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Gedenkstein für jüdisches Ehepaar
In Rastatt haben evangelische Johannesgemeinde und Schüler des Tulla-Gymnasiums 2012 bei dem Projekt mitgemacht und einen Gedenkstein gestaltet. Foto: Hliza
20.10.2018 - 00:00 Uhr
Muggensturm (hli) - Es war der 22. Oktober 1940, als das jüdische Ehepaar Frieda und Moritz Heimann aus Muggensturm abgeholt und nach Gurs deportiert wurde. Für die beiden soll nun in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Mahnmal Neckarzimmern ein Gedenkstein angefertigt werden.

2020 soll dieser fertig sein, pünktlich zum 80. Jahrestag der Deportation, verdeutlicht Pfarrerin Tina Blomenkamp von der evangelischen Dreieinigkeitsgemeinde Muggensturm/Bietigheim/Ötigheim. Parallel zu dem Projekt sollen in den kommenden Monaten immer wieder Veranstaltungen rund um das Thema stattfinden. Den Auftakt macht am Mittwoch, 24. Oktober, ein Zeitzeugen-Vortrag von Kurt Salomon Maier.

Einer Ankündigung der Dreieinigkeitsgemeinde zufolge lebte Maier im badischen Kippenheim, als der Schrecken ihn einholte. "Hautnah erlebte er die Deportation der Juden aus Südwestdeutschland in das südfranzösische Internierungslager Gurs am 22. Oktober 1940 mit. Anschließend konnte seine Familie in die USA entkommen", heißt es in der Ankündigung.

Der inzwischen 88-Jährige arbeitet als Bibliothekar in Washington und kommt regelmäßig nach Deutschland, um als Zeitzeuge zu berichten. So unterstützt er das ökumenische Jugendprojekt Mahnmal in Neckarzimmern, das an die aus Baden deportierten Juden erinnert.

Mit dem Förderverein Neckarzimmern steht auch die Dreieinigkeitsgemeinde in Kontakt, verdeutlicht Pfarrerin Blomenkamp, wie es dazu kam, dass Maier seinen Vortrag auch in Muggensturm hält. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr in der evangelischen Kirche.

Mit vielen Bildern wird Kurt Maier von seinen Erfahrungen berichten und einen Eindruck davon vermitteln, was auch Frieda und Moritz Heimann aus Muggensturm erlebt und erlitten haben.

Wie genau der Gedenkstein in Muggensturm umgesetzt werden soll, ist noch offen. Es soll eine Projektgruppe geben, die sich darüber Gedanken macht, kündigt Pfarrerin Blomenkamp an. Mitmachen können Muggensturmer Bürger - auch Jugendliche. Für die Anfertigung könne man sich eventuell Hilfe holen, etwa bei einem Steinmetz, informiert Tina Blomenkamp.

Genau genommen sind es sogar zwei Steine. Einer von ihnen kommt nach Neckarzimmern. Dort steht das zentrale Mahnmal, das all die Orte umfasst, aus denen am 22. Oktober 1940 Juden deportiert wurden. Der Muggensturmer Stein fehlt bislang.

Die Aktion wird gemeinsam mit der Gemeinde Muggensturm sowie der evangelischen und katholischen Kirche in Angriff genommen. Wo das Denkmal in Muggensturm seinen Platz finden könnte, ist noch offen.

Andere Gemeinden in der Region haben bereits in Zusammenarbeit mit dem Förderverein solch einen Gedenkstein erstellt. In Rastatt steht er zum Beispiel vor der Jugendarrestanstalt, in Malsch ist er auf dem Kirchplatz zu finden.

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