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Brand verwüstet den "Rappen"
Die oberen Etagen des ehemaligen Gasthauses 'Zum Rappen' brennen völlig aus. Dank Feuerwehr hält sich der Schaden an den Nachbargebäuden in Grenzen. Foto: Vetter
19.09.2018 - 00:00 Uhr
Rastatt (yd) - Die Rastatter Innenstadt befand sich gestern in den frühen Morgenstunden im Ausnahmezustand: Anwohner wurden von der Polizei aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten, die Schiffstraße sowie die Herrenstraße waren teilweise gesperrt, ganze Häuser in der Rappen- und der angrenzenden Kapellenstraße wurden evakuiert. Grund war ein Brand, dem das ehemalige Gasthaus "Zum Rappen" zum Opfer fiel. Fünf Personen erlitten laut Mitteilung der Stadtverwaltung Rauchgasvergiftungen. Rund 90 Helfer von Feuerwehr, DRK, Polizei, Rettungsdienst und THW waren im Einsatz. Ein Bewohner des Hauses wurde am Nachmittag noch vermisst.

Um 4.36 Uhr wird die Feuerwehr alarmiert: Im ersten Obergeschoss der Rappenstraße 6 brenne es. "Als wir ankamen, schlugen die Flammen bereits aus den Fenstern und sie hatten sich ins Treppenhaus ausgebreitet", sagt Steffen Körber, Pressesprecher der Rastatter Feuerwehr und einer der ersten Helfer vor Ort. Zwei Atemschutztrupps der Rastatter Wehr machen sich auf den Weg ins Gebäude - und müssen sich aufgrund der enormen Hitzeentwicklung kurze Zeit später wieder zurückziehen, der Dachstuhl steht kurz danach in Flammen.

Fast alle Menschen, die in der Rappenstraße 6 wohnen (im Erdgeschoss befindet sich ein Casino), sind da schon in Sicherheit und auch ihre Nachbarn hat man mittels Lautsprecherdurchsage aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen - insgesamt werden laut Körber 69 Personen evakuiert. Ein Bewohner kann bis zum Nachmittag noch nicht aufgefunden werden. Ermittlungen in seinem beruflichen und familiären Umfeld seien bisher noch nicht erfolgreich gewesen, wie die Polizei mitteilt. Die Wohnung des Vermissten ist auch am Nachmittag noch nicht vollständig begehbar.

Unter der Regie des DRK-Ortsvereins Rastatt wird unmittelbar nach der Alarmierung der Einsatzkräfte am frühen Morgen in der Badner Halle eine Notbetreuung organisiert - die Evakuierten können sich bei Kaffee und Brötchen stärken, ein Fernseher sorgt für Ablenkung. Und dennoch gibt es in der Badner Halle selbstverständlich nur ein Thema: "Wie geht es weiter?" Das steht um zehn Uhr, als der Brand längst unter Kontrolle ist und die 57 Feuerwehrleute vor dem Löschen der letzten Glutnester endlich Zeit für eine Pause haben, noch nicht fest. Im Pyjama - der Brand hat sie im Schlaf überrascht - harren die Bewohner im Saal aus. Der Schreck sitzt ihnen in den Gliedern.

"Für die Unterbringung der Bewohner ist der Hauseigentümer zuständig", erklärt Christiane Schmidt vom DRK-Ortsverein. Christian Junger und Melanie Halbiesen von der Stadtverwaltung warten vor der Badner Halle gerade auf den Objektverwalter, der aus Emmendingen anreist. Sie wollen mit ihm darüber reden, wo die sechs Bewohner, die auf die Schnelle keine Ersatzbleibe bei Freunden oder Verwandten gefunden haben, untergebracht werden - wie es am Nachmittag heißt, kommen sie in städtischen Wohnungen unter. Die Evakuierten aus der Kapellenstraße sind da längst wieder zurück in ihren eigenen vier Wänden. Ob die Bewohner des betroffenen Hauses in der Rappenstraße 6 jedoch noch einmal die Gelegenheit haben werden, ihre Habseligkeiten oder das, was davon übrig ist, zu holen, ist fraglich.

"Unser Fokus lag heute vor allem darauf, ein Übergreifen der Flammen auf die Nachbarhäuser zu vermeiden", sagt Steffen Körber. Zusammen mit der Benz-Werksfeuerwehr habe man eine sogenannte Riegelstellung aufgebaut. Zwar ist der Dachstuhl des linken Nachbarhauses auch ein wenig in Mitleidenschaft gezogen worden, aber der Schaden hält sich in Grenzen - wohl vor allem wegen des schnellen Einsatzes der Wehr, die mit zehn Fahrzeugen vor Ort ist. Was den Brand verursacht hat, ist noch unklar, die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Laut Schätzungen beläuft sich der Schaden auf mehrere hunderttausend Euro. Neben den Gebäuden wurde auch ein in der Rappenstraße geparktes Auto durch herabfallende Ziegel beschädigt.

Einziger Störfaktor während des reibungslos verlaufenden Einsatzes: die Schaulustigen. In den sozialen Medien ruft der Brand ein großes Echo hervor, Videos und Fotos werden hochgeladen: "Eigentlich haben wir hier ja anderes zu tun als Straßen zu sperren und Menschen davon abzuhalten, zu nah ans Geschehen heran zu treten", meint Christiane Schmidt. Die Helfer des THW und der Polizei sichern später Zufahrten, die Rappenstraße bleibt den ganzen Tag über gesperrt.

Für die Wehrleute ist der Einsatz noch lange nicht beendet: "Wir müssen noch die letzten Glutnester löschen und einige Decken öffnen, in denen wir Glutreste vermuten", erklärt der Pressesprecher am frühen Mittag. Er wirkt erschöpft. Kein Wunder - nach fast acht Stunden Einsatz: "Der Akku ist langsam leer."

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