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Sportvereine als soziale Tankstellen
Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds, Alfons Hörmann (links), stellt sich den Fragen von Hans-Reinhard Scheu, dem ehemaligen Sport-Chefreporter des SWR.  Foto: J. Hörig
12.09.2018 - 00:00 Uhr
Von Jonas Hörig

Rastatt - Alfons Hörmann, Unternehmer, Sportfunktionär und Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds, hat sich am Montag in der Reithalle den Fragen von Hans-Reinhard Scheu, dem ehemaligen Sport-Chefreporter des SWR, gestellt. Anlass war der erste Business-Abend des ESC Hügelsheim 09. Neben der Präsentation des Teams wurde den rund 160 Gästen aus Sport und Wirtschaft eine spannende Talkrunde geboten.

Thema des Gesprächs war "Der Wert des Sports für unsere Gesellschaft". Eine wichtige, wenn nicht sogar die wichtigste Säule des Sports in Deutschland sind laut Hörmann die rund 8,6 Millionen Ehrenamtlichen, die insgesamt über 300 Millionen Stunden Arbeit verrichten würden. Er verwies an dieser Stelle auf eine Redewendung, die er kürzlich von seiner Frau hörte: "Die meisten überschätzen die Ehre und unterschätzen das Amt." Dies sei aber nicht der einzige Missstand im deutschen Sport. Hörmann führte an, dass bei der Sanierung von Sportstätten ein Nachholbedarf von 42 Millionen Euro bestünde. Das Paradoxe daran sei, dass es Deutschland wirtschaftlich besser denn je gehe. Laut dem Unternehmer Hörmann sollte der Staat die zwölf Milliarden Euro Überschuss, die derzeit durch den Sport erwirtschaftet würden, weiter investieren.

Gegen den Trend zum "Couchsportler"

Daneben standen aber auch die positiven Aspekte des Sports im Vordergrund des Abends. Sport sei gesundheitsfördernd, was in den Zeiten von Smartphone und Co. immer wichtiger werde. Man müsse dem Trend zum "Couchsportler" entgegenwirken. Weiterhin sind die "90000 Vereine die sozialen Tankstellen unserer Zeit", denn wo kämen mehr Menschen regelmäßig zusammen als beim Sport? Außerdem sei Sport die ideale Möglichkeit, um Brücken zu bauen, sagte Hörmann: Man schaue nur auf die vergangenen olympischen Winterspiele, als Nord- und Südkorea erstmals wieder kooperierten.

Hörmann sieht Sportvereine in einer Vorbildfunktion: Der gesellschaftliche Auftrag sei es, "den Kindern etwas für das Leben beizubringen". Dem sei jedoch nicht zuträglich, wenn im Sport, "der Schule des Fairplays", wie Moderator Scheu sagte, zu unfairen Mitteln, Stichwort Doping, gegriffen wird. Der Talkgast zog an dieser Stelle einen Vergleich zu Korruption in Wirtschaft und Politik, die ebenso ein schlechtes Bild auf ihre Institutionen werfen. Hörmann: "Man kann nicht für jeden Sportler seine Hand ins Feuer legen, man kann aber für regelmäßige Kontrollen sorgen".

Im Anschluss an den Talk präsentierte Julian Linder, Stadionsprecher der Rhinos, die neue Mannschaft. Der neue Trainer Richard Drewniak, der bisher eher Underdogs wie Eppelheim und Zweibrücken nach oben geführt habe, ist diese Saison Trainer des Play-Off-Aspiranten. Demnach sind die Play Offs das Saisonziel, aber "es dürfe auch gerne mehr sein".

Zur Zukunft der Eisarena in Hügelsheim, die 1956 erbaut wurde und in einem energetisch nicht optimalen Zustand sei, sagte Rhino-Vorsitzender Peter Seywald, dass man die letzte Eishalle zwischen Stuttgart, Freiburg und Mannheim auf jeden Fall erhalten wolle.

"Wir sind eins" prangt auf dem Trikot

Auf den neuen Trikots, das heimische in Weiß und das Auswärtstrikot in Blau, fällt sofort ein Button auf der linken Brust auf. Auf diesem steht das Motto der Lebenshilfe Baden-Baden - Bühl - Achern: "Wir sind eins".

Die Baden Rhinos aus Hügelsheim wollen durch diese Kooperation eine Bewusstseinsveränderung anstoßen und zur Inklusion von Menschen mit Behinderung beitragen. Passend zu diesem Slogan wurde den Gästen ein Buffet von Menschen mit Behinderung angerichtet.

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