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Durmersheim erweitert Villa Sonnenschein
Durmersheim erweitert Villa Sonnenschein
15.02.2019 - 00:00 Uhr
Von Helmut Heck

Durmersheim - Mit einem Anbau an die Villa Sonnenschein in der Weißenburger Straße soll die steigende Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren erfüllt werden. So wurde es am Mittwoch im Durmersheimer Gemeinderat entschieden. Damit wurde aus verschiedenen von der Verwaltung konzipierten Varianten die größte ausgewählt, die mit einer Kostenschätzung von knapp 900 000 Euro die teuerste ist. Dadurch können 40 zusätzliche Plätze geschaffen werden.

Hauptamtsleiterin Sandra Hertweck hatte die Unterlagen ausgearbeitet. Sie enthielten insgesamt drei Vorschläge mit teilweise unterschiedlichen Planmöglichkeiten. Sie betrafen alle die Villa Sonnenschein. Günstigste Option wäre mit Kosten von bis zu 165 000 Euro der Umbau des Mehrzweckraums zu zwei Gruppenräumen gewesen. Ferner wurde die Teilung bestehender Gruppenräume erwogen, was mit rund einer halben Million Euro veranschlagt war. Hertweck legte auch eine Kostenkalkulation pro Betreuungsplatz vor. In dieser Aufstellung lagen die Beträge bei 11 500 Euro für die kleine, 20 792 Euro für die mittlere und 22 213 Euro für den Anbau.

Die Verwaltung bevorzuge die große Lösung, teilte die Amtsleiterin mit. Bürgermeister Andreas Augustin ging davon aus, dass man sich mit dieser Variante auf längere Zeit keine Sorgen mehr wegen fehlender Krippenplätze machen müsse. Die Kapazitäten könnten dann bis zu zehn Jahre reichen, hieß es in den Sitzungspapieren. Als weiteren Grund für einen Anbau nannte Augustin das Votum der Erzieherinnen, die sich gegen die Teilung von Räumen und den Wegfall des Mehrzweckraums, der vor allem als Bewegungsraum diene, ausgesprochen hätten.

Bedenken von Stephen Jung (CDU), der künftige große Gebäudekomplex mit hoher Kinderzahl könnte den Betrieb beeinträchtigen, teilte Augustin nicht. Die Villa Kunterbunt in der Schwarzwaldstraße sei heute schon größer. Die Erweiterung der Villa Sonnenschein könnte bis Herbst 2020 realisiert werden.

Übergangsweise hofft man auf die Unterstützung durch Tagesmütter. Zu diesem Zweck ist geplant, das Gemeindehaus in der Kirchstraße 5 in Würmersheim für Interessentinnen nutzbar zu machen, die nicht über ausreichende eigene Räume verfügten.

Wie Rechnungsamtsleiter Hans Franzen erklärte, werde die Finanzierung des Anbaus in der Villa Sonnenschein wohl eine Darlehensaufnahme erfordern. Ungewiss ist, wie viel Geld das Land beisteuern wird. In den Unterlagen war der Zuschuss auf 280 000 Euro taxiert. Das von der Landesregierung aufgelegte aktuelle Förderprogramm ist allerdings ausgeschöpft, hieß es.

Der Bürgermeister hielt es für "unannehmbar", wenn die Gemeinde ihre Aufgabe erfülle, aber kein Geld bekommen würde. "Das kann nicht sein", informierte Augustin, dass er diesbezüglich ein Schreiben an Ministerpräsident Winfried Kretschmann vorbereitet habe.

Neben der Vergrößerung des Kindergartens schlug die Verwaltung auch vor, den Bau eines Familienzentrums in Würmersheim anzugehen, das als Kombination von Schülerhort und Krippe nördlich der Grundschule entstehen könnte. Die Empfehlung wurde vom Gemeinderat ebenfalls angenommen. Es werde aber mindestens sechs Jahre dauern, "bis man was sieht", stimmte die Hauptamtsleiterin auf einen langen Vorlauf für das Projekt ein.

Der Beschluss für den Sonnenschein-Anbau und den Einstieg in das Vorhaben Familienzentrum wurde im Paket gefasst. Er erfolgte einstimmig, wonach es in der Diskussion zunächst nicht ausgesehen hatte. Denn Helmut Schorpp (CDU) hatte in der Beratung noch gewünscht, das Familienzentrum "so schnell wie möglich" zu realisieren und statt eines Anbaus den Mehrzweckraum im Kindergarten umzubauen.

Für alle anderen war schnell klar, dass "nur ein Anbau in Frage kommt", meinte Jürgen Kniehl (FWG). Gemeinderat Werner Hermann (SPD) rechnete damit, dass es "wahrscheinlich eine Million kostet", dies sollte es "uns wert sein". Das Geld für den Anbau werde "gut angelegt, war sich Wolfgang Klett (CDU) sicher, "alles andere wäre Flickschusterei". Und Rolf Enderle (BuG) sah gleichfalls "nur die große Lösung".

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