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Gelungene Mischung aus Varieté und Akrobatik
Gelungene Mischung aus Varieté und Akrobatik
05.01.2019 - 00:00 Uhr
Rastatt (rw) - Es war ein unglaublicher Wirbel, den das 24-köpfige Ensemble des russischen "Circus on Ice" auf die Bühne der Badner Halle brachte! Ensembleleiter Kirill Kirillov servierte mit seinen motivierten Akteuren einen Szenenablauf, der mit Akrobatik und tänzerischer Ästhetik durch die Technik ins richtige Licht gesetzt und passend musikalisch untermalt zum Genuss für das Publikum wurde.



Der besondere Gag der Veranstaltung aber war, dass sich das Ganze auf einer 150 Quadratmeter großen Teflonfläche in Manegengröße abspielte. Die beiden Vorstellungen versetzen die fast 700 Besucher oft ins Staunen. Weich gleitend gerieten die Bewegungen der Artisten und die hohe Schule russischer Ballettkunst, gepaart mit atemloser Artistik, war zu spüren.

"Triumph" war das neue Programm des Kirillov-Ensembles überschrieben, das sich auf dem Bühnenboden, aber auch mit atemberaubender Akrobatik in luftiger Höhe abspielte. Moderne LED-Technik verstärkte im Dunkel der Bühne noch das Gebotene, immer wieder unterstrichen durch eine akustische Playback-Technik. Als roter Faden zwischen den einzelnen Szenen diente eine simple Geschichte: Ein junger Mann will seiner Partnerin und Primaballerina (Ajgul Kirillova) demonstrieren, was alles auf einer Eisfläche möglich ist und überzeugt sie zuletzt, auch die Schlittschuhe anzuziehen.

Auf dem Weg dahin wurde das Publikum ohne ein einziges erklärendes Wort nur durch die Wirkung der gebotenen optischen Genüsse und akrobatischen Höchstleistungen mitgenommen. Damit der Kontakt zum Publikum nicht zu kurz kam, wurde es zwischendurch mit Aktionen zusätzlich bei Laune gehalten. Man ließ einen Riesenball durch den Saal gleiten oder Klatschensembles zu Walzerklängen werden.

Das gebotene Programm "Triumph" war gekennzeichnet durch die Präsentation großer russischer Balletttradition, angereichert durch moderne, aktuelle Gestaltungstechnik. Nach einem klassischen Pas de deux schwebten Stelzengänger geradezu über die Teflonfläche, balancierte man LED-Würfel und Pyramiden im Bühnendunkel, eine erste faszinierende Lichtshow. Der positive Eindruck wurde noch durch scheinbar schwerelos schwebende Schmetterlingskompositionen des Balletts verstärkt.

Nichts dem Zufall wurde auch beim Schwenken von Lichter-Points überlassen. Dann hob nicht zum letzten Mal Ajgul Kirillova vom Bühnenboden ab und demonstrierte ihre Ausnahmeartistik am Trapez. Auch einen Exkurs nach Asien mit einigen der über 200 in der Show gezeigten Kostüme gab es, als Diabolo-Kunststücke zum Staunen führten. Dann ging ein Aufschrei durch das Publikum, als Kirillova sich im freien Fall von oben in Richtung Bühnenboden gleiten ließ.

Alles ging gut, und plötzlich atmete man französische Varietéluft, als optischer Leckerbissen Tänzerinnen mit üppigem Straußenfedernschmuck über die "Eisfläche" glitten. Der Wirbel der Darbietungen wollte nicht abreißen und das Publikum honorierte es immer wieder mit Szenenapplaus.

So agierte Kirill Kirillov als Magier, wirbelten mit viel Bewegung vier Akteure bei einer Jonglage mit Reifen und Keulen oder wurde die hohe Kunst mit Rhönrädern demonstriert. Hier war keine Zweite-Wahl-Tourneetruppe auf der Bühne, vielmehr wurde die allererste Sahne geboten. Das Publikum dankte es dem Ensemble mit langanhaltendem Beifall und Bravorufen.

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