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Andrang von Neugierigen sorgt für Verkehrschaos
30.11.2018 - 00:00 Uhr
Muggensturm (hli) - In Kisten im Wohnzimmer stapeln sich bei Familie Warth in Muggensturm derzeit 20 auf 30 Zentimeter große Holztafeln. Rund 200 Stück sind es. Damit schmücken Marita und Markus Warth ab morgen ein Gebäude auf ihrem Grundstück in der Hebelstraße und verwandeln es dadurch optisch in ein Lebkuchenhäuschen.

Die Idee dazu sei schon sehr alt, berichtet Marita Warth. "Ich bin ein richtiger Weihnachtsmensch", begründet die 54-Jährige. Und so entstand der Gedanke, zur winterlichen Jahreszeit ein Lebkuchenhäuschen aus dem Fachwerkgebäude zu machen, das als Gästehaus ausgebaut wird. Bereits vergangenes Jahr wurde die Idee umgesetzt. 116 Täfelchen wurden an der Stirnseite des Fachwerkhauses aufgehängt (das BT berichtete). Weitere sollen nun noch die Innenseite zum Hof schmücken.

Die Tafeln sägt Markus Warth zurecht, bemalt werden sie dann hauptsächlich von seiner Frau Marita sowie deren Freundin Michaela Riedt. Damit alles rechtzeitig fertig wird, beginnen die drei bereits im Oktober mit den kleinen Kunstwerken. "Für einen einfachen Lebkuchen benötigt man - nur fürs Malen - rund 45 Minuten", berichtet Marita Warth. Detailliertere Motive können bis zu zwei Stunden dauern. Zu sehen sind Engel, Tauben, aber auch Motive aus Filmen, die rund um Weihnachten im Fernsehen laufen - zum Beispiel von Walt Disney. So gibt es Figuren aus "Die Schöne und das Biest", aber auch Motive aus Winnie Puuh und sogar einen Grinch. Ein Vorteil ist dabei sicherlich, dass die gesamte Familie kunstaffin ist.

Von der Reaktion im vergangenen Jahr, die auch durch den Artikel im Badischen Tagblatt ausgelöst wurde, zeigt sich das Paar überwältigt. Anfangs habe es sogar ein regelrechtes Verkehrschaos in der Straße gegeben, weil so viele Menschen aus der gesamten Region das Lebkuchenhäuschen sehen wollten. Und allein an Heiligabend standen nach der Kirche rund 60 Personen vor dem Haus. "Das motiviert uns auch, so etwas zu machen", freut sich Markus Warth. Seine Frau ergänzt: "Wir wollen den Menschen etwas zurückgeben."

Eine ganz besondere Reaktion erhielten die beiden per Post. Eine 80-jährige Frau, die schon Jahrzehnte in Schweden lebt, wandte sich an das Paar. Sie erkannte das Lebkuchenhaus, hatte sie doch selbst als Kind während des Zweiten Weltkriegs dort einige Jahre Unterschlupf mit ihrer Familie gefunden. "Seit dem Zeitungsartikel haben wir Kontakt", freut sich Marita Warth über die unerwartete Brieffreundschaft.

Neue Bilder für die neue Bekanntschaft können die Warths ab morgen knipsen. Ausgestattet mit Leiter und Stahlnägeln, die in die Fassade geschlagen werden, beginnt Markus Warth dann, pünktlich zum Muggensturmer Weihnachtsmarkt, die Lebkuchentafeln an dem Gebäude anzubringen. Doch zuvor werden die Schindeln Reihe für Reihe auf dem Boden im Wohnzimmer der Warths ausgelegt und abfotografiert, um zu sehen, ob auch wirklich alle Motive zueinander passen. Und auch beim Anbringen der Tafeln an der Fassade benötigt Markus Warth Hilfe, immerhin müssen die Lebkuchen später gerade hängen. Wenn das Wetter mitspielt, sollen die Tafeln bis Ende Januar hängenbleiben. "Manche wollten sogar, das wir die Tafeln das ganze Jahr hängen lassen", schmunzelt Marita Warth. Doch dann sei es ja nichts Besonderes mehr.

Traurig sein muss deshalb keiner. Denn auch in Zukunft wollen die Warths die Lebkuchentafeln aufhängen. Zudem können sie sich vorstellen, das Ganze noch auszuweiten: mit Glühwein und Märchenerzählerin. Außerdem haben sie die Idee, dass auch Kinder blanke Schindeln bemalen dürfen. Aber das ist noch Zukunftsmusik. Fest steht jedoch: Auch nächstes Jahr soll sich das Gebäude in der Hebelstraße wieder in ein Lebkuchenhaus verwandeln. Und somit "einer der schönsten Straßen im Ort" dadurch noch mehr Flair verschaffen.

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