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Opfer mit Messer schwer verletzt
Opfer mit Messer schwer verletzt
27.02.2019 - 00:00 Uhr
Rastatt (mo) - Die Tat hatte vor einem halben Jahr in Rastatt für einiges Aufsehen gesorgt. Mit dem Messer fügte ein 30-Jähriger einem ihm völlig unbekannten Mann eine zwölf Zentimeter lange und ein Zentimeter tiefe Stichverletzung am Hals zu. Doch unmittelbar nach der Tat entschuldigte er sich.





Es liege eine Verwechslung vor, meinte er und nannte seinen Name und die Adresse. Die Staatsanwaltschaft ging in der Sache ursprünglich sogar von einem versuchten Tötungsdelikt aus. Haftbefehl wurde erlassen.

Doch schließlich erhob man Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung.

Vor dem Schöffengericht fand nun die Verhandlung statt und der Beschuldigte wurde hierfür zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Die Strafe wurde auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Als Bewährungsauflage muss der 30-Jährige 200 gemeinnützige und unbezahlte Arbeitsstunden ableisten. Daneben verhängte das Gericht noch wegen Erwerbs und Besitzes von Betäubungsmitteln eine Geldstrafe von 3 500 Euro.

Der Staatsanwalt hielt eine zweieinhalbjährige Haftstrafe für eine angemessene Sanktion. Der Beschuldigte zeigte sich vor Gericht weitgehend geständig. Das Geschehen tue ihm sehr leid. Er sei auch zur Zahlung eines Schmerzensgelds von 5 000 Euro bereit.

Am 19. August 2018 in später Nacht, gegen 3 Uhr, hat er stark alkoholisiert und bekifft Kontakt zu einem ihm bekannten Pärchen aufgenommen. Hierbei wurden die Whats-App-Nachrichten von beiden Seiten immer aggressiver und beleidigender. Der Angeklagte will als "Hurensohn" tituliert worden sein, was ihn in Rage versetzte. Er forderte schließlich vor dem Anwesen in der Baumeisterstraße den Beleidiger lautstark auf, runter zu kommen, um ihn zur Rede zu stellen.

In dieser aufgeladenen Situation tauchte nun auf der Straße nicht der Kontrahent, sondern ein Hausbewohner auf. Der hatte sich von seiner Schwester nach einer Familienfeier nach Hause fahren lassen. "Was schreist Du da so laut herum?", fuhr er diesen an und bat den Krakeeler, Rücksicht auf schlafende Kinder zu nehmen. Da versetzte der Gemaßregelte dem Mann mit dem Messer einen Stich am Hals und verletzte ihn schwer. Stark blutend musste der 34-Jährige ins Krankenhaus gebracht werden. Acht Wochen war er arbeitsunfähig.

Die genauen Umstände der Tat ließen sich für das Gericht auch nach der Vernehmung zahlreicher Zeugen nicht eindeutig aufklären. Das Opfer, so Richterin Angelika Binder, sei jedoch nicht versehentlich, sondern mit Verletzungsabsicht attackiert worden. Die Folgen hätten auch wesentlich schlimmer sein können. Das Gericht ging von einer konkreten Lebensgefährdung aus.

Nach den Ausführungen des rechtsmedizinischen Sachverständigen war die Steuerungsfähigkeit des Angeklagten zwar erheblich vermindert, aber nicht aufgehoben. Er sprach von einer maximal denkbaren Alkoholisierung zur Tatzeit von drei Promille.

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