer der krönende Abschluss. Zunächst ging es zur Azienda Agraria Guerrieri. Seniorchef Luca Guerrieri und sein Sohn Alberto erklärten den Rastattern ihren Betrieb, der auf 200 Hektar Wein, Oliven und Getreide anbaut. "Wir sind stolz, seit 1800 Landwirte zu sein", ist der Wahlspruch der Familie, die den Betrieb nun in sechster Generation führt. Unter Olivenbäumen sitzend genossen die Rastatter die Weinprobe und die Verkostung eines hervorragenden Olivenöls. Alles, was bei Guerrieri verkauft wird, stammt aus eigenem Anbau: Die handgepflückten Oliven werden zu einem nativen Öl gepresst, das in zwei Sorten angeboten wird. Für den Rotwein werden Montepulciano- und Sangiovese-Trauben angebaut, während die weißen Bianchello-Trauben zum typischen Wein der Region gekeltert werden. In einem Versuchs-Weinberg baut Guerrieri 30 verschiedene Rebsorten an, um herauszufinden, welche Sorten für die geänderten klimatischen Bedingungen geeignet sind. Auch Getreide verarbeitet die Agrarfirma selbst - zu Teigwaren in allen Formen.

Wie schon bei der Bürgerreise vor drei Jahren war auch diesmal wieder das Essen im Ristorante "Monte Nerone" in Piobbico ein besonderer Genuss. Wirt Dino tischte Antipasti in allen Variationen, Nudelgerichte mit Trüffel und mit Entenragout sowie Schinken und Käse auf. Zum Dessert gab es Cantuccini, Kekse mit Mandeln, die in den süßen Vino santo getunkt werden. Kein Wunder, dass das Mittagessen bis zum abschließenden Espresso und Schnaps fast vier Stunden dauerte. Viele Teilnehmer nutzten auch die Chance, dass der heimische Trüffelhändler Alessandro Rossi an einem Stand neben dem Restaurant seine Spezialitäten anbot.

Um das Verkehrschaos beim Einladen des Gepäcks vor der Heimfahrt in Grenzen zu halten, hatte Matteo Scarano von der Rastatter Ortspolizei seine Faneser Kollegen um Hilfe gebeten. Mit Blaulicht war eine Streife vor Ort, um den Verkehr zu regeln. Sie boten sogar an, die beiden Busse zur Autobahn zu eskortieren, weil wegen Bauarbeiten die übliche Einfahrt zur Autobahn gesperrt war. Doch das war nicht notwendig, da Silvano Clappis, Leiter des Faneser Informationsamts, dem Organisator schon am Tag zuvor den Weg erklärt hatte.

Auf der letzten Etappe der Reise bedankte sich Bürgermeister Arne Pfirrmann beim Organisator ebenso wie bei den städtischen Mitarbeitern Ramona Senser und Matteo Scarano, die tatkräftig mitgeholfen hatten, dass die Reise ein Erfolg wurde. Der Applaus zeigte, dass Pfirrmann mit seinen Worten den Reiseteilnehmern aus der Seele gesprochen hatte.

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