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Auch eine Salami eignet sich zum Kampf
Mit Säbel, Rapier und anderen Bühnenwaffen kennt sich Winni Engber aus. Foto: Behrendt
06.10.2018 - 00:00 Uhr
Von Manuela Behrendt

Ötigheim - Zu einem zünftigen Abenteuer in einem guten Film gehören aufsehenerregende Waffenkämpfe. Dieses Rezept klappt auch auf der Bühne; dort live und ohne tricktechnische Manipulation. Winni Engber ist in der Region der Mann für Action pur. Als Kampfchoreograf ist er bei Schulaufführungen sowie Amateurtheatern gefragt.

Schlägereien mit den blanken Fäusten, das Hantieren mit einem Mittelalterschwert, einem Barock-Rapier, einem Messer, der zweihändigen Kombination von Degen und Dolch oder einer Bullenpeitsche à la Indiana Jones: Engber weiß, wie's funktioniert. "Als Waffe lässt sich von der Salami bis zum Bedientablett auch vieles aus dem häuslichen Bereich nutzen. Ich habe mit zwei Holzbierkrügen einen Theaterkampf gefochten", erklärt der 39-jährige Neu-Ötigheimer sein Metier.

Hauptberuflich arbeitet Engber als Programmierer. Das Choreografieren und Trainieren von ausgeklügelten Gefechten, bei denen dem Publikum der Atem stockt, betreibt er als athletisches Hobby. Vor 17 Jahren galt seine Leidenschaft dem Sportfechten beim RTV Rastatt. Daraus splittete sich eine Gruppe namens "Badische Löwenfechter" ab, verschrieb sich dem szenischen Fechten, entwickelte Showkämpfe und trat bis 2014 auf Mittelaltermärkten auf.

Engber bildete sich in Workshops weiter. Während Mittelaltermärkte auf die Originaltreue historischer Kampftechniken setzen, unterhalten Bühnengefechte mit spektakulären Bildern auf Basis von Kunst und Körperarbeit. "Ich arrangiere gefahrlose, leicht erlernbare Choreografien, die ich vom historischen Vorbild abwandle und den Bühnenanforderungen anpasse", erklärt Engber.

Die Basis dafür bilden fünf unterschiedliche Angriffshiebe sowie sechs Paraden. Letztere schützen den Körper. Hiebe werden nicht wild geschlagen, sondern kontrolliert geboxt. Um die Optik echt wirken zu lassen, ist es wichtig, dass man die Waffe richtig hält. Dies alles ist bei Winni Engber erlernbar.

Innerhalb eines Bühnenstücks sind die Regisseure seine Impulsgeber und bestimmen die Dauer eines Gefechts. "Am liebsten habe ich zeitlich freie Hand, aber auch sekundenpräzise oder taktgenaue Scharmützel kriege ich hin." Gestritten wird mit stumpfen Klingen, deren Spitzen abgerundet sind. "Trotzdem ist die Waffe ein Stück Eisen, das verletzen kann, wenn man falsch damit hantiert", weiß Engber.

Fünf bis zehn Trainingseinheiten à zwei Stunden braucht es, bis ein einfaches Geplänkel sitzt. Ein Zweikampf auf Leben und Tod, den der Zuschauer mit atemloser Spannung verfolgt, ist für Engber "eine einfache Sache". Jeder der Kontrahenten weiß zu jeder Zeit, was der andere tut. Ein No-Go sind Improvisationen. "Die könnten fatale Folgen haben." Die Bewegungen stimmt Engber auf die Fitness des Akteurs ab. "Keiner soll sich quälen müssen, sondern Spaß haben und innerhalb seiner körperlichen Möglichkeiten agieren."

Schwieriger ist die Koordination von mehreren Kämpfern. "Es ist schon eine Hausnummer, wenn 30 Leute gleichzeitig in Gruppen agieren; exakte Feinabstimmung ist dabei alles, damit die Parteien nicht kollidieren." Aber auch das kriegt Winni Engber bestens hin, wie er vor zwei Jahren in "Les Misérables" auf dem Tellplatz bewiesen hat.

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