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Gemeinschaftsschule steht vor dem Aus
12.02.2019 - 00:00 Uhr
Von Markus Koch

Bietigheim - Erst 2016 wurde die Gemeinschaftsschule in Bietigheim eingerichtet, nun kündigt sich bereits ihr Ende an. Zum einen sind die Anmeldungen rückläufig, zum anderen wird dringend ein neues Gebäude für die wachsende Zahl an Grundschülern benötigt. Diese werden aller Voraussicht nach in ein paar Jahren in der Gemeinschaftsschule unterrichtet. Der Gemeinderat wird über die weitere Vorgehensweise am Dienstag, 26. Februar, beraten. Da Bürgermeister Constantin Braun auf reges Interesse hofft, wird die Sitzung im Bürgerzentrum stattfinden.

Bereits am 5. Februar hatte sich das Gremium nichtöffentlich mit dem Thema befasst, am vergangenen Donnerstag wurde das Kollegium im Rahmen der Gesamtlehrerkonferenz informiert, am Abend zudem nichtöffentlich die Elternvertreter.

Bürgermeister Constantin Braun erläutert im BT-Gespräch die Hintergründe der Entwicklung. Bereits 2016 habe sich der Gemeinderat im Rahmen einer Klausurtagung mit den großen Investitionen der nächsten fünf bis zehn Jahre befasst und in diesem Zusammenhang auch die Gebäude näher unter die Lupe genommen. Die Grundschule in der Wilhelmstraße wurde 1950/51 erbaut, für Schulgebäude werde eine Nutzungsdauer von 60 Jahren angesetzt, verdeutlicht der Rathauschef. Also wurde Architekt Andreas Fritz damit beauftragt, "etwas näher auf die Grundschule draufzuschauen", so Braun: Je mehr der Architekt ins Detail ging, "umso dramatischer wurde es". So wurde festgestellt, dass die Traglast der Deckenkonstruktion abgenommen hat und das Gebäude statische Probleme besitzt. Laut Fritz ist die Schule nicht mehr zu sanieren. "Die Statik der Grundschule wird alle paar Monate überprüft, das Gebäude ist sicher. Wenn auch nur die klitzekleinste Gefahr bestünde, dann würden wir alle Kinder sofort rausnehmen", betont der Bürgermeister.

Gleichwohl bestehe "dringender Handlungsbedarf". Laut Architekt Fritz könne die Grundschule noch etwa zwei bis vier Jahre genutzt werden. Zunächst habe er sich um Fördermittel für einen Grundschulneubau bemüht, berichtet Braun. Er sei am 24. Oktober vergangenen Jahres eigens nach Stuttgart zu Kultusministerin Susanne Eisenmann gefahren, um ihr persönlich den Sachverhalt zu erläutern.

Das Antwortschreiben aus dem Ministerium machte dann die Neubau-Pläne zunichte. Die Einrichtung der Gemeinschaftsschule in Bietigheim sei damals "trotz deutlicher Vorbehalte" im Hinblick auf die Anmeldungen genehmigt worden, heißt es dort. Zudem befänden sich in der Umgebung von Bietigheim vier weitere Gemeinschaftsschulen, heißt es weiter.

Im Jahr 2016 wurden laut Braun 26 Kinder an der Gemeinschaftsschule angemeldet, 2017 waren es 20 und im Vorjahr 17. Werden weniger als 16 Schüler für die fünfte Klasse angemeldet, steht der Betrieb einer Schule auf der Kippe. Organisatorisch werden die Grundschule und die Gemeinschaftsschule im Verbund geführt.

"Das Kultusministerium verlangte den Nachweis von 26 bis 28 Anmeldungen für die Gemeinschaftsschule über mehrere Jahre hinweg als Voraussetzung dafür, um Fördermittel für den Neubau einer Grundschule zur Verfügung zu stellen", erläutert Braun. Ohne Fördermittel könne die Gemeinde jedoch einen Neubau nicht stemmen.

Neben dem baulichen Zustand der Grundschule ist die Gemeinde aber auch im Hinblick auf den Raumbedarf in der Bredouille, da die Bevölkerung kontinuierlich wächst und es in der Ortsmitte kein Erweiterungspotenzial gibt. Im Jahr 2005 gab es 42 Geburten in Bietigheim, 2010 wurden über 50 Neubürger registriert, im Vorjahr über 60.

Wie es nun mit der Gemeinschaftsschule weitergeht und vor allem wie lange, ist offen. Die Verwaltung hat bereits Gespräche mit dem Schulamt geführt, der Gemeinderat wird auch darüber beraten. Wolfgang Held, Leiter des Staatlichen Schulamts in Rastatt, hält sich auf BT-Anfrage bedeckt: "Ich habe bisher nur an nichtöffentlichen Sitzungen teilgenommen und äußere mich deshalb nicht. Ich kann nur so viel sagen, dass es ernsthafte Überlegungen gibt, die Gemeinschaftsschule zu schließen."

Andreas Koßmann, Leiter der Gemeinschaftsschule, berichtet mit Hinweis auf die Nichtöffentlichkeit der Gesamtlehrerkonferenz nicht über die Reaktion der Lehrer. Aktuell zählt die Gemeinschaftsschule in den Klassen fünf bis sieben 63 Kinder, in den Klassen acht bis zehn 55. Hinzu kommen zehn inklusiv beschulte Kinder.

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