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Kernsee: Gefährliche Bereiche eingezäunt
Baden und Betreten verboten: Etwa die Hälfte des Kernsees wurde eingezäunt, um Badegäste vor den Gefahren der Kiesabbaggerung zu schützen.  Foto: F. Vetter
09.10.2018 - 00:00 Uhr
Von Markus Koch

Iffezheim - Das Badeverbot an Baggerseen in der Region wird in der warmen Jahreszeit von unzähligen Badegästen ignoriert. Erst Unfälle rücken die Gefährlichkeit dieser Gewässer in den Blickpunkt. Das Iffezheimer Kieswerk Kern hat nun auf ein Urteil des Amtsgerichts Offenburg reagiert und gefährliche Bereiche des Kernsees eingezäunt.

Im Juni 2014 hatte ein 13-jähriger Junge mit seinen Freunden an der Uferkante des Baggersees in Waltersweier (Ortenaukreis) gespielt, als ein Teil der Kante plötzlich abbrach und den Jungen unter sich begrub. Nun mussten sich im April der technische Leiter des Kieswerks und ein Mitarbeiter der Stadt vor dem Amtsgericht Offenburg wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Die Stadt wurde freigesprochen, der Kieswerksbetreiber sei zu einer Verwarnung mit Strafvorbehalt von 5000 Euro verurteilt worden, von denen er 3000 Euro sofort bezahlen musste, berichtet Geschäftsführer Thorsten Volkmer, der den Prozess persönlich verfolgt hat: "Ein Baggersee ist kein Badesee, sondern ein Industriebetrieb, und der ist gefährlich", verdeutlicht er. Die Staatsanwaltschaft hatte bemängelt, dass die aufgestellten Schilder nicht ausgereicht hätten, um die Badegäste vor den Gefahren zu schützen.

Entsprechende Schilder gibt es bereits seit Jahren am Kernsee, doch eine abschreckende Wirkung haben sie nicht. Vor dem Hintergrund des Gerichtsurteils, gegen das der Kieswerksbetreiber laut Volkmer Revision eingelegt hat, sah sich das Kieswerk Kern veranlasst, die gefährlichen Bereiche des Kernsees mit einem zwei Meter hohen Bauzaun zu versehen, um die Badegäste zu schützen: Neben Böschungen, die abbrechen können, geht es um den Bereich des Förderbands und um die Stellen, an denen das Kieswaschwasser zurück in den See gepumpt wird. Dort entstehen Flächen mit gefährlichem Treibsand, verdeutlicht Volkmer. Etwa die Hälfte des Kernsees ist mittlerweile eingezäunt.

Weiterhin haben die Betreiber des Kieswerks festgestellt, dass die Anzahl der Badenden in dieser Saison zugenommen hat, was vermutlich mit Einschränkungen an anderen Baggerseen in der Region zu tun habe, so Volkmer. Er definiert einen Badegast als "eine Person, die sich illegal am Baggersee aufhält und verunfallen kann und die vor den Gefahren geschützt werden muss". Die Geschäftsführung des Kieswerks müsse sich wiederum davor schützen, unter Umständen wegen fahrlässiger Tötung angeklagt zu werden.

Mit den Surfern und den Anglern, die den See nutzen, stehe man in Kontakt: "Die Mitglieder dieser Vereine wissen, wie man sich richtig an einem Baggersee zu verhalten hat", meint Volkmer, der darauf hinweist, wie gefährlich gerade die Uferkante ist. Diese könne unterhöhlt sein, was man von oben nicht sehe. Wenn ein Teil abbreche, dann entwickelten die Tonnen von Gestein eine Sogwirkung, die den Badegast in die Tiefe ziehen. Der Kernsee ist stellenweise bis zu 40 Meter tief.

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