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Landschaftspfleger
Landschaftspfleger
28.11.2018 - 00:00 Uhr
Rastatt/ Kuppenheim (fuv) - "Ice!", ruft Rolf Tschan. Der Border-Collie-Mischling rennt los in Richtung einiger Schafe, die am dicht am Straßenrand grasen, und schon trollen sich die Tiere. Der Gaggenauer Schäfer Tschan ist mit seiner Herde auf dem Weg zur Winterweide an Kuppenheim vorbeigezogen.

Auf zwei abgeernteten Maisfeldern entlang der L 77 zwischen Kuppenheim und Niederbühl finden die Schafe noch viele Maiskörner, in dem Streuobststreifen zwischen den Feldern liegen Äpfel. Die fressen sie auch - und Eicheln, erklärt Tschan. Eicheln habe es in diesem Jahr sehr viele gegeben, ein Eicheljahr.

Rund 500 Mutterschafe hat der Schäfer in seiner Herde. Merinolandschafe heißt die Rasse, die rund 70 Prozent des Gesamtbestands in Baden-Württemberg ausmacht. Zwischen den ausgewachsenen Tieren staksen zahlreiche Lämmer umher. Die Merinoschafe bekommen mehrfach im Jahr Nachwuchs, der Fachmann spricht vom Ablammen der Schafe. Bei der Tschanschen Herde ist es gerade wieder soweit.

Den Sommer über ist Schäfer Tschan mit seinen Tieren von Weide zu Weide durch das Murgtal gezogen. Weisenbach, Reichental, Hilpertsau, in diesem Bereich waren Schäfer, Hund und Herde unterwegs. Es sei schon sehr trocken gewesen, blickt Tschan auf den "Megasommer" zurück. Aber seine Tiere hätten immer etwas zu fressen gefunden. Über Selbach, Gaggenau und Kuppenheim führt der Weg zur Winterweide zwischen Bischweier und Muggensturm, erklärt Tschan. Was denn mit den Schafen geschehe, will der Laie wissen. "Das Fleisch zahlt nix, das Fell zahlt nix", stellt Tschan nüchtern fest, obwohl auch er die Lämmer verkauft.

In der Tat reichten die Erlöse aus Wolle und Lammfleisch nicht zur Existenzsicherung aus, informiert der Landesschafzuchtverband Baden-Württemberg auf seiner Homepage. Kein Wunder also, dass es immer weniger Schäfer gibt. Im Landkreis Rastatt sind es noch zwei große Wanderschäfereien mit Herden von rund 1 000 Muttertieren, sagt Andrea Stief, Leiterin des Kreis- Landwirtschaftsamts. Kleinere Schafbestände gibt es noch mehrere.

Seine Herde betreibe Landschaftspflege, erklärt Rolf Tschan, der seit über 40 Jahren Schäfer ist. Und diese Funktion ist von großer Bedeutung, unterstreicht Andrea Stief. Die Schäfer erhalten dafür eine Vergütung aus Bundes-, Landes- und EU-Mitteln. "Die Tiere halten die Landschaft offen", erläutert die Amtsleiterin. Ohne Schafe, Ziegen und Rinder - auch die von Hobbylandwirten seien wichtig - würden die Flächen zuwachsen, so Stief weiter. Dies habe auch Auswirkungen auf das lokale Klima, da zugewachsene Flächen im Murgtal die Kaltluftströme negativ beeinflussen würden. Dadurch werde es dann in der Ebene wärmer. Dies habe eine vor einigen Jahren erstellte Studie ergeben. Vieles hängt in der hiesigen Kulturlandschaft mit vielen zusammen.

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