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Viele Ideen für mehr Sicherheit der Radfahrer
24.01.2019 - 00:00 Uhr
Von Sabine Wenzke

Kuppenheim - Die Stadt Kuppenheim setzt sich für den Radwegeausbau ein, bekräftigte Bürgermeister Karsten Mußler beim ersten Treffen mit fünf Vertretern der 2018 gegründeten "Initiative für ein fahrradfreundliches Kuppenheim". Der Rathauschef machte klar, dass sich Verwaltung und Stadt bereits mit vielen der angesprochenen Punkte befasst haben, aber nicht alle umsetzbar seien. Es gelte dabei Interessenkonflikte zu beachten (etwa mit Anwohnern wegen der Parkflächen) und manches liege auch ganz einfach nicht in der Macht der Stadt. Mußler: "Ohne die Genehmigung der Straßenverkehrsbehörde dürfen wir hier kein einziges Verkehrsschild aufstellen."





Zweieinhalb Stunden dauerte der intensive Meinungsaustausch im Rathaus am späten Dienstagnachmittag, der von allen Seiten am Ende als "konstruktiv" bezeichnet wurde. "Es ist ein Anfang", konstatierte ein Teilnehmer.

Zuvor gab es jedoch noch Klarstellungen: Es sei für die Stadt wichtig, auch Impulse von Bürgern zu bekommen, hob Mußler an, machte aber auch keinen Hehl daraus, dass ihm die Vorgehensweise der Initiative nicht gefallen hat. Er fand es bedauerlich, dass zunächst Unterschriften für ein fahrradfreundliches Kuppenheim in Geschäften gesammelt wurden und nicht erst das Gespräch mit ihm gesucht worden war. Offiziell sei er erst im Januar über die Initiative informiert worden. "In Kuppenheim ist man es gewohnt, miteinander zu reden. Wir verstehen uns als eine Stadt", verdeutliche der Rathauschef. Es sei keine Kritik an der Stadt, versicherte ein Vertreter der Initiative, man wollte einfach den Ideen und Anregungen durch Unterschriften, 282 kamen zusammen, mehr Gewicht verleihen: "Wenn Sie das in den falschen Hals bekommen haben, bedauern wir das."

Es gehe ihnen um mehr Sicherheit im Straßenverkehr, machten die passionierten Radfahrer deutlich, als Punkt für Punkt im umfangreichen Katalog der Initiative (wir berichteten) abgearbeitet wurde. Mußler verwies auf den Ausbau des Radwegs nach Muggensturm, der Ende März beginnen soll und die Verbindung Richtung Haueneberstein, für die man viele Jahre gekämpft habe. Der Umbau der Förcher Kreuzung zu einem Kreisel soll möglichst noch in diesem Jahr starten. Dass der Radweg nur bis zum künftigen Kreisel führen wird, wie die Radfahrer kritisch einwarfen, liege daran, dass das Land keine Grundstücke kaufe, die mit PFC verunreinigt sind, sagte Mußler. Dennoch werde es einen Anschluss des Radwegs nach rechts Richtung Schloss und dann übers Förcher Feld geben. "Der Anschluss war uns wichtig. Alles, was auf den Gemarkungen Kuppenheim und des Landkreises machbar ist, wird umgesetzt", so Mußler in dem Fall.

Die Idee, die Favoritestraße als Fahrradstraße (mit dem Zusatzschild "Kfz-Verkehr frei") auszuweisen, habe bereits für Aufregung bei Bürgern im "Zellerwiesen"-Gebiet gesorgt, informierte Mußler. Die Favoritestraße passierten täglich rund 4 000 Fahrzeuge, darunter Pendlerverkehr zum Presswerk. "Aus unserer Sicht ist es aussichtslos, so etwas zu beantragen", betonte Peter Müller, Fachbereichsleiter Bürgerdienste und Bildung. Dass das Überfahren der Gehwege in der Favoritestraße für Autos verhindert werden sollte, sieht die Stadt allerdings ebenso. Hier besteht die Überlegung, Pfosten aufzustellen, dies müsse aber noch bei der Klausurtagung des Gemeinderats besprochen werden. Der Anregung der Initiative, Hauptverkehrsadern mit Radschutzstreifen zu versehen, hielt Mußler das Verkehrsaufkommen in der Innenstadt entgegen. Täglich quälen sich allein 15 000 Fahrzeuge durch die Friedrichstraße, darunter auch viele Lkw. "Ohne eine Ortsumfahrung tun wir uns schwer, solche Maßnahmen umzusetzen", meinte das Stadtoberhaupt gerade mit Blick auf die Sicherheit der Radfahrer. Zudem ist das Regierungspräsidium für die Landesstraßen zuständig. Nichts hält Mußler davon, dass die Knöpfestadt Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg wird, wie von der Initiative angefragt. "Wir sehen keinen Mehrwert", ergänzte Müller. Allerdings habe die Stadt schon Schulungen der Arbeitsgemeinschaft besucht. Das sei effizienter. Auch einer 50-Prozent-Stelle Radverkehrsbeauftragter erteilte Mußler eine Absage: "Dafür ist Kuppenheim zu klein und die Verwaltung ohnehin schon am Anschlag." Im Landkreis Rastatt gebe es jedoch zwei entsprechende Vollzeitstellen, die die Knöpflestadt ja auch über die Kreisumlage mitbezahle.

Weitere Themen waren die Einfahrt zum Lidl-Parkplatz, die unbefriedigende Radverkehrsführung im Bereich der Schienen am Bahnhof, die fehlende Beleuchtung außerorts des Radwegs zum Unimog-Museum an einer kritischen Stelle sowie die Ringstraße.

Bürgermeister Mußler bot an, einige der angesprochenen Punkte bei der nächsten Verkehrsschau mit den Fachleuten aufzunehmen und zeigte sich offen für weitere Gespräche mit der Initiative. Peter Müller nannte die Initiative eine Bereicherung. Es sei gut, eine Gruppe in Kuppenheim zu haben, mit der man sich über diese Themen austauschen könne.

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