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Alemannische Fastnacht ist Trumpf
09.02.2019 - 00:00 Uhr
Von Yvonne Hauptmann

Ötigheim - Zur Tradition geworden ist inzwischen der Umzug, den die Narrenzunft Etjer Mühlenjockel am Sonntag vor dem Schmutzigen Donnerstag veranstaltet - in diesem Jahr wird er zum zweiten Mal als "Narrensprung" deklariert und findet am Sonntag, 24. Februar, ab 13.30 Uhr auf den Straßen rund um den Ötigheimer Rathausplatz statt. Um die Sicherheit der Umzugsteilnehmer und -besucher zu gewährleisten, wurde ein umfangreiches Konzept erstellt. Anbei einige Fragen und Antworten zum Umzug.



Warum wird der Ötigheimer Fastnachtsumzug seit zwei Jahren "Narrensprung" genannt?

Mit der Umbenennung ist auch eine organisatorische Änderung verbunden. Seit dem letzten Umzug im Jahr 2017 wollen die Mühlenjockel, die Veranstalter sind, den Fokus auf Fußgruppen legen, die sich der schwäbisch-alemannischen Fastnachtstradition verpflichtet fühlen. Motorisierte Gruppen, mit lauten Musikanlagen und viel Getöse auf großen Umzugswagen, sind nicht mehr zugelassen. "Wir wollen unsere Besucher und auch die anderen Umzugsteilnehmer vor allzu großer Lautstärke schützen. Außerdem geht von den großen Fahrzeugen auch immer eine gewisse Gefahr aus", sagt Peter Späth, Oberzunftmeister der Mühlenjockel. Wie Schriftführerin Adelheid Sowa erläutert, wird unter "Narrensprung" in der schwäbisch-alemannischen Fastnacht ein Umzug bezeichnet, an dem Hästräger mit Holzmasken zu Fuß teilnehmen.

In welchem Turnus findet der Narrensprung im Telldorf statt?

Alle zwei Jahre. Wobei der nächste Umzug erst für 2023 geplant ist: Dann wird die Mühlenjockel-Zunft 22 Jahre alt.

Gibt es ein Rahmenprogramm zum Umzug?

Auf dem Rathausplatz wird ein Narrendorf aufgebaut, die örtlichen Vereine sorgen für ein abwechslungsreiches kulinarisches Angebot. Auch entlang der Umzugsstrecke gibt es Verpflegungsstationen. Die teilnehmenden Guggenmusiken heizen den Besuchern auch nach dem Umzug im Narrendorf ein.

Wo verläuft die Umzugsstrecke?

Startpunkt ist am Rathausplatz, von dort geht es über Wilhelm-Tell-Straße, Bahnhofstraße, Kreuzstraße, Rastatter Straße und Hindenburgstraße wieder zurück auf den Platz vor dem Rathaus.

Die Rastatter Straße und einige ihrer Seitenstraßen werden derzeit noch umfassend saniert. Ist die Baustelle bis zum Umzug geräumt?

"Wir hoffen es", sagt Ehrenzunftmeister Peter Späth. In der jüngsten Sitzung des Ötigheimer Gemeinderats wurde von Bürgermeister Frank Kiefer auf eine entsprechende Nachfrage aus dem Gremium versichert, dass man die Strecke auf jeden Fall so herrichten werde, dass der Umzug dort stattfinden kann.

Wie viele Gruppen nehmen teil und woher kommen sie?

Insgesamt nehmen 68 Gruppen teil, sie stammen aus der Region, aber auch aus dem Schwäbischen oder aus der Pfalz. Auch aus dem Schwarzwald reisen viele Zünfte an. Laut Peter Späth und Adelheid Sowa hat man auch hier sehr viel Wert auf Vielfältigkeit gelegt: "Wir wollen nicht nur Hexengruppen haben, sondern eine möglichst große Bandbreite an Masken zeigen", so Späth. Sowa fügt an, dass die Zahl der Anfragen immens war: "Bestimmt 140 oder 160 Gruppen haben Interesse bekundet, wir haben also mehr als der Hälfte abgesagt. Schließlich müssen wir die Veranstaltung auch noch bewältigen können." Unter den Zünften, die mitlaufen, finden sich elf Guggenmusiken. So viele wie noch nie. Neu in der Aufstellungsliste finden sich etwa die Original Baisinger Narren aus der Nähe von Rottenburg am Neckar. Sie reisen mit 65 Teilnehmern an. Und auch die Scheirerborzler, eine Guggenmusik aus Spöck, sind neu dabei. Angeführt wird der Umzug von den Lokalmatadoren des Musikvereins Ötigheim und auch andere Gruppen aus der Gemeinde laufen mit.

Gibt es ein Sicherheitskonzept für den Narrensprung und wie will man Problemen mit Randalierern und alkoholisierten Umzugsbesuchern, die es in der Vergangenheit bei ähnlichen Veranstaltungen gab, vorbeugen?

Die Mühlenjockel haben von einem Profi ein umfangreiches Sicherheitskonzept erarbeiten lassen. Ein Securityservice ist engagiert, die Kräfte werden für den Narrensprung in diesem Jahr im Vergleich zu 2017 verdoppelt. Die Umzugsstrecke wird abgeriegelt, an den Eingängen finden Taschenkontrollen statt. Das Mitbringen von Alkohol ist nicht gestattet. Auch an den Verpflegungsstationen oder im Narrendorf werden keine "harten Sachen" ausgeschenkt. Die Gespräche mit Polizei, Feuerwehr, DRK, THW und anderen Beteiligten laufen. Außerdem sollten HaLT-Teams im Einsatz sein, um besonders alkoholisierte Jugendliche in den Fokus zu nehmen. "Wir hoffen, dass es keinen Ärger gibt", sagt Späth.

Wie können die Umzugsbesucher anreisen?

Die Mühlenjockel rechnen mit rund 2 000 bis 2 500 Hästrägern und einer Vielzahl von Besuchern. Zu einem Problem könnte der Öffentliche Nahverkehr werden: Der Ötigheimer Bahnhof wird am Umzugstag wegen einer Streckensperrung nicht von den Straßenbahnen des KVV angefahren, es gibt aber einen Schienenersatzverkehr. Man sei im Gespräch, dass Busse in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Der KVV habe Bereitschaft signalisiert.

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