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Die "Sauweide" diente einst als Rasenplatz
06.12.2018 - 00:00 Uhr
Ötigheim (yd) - Während man das Telldorf in der Region hauptsächlich wegen der Freilichtbühne kennt, gibt es dort eine Tradition, die fast genauso alt ist wie das Theaterspiel: den Fußball. Der Fußballverein Ötigheim feiert im kommenden Jahr seinen 100. Geburtstag - und der soll natürlich gebührend gefeiert werden. Schon an Silvester soll mit einer rauschenden Party ins Jubiläumsjahr gestartet werden.

Vorsitzender Christian Dittmar, sein Stellvertreter Simon Henkel und die zahlreichen Mitglieder des Festausschusses haben sich einiges einfallen lassen. Spendenaktionen, eine Fotoaktion und natürlich ein großes Sportfest bilden den Rahmen für die Feierlichkeiten. Auch ein "spezieller Kalender", wie Dittmar verspricht, soll zum Jahresende aufgelegt werden. Die Zahl der Exemplare ist limitiert, er kann per E-Mail an c.dittmar@fv-oetigheim.de bestellt werden. Der Erlös aus dem Verkauf kommt einem sozialen Zweck zugute.

Der 28. August 1919 ist offiziell als Gründungsdatum in der Chronik des FVÖ vermerkt. Im Gasthaus "Zur Krone" trugen sich 78 junge Männer als Mitglieder ein - und schon im Herbst startete man mit den Verbandsspielen. Einen Sportplatz gab es in den Anfangstagen nicht, gekickt wurde auf dem Gemeindeplatz vor dem heutigen Rathaus oder auf umliegenden Wiesen. Erst die Vorsprache bei der Badischen Landesregierung in Karlsruhe brachte schließlich den gewünschten Erfolg: Die Gemeindeverwaltung stellte dem jungen Club die "Sauweide" am Brüchelwald als Sportplatz zur Verfügung - dort ist bis heute das Sportgelände der Ötigheimer Fußballer beheimatet. 1921, also drei Jahre nach der Gründung, fusionierte der FV mit den Fußballern des von Josef Saier gegründeten katholischen Jugendvereins, seither spielt man auch in den Vereinsfarben Blau-Schwarz. Die Mitgliederzahlen entwickelten sich gut, allerdings kam das Vereinsleben in den Jahren des Zweiten Weltkriegs und unmittelbar danach quasi zum Erliegen. Im Juni 1941 wurde der Spielbetrieb eingestellt, weil ein Großteil der Mannschaft an der Front war, erst Mitte 1947 konnte man die Vereinstätigkeit wieder aufnehmen.

In den Nachkriegsjahren gab die Mitgliedschaft im Verein so manchem Mitglied Zuversicht und Hoffnung - zumal der gesellige Aspekt bei den Ötigheimer Fußballern schon immer groß geschrieben wurde, wie es in der zum Jubiläum aufgelegten Festschrift heißt. Darin aufgelistet ist auch manch Kurioses: Ein Zeitungsartikel, der über das höchste Fußballergebnis, das bis dato je in Deutschland erzielt wurde, berichtet: Mit 47:0 deklassierten die Ötigheimer Kicker damals ihre Gegner - leider vermutete der Fußballverband aber ein abgekartertes Spiel und ließ die so gewonnene Meisterschaft nicht gelten.

Das Clubhaus, wie man es heute kennt, wurde 1962 gebaut, 1965 folgte der Bau eines neuen Sportplatzes. Die größten Veränderungen wurden schließlich 2013 vorgenommen: Eine neue Tribüne wurde gebaut, der Hartplatz in einen Rasenplatz umgewandelt, es entstanden eine Umzäunung sowie eine Tartanbahn und eine Beregnungsanlage - die Mitglieder des FVÖ packten bei dieser Baumaßnahme tatkräftig mit an, 2872 ehrenamtliche Arbeitsstunden wurden geleistet.

Viel ehrenamtliches Engagement verlangen auch die Jubiläumsfeierlichkeiten. Etwa 40 Vereinsmitglieder sind allein mit den Planungen befasst. Und die sind umfangreich: So haben die FVÖ-Macher unter anderem eine Spendenaktion gestartet. Gesucht werden 100 Privatleute, die jeweils 100 Euro beisteuern sowie 50 Gewerbetreibende, die 200 Euro spenden. Sie alle werden auf einer Spendentafel verewigt, mit dem Geld will man laut Vorsitzendem Christian Dittmar die Preise für die große Tombola finanzieren, die am Sonntag, 2. Juni, im Rahmen des Sportfests stattfindet. Dieses dauert zwei Tage länger als sonst, nämlich vom 29. Mai bis zum 2. Juni. Ein großes Zelt wird gestellt, es findet unter anderem ein Spiel der Bürgermeisterauswahl gegen eine FVÖ-Traditionsmannschaft statt.

Dittmar und Henkel bedanken sich explizit beim Musikverein Ötigheim, der für das Sportfest eigens auf seinen Vatertagshock verzichtet. "Das zeugt vom guten Miteinander der Vereine hier im Ort", meint der Vorsitzende, der sich auf die Feierlichkeiten freut. "In 100 Jahren ist halt doch einiges passiert. Wir freuen uns, den Geburtstag zusammen mit den Ötigheimern zu feiern."

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