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Lösung soll für alle zufriedenstellend sein
Noch immer nicht geklärt ist, wie es um die Zukunft der Inseln im Goldkanal steht. Foto: Willi Walter
05.10.2018 - 00:00 Uhr
Elchesheim-Illingen (hli) - Gibt es für die Goldkanalinseln eine Zukunft? Oder erhält das Kieswerk Valet & Ott die Genehmigung, Grenzpunktinsel und Illinger Insel abzubaggern? Mit einem Anhörungstermin Mitte Juli endete die Beteiligung der Öffentlichkeit an dem Verfahren. Bis Ende des Jahres will das Umweltamt des Landratsamts Rastatt nun entscheiden. Berücksichtigt werden dabei unter anderem Gutachten und zahlreiche eingegangene Stellungnahmen.

Hintergrund

Was ist die Ausgangssituation?

Durch Kiesabbaupläne des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein geriet zuerst die Grenzpunktinsel, später auch die Illinger Insel ins Blickfeld. 2015 stellte dann die ansässige Kiesfirma Valet & Ott ihre Pläne vor, in denen die Abbaggerung der Inseln enthalten war. Dagegen wehrten sich unter anderem Naturschützer, zahlreiche Bürger und die Gemeinde Elchesheim-Illingen. Entscheiden muss das Umweltamt des Landratsamts Rastatt. Ein Schritt war in den vergangenen Monaten ein Verfahren zur Beteiligung der Öffentlichkeit, bei dem alle die Möglichkeit hatten, Stellungnahmen abzugeben. Auch Gutachten wurden erstellt.

Welche Gutachten gibt es?

Es gibt zwei Gutachten. Eines zum Thema Naturschutz sowie eines zur Limnologie (Seenkunde).

Von wem wurden die Gutachten in Auftrag gegeben?

Die Gutachten wurden von der Kiesfirma beauftragt. Edgar Burkard, Leiter der Abteilung Verwaltungsverfahren im Umweltamt, betont aber, dass die Gutachter unabhängig seien. Die Behörde selbst gibt Gutachten nur dann in Auftrag, wenn sie Dinge nicht beurteilen kann oder Zweifel an der Richtigkeit bestehen.

Was wurde im limnologischen Gutachten untersucht?

Beim limnologischen Gutachten wurden vier Varianten untersucht: der Ist-Zustand des Goldkanals mit weiterem Kiesabbau, der Ist-Zustand mit einem Stopp der Auskiesung sowie die Varianten mit Erhalt und Abbaggerung der Goldkanalinseln. Mit entsprechenden Softwareprogrammen wurden dabei Simulationen erstellt.

Warum spielt beim Goldkanal die Limnologie eine Rolle?

Wenn der Kiesabbau beendet ist, sollte sich der Goldkanal als stabiles Gewässer halten. Aber: "Durch den Kiesabbau wird in die Natürlichkeit des Gewässers eingegriffen", zeigt Edgar Burkard auf. "Diese Seen sind relativ tief." Derzeit liege die Tiefe des Goldkanals bei 42 Metern. Nach der Auskiesung soll er 48 Meter tief sein. Das tiefe Niveau besteht aber nur punktuell, an anderen Stellen ist der See flacher. Beobachtet wird zudem der Anteil an Phosphat, das durch Überflutungen aus gedüngten Äckern geschwemmt werde und in den See gelange. "Zu viel Phosphat ist nicht gut", verdeutlicht Burkard.

Zu welchen Ergebnissen gelangt das Gutachten?

Durch die Abbaggerung wird derzeit genügend Sauerstoff in die Tiefe des Goldkanals gebracht. "Das Wasser wird durch den Baggerbetrieb umgewälzt", verdeutlicht Wolfgang Hennegriff, Leiter des Umweltamts. Das sei wichtig, denn der See weise einen hohen Nährstoffgehalt auf. "Das ist zunächst einmal gut für die Lebewesen", erklärt dessen Kollege Edgar Burkard. Fische fänden somit genug Nahrung. "Andererseits wird der Sauerstoffgehalt des Wassers bei hohen Nährstoffgehalten durch den Abbau organischer Substanz erheblich reduziert", ergänzt Hennegriff. Die zwei Bagger mit ihren Schaufeln sorgten für eine Umwälzung.

Im stillgelegten Zustand müsse diese durch natürliche Kräfte vonstattengehen. Dann seien Wind oder die Temperaturverhältnisse verantwortlich für eine Durchmischung, beschreibt Hennegriff. Ein Pluspunkt beim Goldkanal: Der See steht in Kontakt mit der Grundwasserleitung, das sorge für zusätzliche Zirkulation.

Das Gutachten ergibt darüber hinaus, dass sich das Zirkulationsverhalten ohne die Inseln besser darstellen könnte als mit den Eilanden.

Welches Gutachten gibt es noch?

Ein weiteres Gutachten behandelte den Naturschutz. Die Inseln dienen möglicherweise unter anderem der Fledermaus als Lebensraum. "Die Illinger Insel ist Habitat für Fledermäuse und Flussregenpfeifer. Gefunden wurde auch eine Brutstätte des Eisvogels", zählt Umweltamtsleiter Wolfgang Hennegriff auf. Dennoch gab die Naturschutzbehörde des Landratsamts theoretisch grünes Licht für die Abbaggerung der Inseln - wenn für besagte Tiere ein Ausgleich geschaffen wird.

Eng verknüpft mit der Wasserqualität ist zudem die Fischerei. Angelsportler und Berufsfischer wollten, dass Aspekte, die die Fische betreffen könnten, berücksichtigt werden. So sollten Reproduktionszonen erhalten werden. "Flachwasserzonen sind dafür wesentlich", erläutert Burkard. Die Fischer wollen die Inseln erhalten. "Die Uferbereiche um die Inseln sind wichtige Refugien für Jungfische", erklärt Hennegriff.

Welche Argumente haben Gegner der Abbaggerung außerdem vorgebracht?

Den Denkmalschutz. Ein Grenzstein auf einer der Inseln steht unter Denkmalschutz. Der könnte aber unter gewissen Voraussetzungen versetzt werden.

Ist die Abbaggerung der Inseln somit eine klare Sache?

Laut dem Umweltamt nein. Berücksichtigen müsse man auch, dass die Inseln das Landschaftsbild prägen und beide Gemeinden Wert auf deren Erhalt legten. "Sie sind besondere Landschaftselemente und werden von den Besuchern des Goldkanals geschätzt", sagt Hennegriff. "Der Kiesabbau soll parallel zur Freizeitnutzung möglich sein. Da wollen wir eine gute Lösung erzielen", sagt Burkard. Es sei eine Art Grundsatzfrage, denn entscheiden wird die Behörde für die kommenden 20 Jahre.

Wie ist das weitere Vorgehen?

Zuerst wird die Behörde den Erörterungstermin aufarbeiten. Dann soll die Entscheidungsfindung beginnen. Ziel ist, das Verfahren noch dieses Jahr abzuschließen.

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