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"Heimspiel" in Rheinauhalle für Weltklassemusiker
'Heimspiel' in Rheinauhalle für Weltklassemusiker
12.02.2019 - 00:00 Uhr
Au am Rhein (HH) - Sucht man nach Verbindungen des Dorfs Au am Rhein mit der großen, weiten Welt, so finden sich natürlich einige Auswanderer und auch ortsansässige Firmen, die Geschäftsbeziehungen in fremde Länder unterhalten. Doch fündig wird man auch ganz woanders. Es gibt zwei in Au aufgewachsene Musiker, die Linien über den ganzen Globus ziehen: die Brüder Claudio und Oscar Bohorquez. Ihre schwer zu übertreffende Internationalität ist schon bei den Eltern angelegt, die aus Südamerika stammen.





Der Vater kommt aus Peru, die Mutter aus Uruguay, beide sind Berufsmusiker. Ihre Studienzeit verschlug sie nach Deutschland, wo 1976 Claudio und 1979 Oscar geboren wurde. 1982 zog die junge Familie nach Au am Rhein. Der Vater, Oscar Bohorquez senior, hatte als Solofagottist ein Engagement bei der Badischen Staatskapelle im Staatstheater in Karlsruhe bekommen. Die Mutter Ana Maria Campistrus wurde als Pianistin und Klavierlehrerin auch in der Region schnell ein Begriff. Bei den Konzertfreunden Hardt war sie viele Jahre lang für die Programmgestaltung verantwortlich. Ana Maria Campistrus lebt bis heute in Au. Sie fühlt sich hier wohl, wie bei einem Pressegespräch im Rathaus zu spüren war, wo sie mit Bürgermeisterin Veronika Laukart und dem Vorsitzenden des Fördervereins Dorfjubiläum, Walter Hettel, auf ein Ereignis mit Seltenheitswert einstimmte.

Am Sonntag, 31. März, 18 Uhr, geben der Cellist Claudio Bohorquez und sein Bruder, der Geiger Oscar Bohorquez, gemeinsam mit ihrer Mutter ein Klassik-Konzert in der Rheinauhalle. Anlass ist das Jubiläum "1200 Jahre Au am Rhein", das in diesem Jahr begangen wird. Die Mitwirkung im Festjahr scheint der Familie eine Herzensangelegenheit zu sein. "Wir haben uns sehr gefreut, dass wir etwas beitragen können", dankte Campistrus für die vom Förderverein initiierte Anfrage.

Die Verbundenheit mit der Gemeinde wurde ihren Schilderungen zufolge früh gefestigt. Der damalige Bürgermeister Hartwig Rihm habe mit der Kommune die Ausbildung der Söhne vor allem bei der Instrumentenbeschaffung unterstützt, berichtete Campistrus beim Pressetermin. Genauso wichtig für die Talententfaltung sei eine unkonventionelle Förderung auf Schulebene durch Hermann Kölmel gewesen, der seinerzeit Rektor der Durmersheimer Realschule war, die beide Söhne besuchten. Neben den Söhnen gibt es noch eine Tochter, die als Grafik-Designerin in ein anderes künstlerisches Fach abgewandert ist.

Die Brüder haben eine weltumspannende Karriere, sind ständig unterwegs. "Ich bin froh, wenn sie an Weihnachten nach Au kommen", lässt die Mutter die Folgen des Erfolgs ahnen. Claudio Bohorquez gilt laut seiner Homepage als "einer der gefragtesten Cellisten unserer Zeit". Der Terminkalender bestätigt es. Am 26. Februar spielt er in der Berliner Philharmonie, am 5. März startet im Metropolitan Museum of Art in New York eine Tournee mit dem berühmten Scharoun-Ensemble durch die USA. Im April tritt er in Baden-Baden auf, im September in Zermatt. Der Cellist hat mit dem Philharmonischen Orchester von Radio France musiziert, mit der Academy St. Martin in the Field in England oder dem Tokyo Philharmonic Orchestra. Er gab Gastspiele in Puerto Rico, Warschau, Jerusalem.

Nicht weniger global verlief die Laufbahn seines Bruders Oscar. Vor zehn Jahren hatte er sein Debüt als Solist beim London Philharmonic Orchestra. Schon am Beginn seines Werdegangs erkannte Stardirigent Christoph Eschenbach in ihm "einen der vielversprechendsten jungen Geiger. Bohorquez junior studierte in Philadelphia und Wien.

Als Wohnsitze gibt Oscar Bohorquez auf seiner Homepage Paris, Sao Paulo und Karlsruhe an. Gemeint ist wohl Au am Rhein, das kleine Dorf, das sich mit seiner Rheinauhalle demnächst ins weltumspannende Netz klangvoller Orte und Säle einknüpfen darf.

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