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Appell zu einem guten Kompromiss
Das Benz-Werk steht vor einem Wandel.  Foto: av
23.10.2018 - 00:00 Uhr
Rastatt (red) - Die Debatte um die Erweiterung des Benz-Werks hat jetzt die IG Metall Gaggenau und den Betriebsrat der Fabrik auf den Plan gerufen. Ihr Appell: einen "guten Kompromiss zwischen Arbeitsplätzen, Umweltschutz, Landwirtschaft und Wirtschaft" finden.

Claudia Peter, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Gaggenau, sieht es als unerlässlich für die Zukunft der Arbeitsplätze, dass Automobilhersteller und Zulieferer rechtzeitig in neue Antriebstechniken und alternative Produkte investieren. Was bei Daimler die zusätzliche Produktion von Elektro- oder Hybridautos ist, das sei beim Zulieferer das alternative Produkt zu Auspuffrohr oder Getriebe. Es sei verantwortungslos von Unternehmen, so Peter in einer Pressemitteilung, wenn sie sich nicht rechtzeitig Gedanken dazu machten und rechtzeitig für zukünftige Produkte den Weg durch Investitionen bereiten.

"Wir erleben in den nächsten Jahren einen großen Umbruch in der Arbeitswelt - nicht nur mit anderen Antriebstechniken, sondern auch mit neuen digitalen Innovationen. Deswegen brauchen wir die Belegschaften und die Menschen der Region, die die Veränderungen mitgestalten wollen" fügt der Daimler-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Michael Brecht hinzu.

Zur Sicherung der Arbeitsplätze sei es auch notwendig, dass die regionalen Akteure in der Wirtschafts- und Kommunalpolitik flankierend und fördernd die technologischen Veränderungen begleiten - gerade vor dem Hintergrund der Nutzungskonflikte in Rastatt. "Für die Zukunft der Region sind neben den Arbeitsplätzen natürlich auch die Ökologie und grundsätzliche Akzeptanz der Bevölkerung notwendig" kommentiert Claudia Peter, "und je einschneidender Veränderungen in der näheren Umgebung des Werkes sind, desto konfliktträchtiger ist ein solcher Prozess". Wenn es um Platzbedarf eines Betriebs geht, müssen die Interessen zwischen Betrieb, Naturschutz, Landwirtschaft und bisherigen Flächennutzern abgewogen werden. Und wenn es um Vereinbarungen geht, wie das im Betrieb für die Arbeitsplätze und deren Quantität und Qualität geht, müssen die Interessen von Betrieb und Beschäftigten abgewogen werden.

"Ein Ergebnis funktioniert nicht, wenn einzelne Beteiligte beharren, dass ein Erfolg nur dann möglich ist, wenn die Maximalforderung erreicht wird. So geht das weder bei den Verhandlungen im Betrieb noch mit den Beteiligten bei der Werkserweiterung", sagt Michael Stößer, Vorsitzender des Betriebsrats im Rastatter Benz-Werk. "Und wir dürfen nicht nur die nächsten zwei oder drei Jahre im Blick haben. Unsere Kinder und Enkel sollen auch noch einen guten Arbeitsplatz im Benz haben."

Aus Sicht der Gewerkschaft ist in der öffentlichen Diskussion deutlich geworden, dass nicht alle Probleme tatsächlich mit den Veränderungen in der Zukunft zusammenhängen. Die Verkehrsprobleme, Staus zum Schichtwechsel, Lärm durch eine zu hohe Anzahl von Autos, die durch Wohngebiete fahren - dazu sieht die IG Metall eine gemeinsame Verantwortung von Betrieb und Kommunalpolitik. "Denn wenn es keine attraktiven Angebote für Beschäftigte durch den öffentlichen Nahverkehr gibt, dann bleibt das Auto die einzige Möglichkeit, an den Arbeitsplatz zu kommen", sagt der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Michael Lehmann. Es seien auch die Beschäftigten, die vom täglichen Stau genervt seien und gern entspannter zum Schichtbeginn da wären, so Lehmann.

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