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Feuertaufe ein Fall fürs Verwaltungsgericht
Feuertaufe ein Fall fürs Verwaltungsgericht
06.11.2018 - 00:00 Uhr
Rastatt (dm) - Das Verwaltungsgericht Karlsruhe muss sich mit der Frage beschäftigen, ob am 11. November die Feuertaufe der Niederbühler Feuerteufel wie gewohnt am Platz beim Dorfbrunnen in der Grünewaldstraße stattfinden kann. Zwei Anwohner wehren sich juristisch dagegen, dass die Veranstaltung weiter an dieser Stelle inmitten des Orts über die Bühne geht - sie wollen die Begleiterscheinungen nicht mehr hinnehmen. Noch hat das Gericht nicht das letzte Wort gesprochen. Die Stadt - beziehungsweise die Ortsverwaltung - hat die Feuertaufe genehmigt; ob im laufenden Eilverfahren der Widerspruch der Anwohner aufschiebende Wirkung behält oder ein von der Stadt gestatteter "Sofortvollzug" Bestand hat, muss sich nun in den nächsten Tagen zeigen. Planmäßig soll die Veranstaltung, bei der der Start in die Fastnachtssaison 2018/19 gefeiert wird, am kommenden Sonntag um 18 Uhr starten, wie die Narrenzunft informiert.

Es gehe nicht gegen die Feuerteufel, sondern um den Ort des Ereignisses, erläutert Rechtsanwalt Klaus-Eckhard Walker, der die beiden Anwohner vertritt, auf Nachfrage des BT. Ihrer Auffassung nach sei eine solche, überregional besuchte und mitgestaltete Veranstaltung wie die Feuertaufe an dieser Stelle inmitten von Wohngebiet nicht zulässig.

Während Hocks anderer Vereine auf dem Platz keine Probleme darstellten, sei es bei der Feuertaufe zuletzt zu Auswüchsen gekommen, die in empfindlicher Störung der Nachtruhe und Besucher-Hinterlassenschaften auf dem angrenzenden Gelände gegipfelt hätten. Die Feuerteufel könnten, gerade auch mit Blick auf die druckvoll-lärmintensive Guggemusik, ja woanders feiern, heißt es. In der Mehrzweckhalle zum Beispiel?

Bei der Narrengemeinschaft zeigt man sich derweil enttäuscht, dass es nach 14 Jahren, in denen man auf diesem Platz feiere, Ärger gibt, wie Oberzunftmeister Alexander Fiedler sagt. Man sei der Ansicht, dass die Fastnacht in den Ort gehört und nicht an den Rand. Zumal die Feuertaufe bereits seit 24 Jahren stattfinde - zunächst in der Kirchstraße und seit 2004, also seit 14 Jahren, am jetzigen Ort - und sich ansonsten noch nie jemand beschwert habe. Schließlich finde das Ereignis nur einmal im Jahr statt. Ohnehin soll anders als im Vorjahr, als der 11.11 auf einen Samstag fiel und man entsprechend länger in die Nacht hineinfeierte, an diesem Sonntag früher Schluss sein. Um 22 Uhr sei für die Guggenmusik Zapfenstreich angesagt.

Bei der Stadtverwaltung will man sich mit Verweis auf das noch laufende Eilverfahren nicht näher äußern. Die Genehmigung enthalte die üblichen Hinweise auf Bestimmungen, die einzuhalten sind, unter anderem, dass Darbietungen und Unterhaltungsmusik keine Lautstärke erreichen dürfen, "die geeignet ist, die Allgemeinheit oder die Nachbarschaft erheblich zu belästigen oder die Gesundheit anderer zu schädigen".

Zwar sei die Sache einst bei einem Bürgergespräch angesprochen worden, bis zum heutigen Tag lägen der Verwaltung jedoch keine konkreten Beschwerden über die jährliche Feuertaufe vor, auch nicht von anderer Seite, so die städtische Pressesprecherin Heike Dießelberg.

Spielt womöglich am Ende noch eine formale Frage eine Rolle für das Verwaltungsgericht? Walker weist darauf hin, dass erst jetzt eine Nutzungsvereinbarung zur Überlassung des Platzes am Dorfbrunnen vorgelegt worden sei. Seit Mai 2017 muss laut städtischer Richtlinie ein Veranstalter, der eine Grünfläche nutzen will, jedoch spätestens sechs Wochen vorher einen Antrag bei der Stadt stellen. Ein solcher sei im Zuge des Verfahrens aber noch in der vorvergangenen Woche für ihn nicht zu sehen gewesen.

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