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Tomateninsel macht ihrem Namen Ehre
Auf der Tomateninsel im Rhein ist in reicher Fülle zu sehen, woher die Kiesbank ihren Namen hat.  Foto: Heck
23.10.2018 - 00:00 Uhr
Au am Rhein (HH) - Im Rhein bei Au wachsen auf einer Kiesbank wieder Tomaten. Sie gedeihen an kleinen Sträuchern, die sich wie Bodendecker auf dem steinigen Untergrund ausbreiten. Vereinzelt trifft man auf typische in die Höhe strebende Tomatenstöcke. Manchmal haben die Früchte ovale Eierform, manchmal sind sie kugelrund. Offenbar haben Wärme und Trockenheit einer Laune der Natur auf die Sprünge geholfen, die an dieser Stelle nicht unbekannt ist.

Schon vor langer Zeit haben die Nachtschattengewächse ihrem Refugium den Namen gegeben. Nicht nur der Volksmund nennt es "Tomateninsel". Spätestens seit die Auflandung vor vier Jahren Teil eines mit EU-Geldern finanzierten Natura-Projekts ("Life+") war, heißt sie auch von Amtswegen "Tomateninsel". Wie es das rote Gemüse auf die kiesigen Eilande verschlagen hat, scheint ein Rätsel. Es gibt unterschiedliche Theorien. Eine Vermutung besagt, dass die Samen, die für den menschlichen Körper unverdaulich seien, über Abwasser in den Fluss gelangten und an Ufern oder Erhebungen hängenblieben.

Dieser Weg der wundersamen Tomatenvermehrung gilt dem vormaligen Auer Bürgermeister Hartwig Rihm als schlüssige Annahme. Zu früheren Zeiten sei das gut möglich gewesen, Kläranlagen seien noch nicht auf dem heutigen Stand der Technik gewesen. Diese Erklärung jedenfalls sei Konsens gewesen, erinnerte sich Rihm bei einer zufälligen Begegnung am Wochenende an die frühen Jahre seiner 32-jährigen Amtszeit, die Mitte der 1980er Jahre begonnen hatte. Die Tomateninsel sei damals schon lange ein Begriff gewesen.

In Abwässern sah vor wenigen Wochen auch eine Biologie-Professorin die Ursache. Die Expertin war von einem großen Boulevardblatt über wilde Tomaten an der Elbe befragt worden.

Andere Theorien gehen von Samentransport via Vogelkot aus. Ein Bewunderer der Auer Tomateninsel, der das seltene Ereignis in den vergangenen Tagen mit der Fotokamera dokumentierte, glaubt, dass sich das rote Gemüse selber vermehrt. Irgendwann sei es auf der Insel heimisch geworden. Wenn sie überschwemmt werde, seien die winzigen Kerne das Einzige, das übrigbleibe. Sie würden im aufgeweichten Untergrund so lange schlummern, bis Wetter und Pegelstand neue Triebe sprießen lassen.

Egal, wie es geschah, bei Au am Rhein glänzen derzeit etliche Kilo Tomaten im Sonnenlicht. Die Rinne, die noch vor sechs Wochen Festland und Insel trennte, ist wegen des niedrigen Wasserstands fast vollständig verlandet. Ende der Woche soll es zumindest in der Schweiz regnen. Steigt der Rhein, geht die Tomatensaison dem Ende zu.

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