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Nähschule für Mädchen und Frauen im Blick
Nähschule für Mädchen und Frauen im Blick
03.01.2019 - 00:00 Uhr
Au am Rhein (HH) - In ihrer Weihnachtspost fanden die Mitglieder und Gönner des Fördervereins Loseno zwei Rundbriefe, mit denen sie über die Leistungen informiert wurden, die der von Au am Rhein aus agierende Verein 2018 erbracht hat. Sehr umfangreich und detailliert war das Schreiben, mit dem sich der Vorsitzende Konrad Schindele für die Unterstützung und die vielen Spenden bedankte.





Empfänger der Zuwendungen sind Einrichtungen zur Krankenpflege, Hebammendienste, Schulen und Ausbildungsstätten in der Demokratischen Republik Kongo, in der Region um die Ortschaft Lodja in der Provinz Sankuru. Von dort stammt der katholische Priester Pascal Tshombokongo Otshume, der viele Jahre während den Sommerferien als Urlaubsvertretung in Au am Rhein und Durmersheim wirkte. Abbe Pascal, wie er der Einfachheit halber genannt wird, gewann vor allem durch seine Afrika-Messen große Sympathien.

Dieses Jahr musste sich der Vertreter, weil er kein Visum bekommen hatte, selbst vertreten lassen (wir berichteten). In Lodja kamen derweil wieder viele Sachspenden des Fördervereins an. Schindeles Schreiben enthält eine lange Aufzählung, die von Geschirr über Bettwäsche bis hin zu Arbeitskleidung für Krankenschwestern und -pfleger sowie Computer, Drucker und weiteren Gerätschaften für das Lehrfach "Digitale Bearbeitung" reicht. Auch Fußbälle und Trikots, die vom SV Au am Rhein bereitgestellt wurden, finden dankbar Erwähnung.

Wie aus dem Brief des Vorsitzenden weiter hervorgeht, wurden vor Ort im Kongo Schulmöbel in einer Schreinerwerkstatt hergestellt, an deren Aufbau der Verein seit seiner Gründung vor bald fünf Jahren ebenso mitwirkte wie an der Schaffung von Unterrichtsräumen, Krankenstationen oder einer Apotheke. Ferner sei ein Feldgrundstück erworben worden, das einer Familie für den Anbau von Lebensmitteln diene. Schindele berichtet von "20 Großpaketen voller Hilfsgüter", die im Laufe des Jahres auf den Weg nach Afrika gebracht wurden. Der Verein finanziert die Transportkosten. Sogar eine von der Karlsruher Gießerei Bachert gestiftete Bronze-Glocke wurde verschifft. Sie soll ihren Platz in einem neuen Gotteshaus finden, das sich derzeit im Bau befindet. Daneben wurde eine kleine Schulglocke gespendet.

Dokumentiert wurden die verschiedenen Verwendungszwecke wie üblich mit einer Reihe von Bildern, die den Stand und das Gedeihen der Projekte veranschaulichen. Schindele schloss seinen Rückblick mit Dank an alle Sponsoren, Spender, die freigiebigen Besucher und Mitgestalter der Afrika-Messe sowie den Gesangsensembles "Crossover" und Hardtchor, die im Herbst zwei Benefizkonzerte gegeben hatten.

Als Vorhaben für 2019 nannte Schindele eine Nähschule für Mädchen und Frauen. "45 Anmeldungen liegen bereits vor", teilte er mit. Außerdem wolle man Motorsägen und Maschinen für die Schreinerwerkstatt besorgen. Zu den großen Wünschen gehöre ferner ein weiterer OP-Tisch für die Krankenstation, die gerade renoviert wurde. Ihre Anfänge liegen fast 15 Jahre zurück, als es den Verein noch gar nicht gab.

Von Abbe Pascal war zu erfahren, dass er nach seinen pastoralen Einsätzen in der Schweiz und in Deutschland seit März 2017 als Geistlicher wieder vornehmlich in seiner Heimat tätig sei. Die Kirchenleitung habe ihn zum Generalvikar der Diözese Tshumbe ernannt. Es sei eine Aufgabe, die "sehr viel Freude" bereite und ihm Gelegenheit biete, mit einigen seiner ehemaligen Studenten aus dem Priesterseminar zusammenzuarbeiten.

Die Beförderung hat auch zur Folge, dass sich Tshombokongo Otshume nun "Monsignore" nennen darf, wie aus seinem Brief ersichtlich ist. Um die Belange des Fördervereins und dessen Projekte kümmere sich derweil sein Bruder Patrice, der mit den verschiedenen Einrichtungen in engem Kontakt stehe, insbesondere der Krankenpflegeschule und der Krankenstation.

Abbe Pascal dankt seinerseits für die Übernahme von Transportkosten sowie Gebühren und Lizenzen für Internetleistungen. Der Generalvikar bedauert, dass es ihm im Sommer "die politische Lage nicht ermöglicht habe" nach Deutschland zu kommen. Er hoffe, dass sich die Situation nach der Präsidentenwahl im Kongo bessere.

Schon bei verschiedenen Gelegenheiten in der Vergangenheit wurde vom Förderverein in Au am Rhein bekundet, dass er sich durch politische Wirren nicht von seinem Streben abbringen lassen wolle, unmittelbare praktische Hilfe zu leisten. Man sehe sich unabhängig von staatlichen Strömungen den Menschen verpflichtet.

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