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Ringen ums "Fahrradies"
Die Stadt spricht sich gegen die Zay- als Einbahnstraße aus. Sie soll nun prüfen, mit welchem Konzept trotzdem eine eigene Spur für Radfahrer möglich wäre. Foto: Mauderer
27.10.2018 - 00:00 Uhr
Rastatt (dm) - So schnell wollte sich die Mehrheit im Umwelt- und Verkehrsausschuss noch nicht damit zufrieden geben, dass in der Zaystraße weder die Ausweisung einer eigenen Fahrradspur noch eine Einbahnstraßenregelung möglich sein soll. Mit einer Mehrheit von 8:5 Stimmen ging am Donnerstag stattdessen ein Antrag der SPD durch: Die Verwaltung möge ein Verkehrskonzept für das Zay entwickeln mit dem Ziel, eine Sanierung der Zaystraße mit eigener Fahrradspur zu ermöglichen.

Die Sozialdemokraten, die die Losung ausgegeben haben, Rastatt zum "Fahrradies" machen zu wollen, hatten sich bereits im Sommer eine Bürger-Anregung zu eigen gemacht, die bei der Infoveranstaltung zur künftigen Bebauung rund um das Max-Jäger-Areal und zur Umgestaltung der Zaystraße vorgetragen worden war. Idee: Eine Einbahnstraßenregelung auf der Zaystraße stadtauswärts mit eigenen Fahrradstreifen zu schaffen und den Zay-Verkehr in umgekehrter Richtung zur Innenstadt über die Gartenstraße (oder die Zeughaus- und Nelkenstraße) ebenfalls mit Einbahnregelung zu führen.

Eine Lösung, die in der Verwaltung, die die Sache prüfen ließ und sich nun auf die inzwischen vorliegende Untersuchung des Büros Modus Consult beruft, nicht auf fruchtbaren Boden fällt. Deren Ergebnisse: Der Einbahnverkehr würde Verkehrsströme von der Zaystraße (bisher rund 4000 Fahrzeuge täglich) in Quer- und Nebenstraße verlagern, die Gartenstraße (bisher 2000 Fahrzeuge täglich), die die Funktion einer Hauptstraße bekäme, würde mehr belastet als bislang, selbst die positiven Auswirkungen auf die Zaystraße selbst wären fraglich. Zudem müssten die Buslinien über andere Straßen geführt werden. Dem Nein zur Einbahnregelung folge die Konsequenz, dass keine Ausweisung eigener Radspuren möglich sei, weil dies der Straßenquerschnitt angesichts von Baumallee und Stellplatzsituation dann nicht hergebe.

Damit wollte sich die SPD indes nicht einfach abfinden. Den Ansatz, die Straße immer nur vom Auto her zu denken, hielt Michael Weck für falsch. Nicht nur, dass er es zudem für legitim halte, den Verkehr zu teilen, nachdem die Bewohner der Zaystraße seit Jahrzehnten die Hauptverkehrslast tragen. Joachim Fischer empfand es auch als "mutlos", sich den Gegebenheiten zu ergeben, ohne weitere Möglichkeiten oder Ideen auszuschöpfen. Dass es keinen Weg geben sollte, die Zaystraße für Radfahrer interessanter zu machen - und so den Autoverkehr zu reduzieren - überzeuge ihn nicht.

Allein der Verwaltungsvorschlag, zu prüfen, ob sich in dem betreffenden Abschnitt Tempo 30 einführen lässt, stieß auf einmütige Zustimmung. Der Mehrheit war dies aber entweder zu wenig oder zu früh, schon eine Tür für weitere Lösungen zuzuschlagen. Aus Reihen der Freien Wähler kam bei Markus Reuter und Klaus Föry die Frage auf, warum man denn nicht auf das Mobilitätskonzept warte, das die Stadt ab dem kommenden Jahr auflegen will, ehe man sich nun auf etwas festlege.

Eine Folge des Beschlusses ist, dass man die geplanten Sanierungsarbeiten in Zay- und auch Gartenstraße zunächst für den neuerlichen Prüfauftrag zurückstellt - auch wenn deren Zustand "nicht besser" wird, wie Fachbereichsleiter Markus Fraß beklagte. Bürgermeister Raphael Knoth wies darauf hin, dass man aus der Bürgerschaft auch Rückmeldungen habe, bitte nicht an der Verkehrsführung zu drehen, und man sich nicht wundern dürfe, wenn sich die nächste Bürgerinitiative gründet, weil mehr Verkehr vor ihrer Hautür ist. Diese Diskussion, so assistierte Modus-Consult-Planer Frank Gericke, müsse man dann auch aushalten können.

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