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Rastatter Rätsel ist zurück
Während die Handwerker noch beschäftigt sind, erfreuen sich Künstler Jürgen Goertz und Elke Merz von der Stadt an dem wiedererrichteten Kunstwerk. Foto: Linkenheil
02.11.2018 - 00:00 Uhr
Rastatt (sl) - Noch etwas rätselhafter war seit April das Rastatter Rätsel, denn der Bronzeplastik vor dem Bahnhof fehlte die Auflösung beim Museumstor. Jetzt sind die im Januar durch einen betrunkenen Unfallfahrer beschädigten Kunstwerke von Jürgen Goertz an ihren angestammten Platz zurückgekehrt. Der Künstler hat sie nicht nur restauriert und mit einem noch stabileren Sockel versehen - er hat sein Werk auch inhaltlich überarbeitet.

Wie bisher bildet der umgekehrte Regenschirm neben der 800 Kilo schweren Hommage an Picasso ein Brunnenbecken, in dem jetzt auch wieder Wasser plätschert. Es quillt aus einem knorrigen Baumstamm, der gleichsam den Stock des Schirms bildet. Der Künstler, der am Mittwoch die Wiedererrichtung beaufsichtigte, strich liebevoll über die bronzene Baumrinde: "Das ist doch ein richtig sinnliches Erlebnis." Als Gegensatz zum urwüchsig Natürlichen hat er eine metallisch spiegelnde Kugel in eines der Astlöcher gesetzt. Sie steht mit ihrer geometrischen Form für Hochtechnologie. Zugleich bezieht sich die Arbeit aber auch auf ihren historisch geprägten Standort, indem sie die Bögen des barocken Museumstors mehrfach aufnimmt und neu interpretiert. Der Schirmgriff in Gestalt einer Urzeitschnecke nimmt gekonnt die Inschrift "Hommage an Pablo Picasso" und ein kleines Selbstporträt des Künstlers auf, während auf der anderen Seite der Schriftzug "Kein Trinkwasser" durch seine Aufnahme ins Werk nicht mehr ganz so profan wirkt wie ein angeschraubtes Schild. Elke Merz vom städtischen Kundenbereich Hochbau glaubt, dass dennoch ein weiterer Hinweis auf die Unbekömmlichkeit des Wassers nötig ist: "Vielleicht auf einer Messingplatte auf dem Boden." Der soll ohnehin im Zuge der geplanten Postplatzerneuerung noch umgestaltet werden - und Künstler Goertz kündigt an, dabei ein gehöriges Wörtchen mitreden zu wollen. Er freute sich darüber, dass die Stadt Rastatt respektvoll mit Kunst im öffentlichen Raum umgehe. Auch eine Passantin sprach den Künstler an: Sie hatte die Plastiken sehr vermisst.

Die Kosten der Aktion übernimmt die Versicherung des Unfallverursachers, bestätigt Elke Merz. Eine ähnliche Beschädigung sei durch die Stabilisierung der Objekte nun nicht mehr so leicht möglich.

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