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"Im Innenstadt-Handel
'Im Innenstadt-Handel
30.01.2019 - 00:00 Uhr
Rastatt (dm) - Dass die Rastatter Innenstadt attraktiver werden soll, darin ist man sich ja einig. Wie man die Prioritäten setzt, darüber wurde im Gemeinderat am Montagabend aber wieder lange diskutiert - hauptsächlich über das Dauerthema Parkplätze. Anlass waren die Empfehlungen des Stadtmarketingausschusses vom vergangenen November, die auf gemeinsamen Vorschlägen des Gewerbevereins RA³ und der Stadtverwaltung beruhten.



Die Verwaltung soll nun die dabei vorgelegten Vorschläge zur gestalterischen Attraktivierung prüfen. Im Raum stehen die Errichtung eines Mehrzweck-Pavillons auf dem Marktplatz, in dem eine Gastro-Insel und/oder Handel sowie mobile Freizeitangebote untergebracht werden können, Veranstaltungen wie ein "Abendmarkt" im Sommer sowie eine Aufwertung des Platzes etwa durch Blumen, Sitzgelegenheiten und Beleuchtung. Und zum Thema Parken:

Die Verwaltung soll Lösungen prüfen, wo die Marktbeschicker ihre Autos abstellen können, damit diese keine Plätze für Kunden blockieren,

noch offene rechtliche Fragen klären, damit künftig zwei Stunden lang kostenfrei in der Tiefgarage der Badner Halle geparkt werden kann (dies könnte dann frühestens ab April eingeführt werden),

nach Parkscheinautomatensystemen mit geeignetem Bezahl- und Überwachungssystem recherchieren.

Beschlossen wurde das am Ende einstimmig. Doch welche Rolle spielt das Parkplatzthema überhaupt in der aktuellen Situation? Eine entscheidende, wie die CDU-Fraktion sagt. Franz-Josef Klagmann verwies auf eine Untersuchung in Deutschland, derzufolge diese Frage bei Innenstadtbesuchern an erster Stelle stünden. "Im Handel in der Innenstadt brennt die Hütte", plädierte er für entsprechende Weichenstellungen. Mathias Köppel stellte für die Unionsfraktion den Antrag, die Einführung der "Willkommenstaste" (30 Minuten Gratis-Parkzeit) in Rastatt ab dem frühestmöglichen Zeitpunkt einzuführen. Ohne belastbare Daten (etwa die Kosten) wollte die Ratsmehrheit das so jedoch nicht beschließen und verwies das Thema nach einem Geschäftsordnungsantrag des OB zur Beratung in den Ausschuss zurück. Dass die CDU mit dem subjektiven Empfinden der Innenstadtbesucher argumentierte, kritisierte SPD-Fraktionsvorsitzender Joachim Fischer. Rastatt habe kein Parkplatzproblem, betonte er (siehe auch die freien Plätze in der Tiefgarage Badner Halle). Das Problem bestehe in den Köpfen einiger Autofahrer.

"Die Innenstadt kollabiert", mahnte indes Karl-Ludwig Hauns (FW) an, dass man die "Willkommenstaste" brauche. "Wir wollen die Menschen aber länger in der Stadt halten", entgegnete Fischer. Auch Roland Walter (Grüne) sieht in der 30-Minuten-Taste eine "Fiktion", deren Auswirkungen nicht feststünden und am Ende kontraproduktiv sein könnten. Wenn man die zu beobachtende Abwärtsspirale stoppen wolle, sei das Parken gerade nicht das zentrale Thema, so Walter - sondern Aufenthaltsqualität und Angebote, die belebt werden müssten ("wo die Sparkasse steht, gehört ein Warenhaus hin"). Eine Mitverantwortung liege hier auch bei Immobilienbesitzern. Michael Weck (SPD): Würde die Stadt Immobilien in der City aufkaufen, habe man selbst die Steuerungsmöglichkeiten.

"Schuldzuweisungen helfen nicht weiter", mahnte indes RA³-Vorsitzender Thomas Richers. Persönlich hätte er auch gerne eine autofreie Innenstadt, "aber das schaffen wir hier noch nicht". Der Gewerbeverein sei bereit, am Mobilitätskonzept mitzuwirken, doch der Handel habe keine fünf Jahre Zeit, darauf zu warten. Man müsse an den Stellschrauben drehen, die man derzeit zur Verfügung habe.

Was OB Hans Jürgen Pütsch in der Diskussion mit Blick auf die Außenwirkung ärgert: Dass immer die schlechten Dinge gesucht würden, anstatt positiv nach vorne zu denken - "auch da sind uns andere Städte vielleicht voraus".

Als Richtlinie für die weitere Attraktivierung wurden des Weiteren die Empfehlungen im Einzelhandelskonzept der Imakomm Akademie GmbH übernommen, die ebenfalls im November präsentiert worden waren (wir berichteten). Dazu zählen: Neue Besuchsanlässe für die Innenstadt schaffen, Führung von Fußgängerströmen, Beschilderung und Beleuchtung verbessern.

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