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Steigende Herausforderungen
Steigende Herausforderungen
19.02.2019 - 00:00 Uhr
Rastatt (yd ) - In einem waren sich die Teilnehmer des Treffens zwischen den Leitern der Förderschulen im Landkreis Rastatt und den Landtagsabgeordneten der Region gestern einig: Wenn eine Premiere so glückt, dann schreit sie nach einer Wiederholung. Beraten wurde darüber, wie es den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren, oder kurz: SBBZ (so heißen die Sonderschulen seit einiger Zeit offiziell), geht, welche Sorgen und Nöte sie plagen und an welchen (landespolitischen) Stellschrauben gedreht werden kann, um die Situation vor Ort zu verbessern.

Der Landkreis Rastatt ist Träger von fünf SBBZ. Die Augusta-Sibylla-Schule Rastatt, die Erich-Kästner-Schule Gaggenau und die Rheintalschule Bühl haben den Förderschwerpunkt Lernen, die Pestalozzischule Rastatt nimmt die geistige Entwicklung in den Fokus und die Astrid-Lindgren-Schule Iffezheim ist mit dem Förderschwerpunkt Sprache ausgestattet. Hinzu kommen noch weitere SBBZ in privater Trägerschaft (Alexia-Schule Rheinmünster, Heinz-von-Förster-Schule Rastatt, Mooslandschule Ottersweier).

Bei dem Treffen, das gestern im Landratsamt stattfand, berichteten die Schulvertreter von den gestiegenen Herausforderungen der vergangenen Jahre: Die Schülerzahlen in den SBBZ im Landkreis steigen seit einiger Zeit wieder an - und das, obwohl gerade die Schüler mit geringem Förderbedarf im Zuge der Inklusion seit einigen Jahren vermehrt Regelschulen besuchen. Für die Förderschulen heißt das: Ihre Schülerzahlen bleiben gleich oder steigen - und die Schüler, die sie betreuen, benötigen intensivere Unterstützung. Hinzu kommt, dass die Zahl der Kinder und Jugendlichen an den SBBZ, die mehr als einen festgestellten Förderbedarf haben, zunimmt. Regelungen, wie eine Förderschule einen Bedarf, der nicht durch ihr Portfolio abgedeckt wird, erfüllen kann, fehlen. Ein Beispiel: Ein Schüler mit einer Lernbehinderung besucht die Augusta-Sibylla-Schule. Zudem hat er sprachliche Defizite, für die aber die Astrid-Lindgren-Schule zuständig ist. Wie kann dem Schüler also geholfen werden? Die Forderung der Schulleiter: "Wir brauchen Projekte, die uns Kooperationen erleichtern", sagte Jochen Boos, Konrektor der Augusta-Sibylla-Schule.

Konkret mangle es auch an Lehrerstellen- und -deputaten. Auf dem Papier seien die Ausfallstunden an den SBBZ minimal. Das spiegle aber nicht die Realität wieder, meinte Ulrike Jasse, Leiterin der Lindgren-Schule. "Wir können unsere Schüler nicht nach Hause schicken. Fällt eine Stunde aus, wird sie von einer anderen Lehrkraft gehalten. Die Qualität aber leidet darunter."

Von den anwesenden Landtagsabgeordneten Thomas Hentschel (Grüne), Sylvia Felder (CDU), Tobias Wald (CDU) und Jonas Weber (SPD) gab es zunächst viel Lob für die Arbeit der SBBZ. Dass die Schülerzahlen trotz Inklusion konstant blieben, sei ein Zeichen für das große Vertrauen der Eltern in die Förderschulen. Was die Zahl der Deputate betrifft, so seien oft ausreichend Stellen vorhanden, betonte Felder, "allerdings haben wir ein Personalproblem. "Wir haben einen Lehrermangel - auch im Bereich der SBBZ", sagte sie und sah Lösungsmöglichkeiten in der Erhöhung der Studienplatzzahl und darin, vermehrt unter Hauptschullehrern für Fortbildungen zum Sonderschuldienst zu werben.

Kritik kam von den Schulleitern auch am steigenden Bürokratieaufwand. Die Landtagsabgeordneten versprachen, dass sich hier mit dem in Planung befindlichen Schulleiterstärkungsgesetz sowie mit einem neuen Ganztagsschulkonzept, über das auf landespolitischer Ebene aber noch Uneinigkeit herrscht, Erleichterung geschaffen werden könnte.

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