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Warten vor Bahnschranken dauert noch sieben Jahre
Nicht mal einen Fußweg gibt es für Stadtbahnkunden am Bahnübergang in der Triftstraße. Eine Unterführung soll auch dieses Problem lösen. Foto: H. Heck
20.10.2018 - 00:00 Uhr
Durmersheim (HH) - Sieben Jahre noch wird Geduld verlangt, dann soll in Durmersheim die Warterei an Bahnschranken ein Ende haben. Die Deutsche Bahn hat sich vorgenommen, bis Sommer 2025 die drei bestehenden beschrankten Übergänge zu beseitigen. Dieses Zeitziel wurde am Donnerstagabend bei einer Informationsveranstaltung im Bürgersaal von Vertreten der Unternehmenstochter DB Netze mitgeteilt.

Im Frühling 2023 will man an der Triftstraße und der Oberen Bahnhofstraße mit den Bauarbeiten für Unterführungen beginnen. Nach deren Fertigstellung soll zwei Jahre später der Bahnübergang in der Ettlinger Straße ersatzlos beseitigt werden.

Die Terminierung war fast die einzige Neuigkeit, die der Abend mit sich brachte. An den Plänen für die Bahn-Unterquerungen habe sich seit den letzten Beratungen im Gemeinderat, die Jahre zurückliegen, nichts geändert, betonten Bürgermeister Andreas Augustin wie auch die Abgesandten der Bahn. Die Anberaumung des Informationsabends ging offenbar auf die Gemeinde zurück. Es sei ihm einfach darum gegangen, die Bevölkerung früh mitzunehmen, erklärte Augustin. Dass die Resonanz mit nur rund 30 Besuchern "geringer als erhofft" ausfiel, nahm er mit Bedauern zur Kenntnis. Als einziger Gemeinderat befand sich Werner Hermann von der SPD unter den Zuhörern. Das Podium hingegen war mit einem halben Dutzend auskunftsbereiten Fachleuten reich besetzt.

Mit kompakten Planerläuterungen wurde der Sachstand in Erinnerung gerufen. In der Triftstraße soll eine Unterführung gebaut werden, deren Maße nur Pkw, Rettungsfahrzeuge und landwirtschaftliche Fahrzeuge zulassen. Lastwagen könnten nicht passieren, wurde auf Nachfrage versichert. Die Anbindung der Seitenstraßen wurde erwähnt, was im Fall der Rosenstraße eine leichte Absenkung erfordere. Der Rad- und Fußverkehr, vor allem für Schulwege bedeutsam, erfolgt zwischen Rosen- und Helmholtzstraße über eine Brücke, ähnlich wie es an der Malscher Straße mit der Verbindung Werder- und Yburgstraße gelöst ist.

An der Hardtsporthalle muss ein Stück vom Foyer abgebrochen werden. Der Parkplatz auf der Ostseite der Bahngleise wird erweitert. Die Zufahrt wird auf die Südseite an die Ettlinger Straße verlegt. Der Anschluss von und zur B36 bekommt an der Triftstraße Vorfahrt. Die Stadtbahnhaltestellen bleiben in der Bauphase in Betrieb, wurde auf eine Frage aus den Zuhörerreihen mitgeteilt. Nur wenn das Unterführungs-Bauwerk eingeschoben wird, muss sie wie die gesamte Bahntrasse wenige Tage stillgelegt werden.

Von Anwohnern der Triftstraße wurde Bürgermeister Augustin mit Nachdruck aufgefordert, sich Gedanken über die zukünftige Verkehrsführung zu machen. Die Gemeinde könne nicht eine Bahnunterführung bauen lassen und die Anwohner mit den Folgen alleine lassen, machten die Kritiker schon bestehende Probleme geltend. Ferner wurde die vorgesehene Lenkung des Schülerverkehrs als praxisfern bemängelt, die vermutlich genutzte Strecke sei gefahrenträchtig. Augustin äußerte Verständnis für die Bedenken, sah aber wenig Möglichkeiten, an der schmalen Triftstraße viel zu ändern oder Verkehrsströme anders zu führen. Für Alternativen sei die Gemeinde aber immer offen, ermunterte er die Kritiker, Ideen zu entwickeln.

In der Oberen Bahnhofstraße erschienen die Verhältnisse weniger komplex. Dort soll eine Unterführung nur für Fußgänger und Radfahrer entstehen. Sie soll gleichzeitig als Zugang zum Mittelbahnsteig dienen, von dem die Stadtbahnen nach Karlsruhe abfahren. Dieser Bahnsteig soll verbreitert und mit Wartehäuschen bestückt werden. Außerdem werde ein Aufzug installiert. Die Fahrstuhl-Information war neu. Dass aber im Gegenzug keine Rampe zum Bahnsteig gebaut werden soll, fand im Publikum wenig Verständnis. Wenn der Lift außer Betrieb sei, könnten Rollstuhlfahrer oder Personen mit Kinderwagen nicht auf den Bahnsteig gelangen, wurde eingeworfen. Die Sache könne man noch überdenken, machte ein Bahnvertreter Hoffnung. Nach dem Bau der Unterführungen ist geplant, die an den Übergängen vorhandenen Lücken in der Lärmschutzwand zu schließen.

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