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Schnellere Hilfe im Notfall
02.02.2019 - 00:00 Uhr
Von Anja Groß

Rastatt - "Wir haben die Sicherheit für die Menschen in unserer Region erhöht", fasste Landrat Jürgen Bäuerle die allgemeine "Geburtstags-Gefühlslage" in Worte: Dass vor zehn Jahren mit der Einrichtung der Integrierten Rettungsleitstelle (ILS) im Landratsamt Rastatt die Bündelung von Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz gelungen ist, darauf blickten alle Redner bei der gestrigen Feierstunde mit Stolz und Zufriedenheit. Und mit der Integration der Feuerwehrleitstelle Baden-Baden, die ab 2020 geplant ist, sind auch die Weichen für die Zukunft gestellt.

Die ILS ist die zentrale Schnittstelle in der Rettungskette, ab 2020 dann für 280 000 Menschen in Mittelbaden zuständig. "Hilfeersuchen, die über die europaweite Rufnummer 112 eingehen, werden dann zentral aus einem Raum koordiniert", freute sich Felix Brenneisen, Vorstand des DRK-Kreisverbands Bühl-Achern. Informationsverluste sollen durch die Notrufbearbeitung an einem Standort weiter reduziert werden - was insgesamt zu schnellerer Hilfe für Betroffene führe.

2018 hat die ILS mehr als 76 000 Einsätze von Rettungsdienst und Krankentransport, rund 3 000 Feuerwehreinsätze sowie 14 000 sonstige Aufträge und Dienstleistungen disponiert. Sie ist rund um die Uhr mit mindestens zwei Personen besetzt. Das Team besteht insgesamt aus 20 Disponenten. Diese haben auch einen Überblick über Bergwacht, Schnelleinsatzgruppen, psychosoziale Notfallversorgung oder ehrenamtliche Kräfte, die bei Bedarf entsprechend angefordert werden können.

Dabei waren die Anfänge nicht einfach, wie Bäuerle und Brenneisens Vorgänger Peter Ostermeyer sich erinnerten. Die Standortfrage war lange Zeit ein Knackpunkt, ebenso die Frage der Finanzierung der Investitionskosten oder die Qualifikationsprofile des Leitstellenpersonals. Und auch die mittlerweile beschlossene Integration der Feuerwehrleitstelle Baden-Baden bedurfte einer langen Vorbereitungszeit - erste Gespräche darüber gab es bereits 2009.

Die Verkürzung von Alarmierungs- und damit Einsatzzeiten sowie der schnelle Aufbau einer zentralen Steuerungsgruppe bei Großlagen (NATO-Gipfel in Baden-Baden im März 2009) oder in Katastrophenfällen seien die großen Vorteile, was letztlich den Menschen zugutekomme. Das sehe man auch in Baden-Baden so, erklärte Bürgermeister Roland Kaiser, auch wenn es gleichzeitig Abschied von einem Stück Eigenständigkeit bedeute. Doch: "Wir werden damit robuster und personell stabiler aufgestellt sein."

Die Integration der kurstädtischen Feuerwehrleitstelle, für die rund 1,8 Millionen Euro investiert werden müssen, laufe. Die Möbel in der ILS stehen schon. Mitte des Jahres soll der Testbetrieb starten. Derzeit werden Einsatzleitsysteme in den Leitstellen überprüft, synchronisiert und neu hinterlegt. Zudem erarbeitet die Projektgruppe ein übergreifendes Gefahrenabwehrstufenkonzept.

Und weitere Herausforderungen für die ILS kündigen sich ebenfalls bereits an, wie Harald Röcker, Geschäftsführer der AOK Mittlerer Oberrhein, skizzierte: Die Frage beispielsweise, wo automatisch von Autos abgesetzte Notrufe auflaufen - oder wie es gelingt, qualifiziertes Personal zu gewinnen.

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