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Als Baumeister noch Luft nach oben
01.03.2019 - 00:00 Uhr
Rastatt (dm) - Sie sind wieder los, die Narren, und kein Rathauschef an Rhein und Murg ist vor ihnen sicher: Mit dem schmutzigen Donnerstag hat gestern die heiße Phase der Straßenfastnacht begonnen. Dabei wechselten traditionell die Schlüssel zu den Schaltzentralen der Macht die Besitzer und gingen die Narren mit ihren abgesetzten Ortsoberen mehr oder weniger hart ins Gericht.



Glimpflich davon kam OB Hans Jürgen Pütsch in Rastatt, dabei schien das Gewicht der Vorwürfe noch schwer, die die Chef-Ankläger von GroKaGe, RaKaGe, KNG und IG Rastatter Narren vorbrachten. Schließlich hatte es der OB geschafft, durch das unkoordinierte Öffnen und Nicht-wieder-schließen zahlreicher Baustellen gar Zukunftsangst zu schüren, wie ihm das Narrengericht vorhielt: Weil Auswärtige im Suchverkehr so sehr verwirrt würden, dass sie Rastatt künftig meiden, selbst die Einheimischen beim vielen Kreisfahren nicht mehr wüssten, wo sie sich befinden und daher der Einzelhandel vor lauter Baustellen keine Kunden mehr finde. Nicht nur solle Bürger Pütsch daher einen Kurs in Zeitmanagement absolvieren (eine Baustelle nach der anderen, nicht alle gleichzeitig), sondern selbst lernen, wie man richtig Straßen, Häuser und Portale errichtet - dass die Bahnbrücke beim Freibad immer niedriger wird und schon so manchen Lkw zum Cabrio gemacht habe, wurde ihm nämlich ebenfalls vorgeworfen. Die dennoch milde Strafe: Mit bereitgestellten Plastik-Bauteilen ein Portal vor dem Rathaus zu errichten, bevor es zur traditionellen Speisung des Volks mit Narrensuppe geht. Vier Stadträte kamen zu Hilfe, um das Bauwerk hoch hinaus zu bauen, ein Statiker war indes nicht darunter: Beim Versuch, es frei stehen zu lassen, stürzte das Gebilde in sich zusammen. Hoffentlich, so raunte es aus den Reihen der Narren, kein Omen fürs künftige Kombibad... Der Stimmung bei der anschließenden Party tat's keinen Abbruch.

Einige hundert Meter weiter schwelte unterdessen närrischer Abschiedsschmerz: "Heile, heile Gänschen, es tut so richtig weh. Der Jürgen schnürt sein Ränzchen und flüchtet in die Höh..", wurde im Landratsamt gesungen. Es war der 14. und letzte Schmudo in der Amtszeit des "Obernarren" Bäuerle. Er bekam sein künftiges Rentnerdasein in düsteren Farben geschildert und erfuhr die Pensionstaufe, bevor einige Mitarbeiterinnen als "alte Säcke" tanzten und das "Heidi"-Männerballett im Dirndl, mit haarigen Beinen, Waschbrettbäuchen und blonden Zöpfen eine flotte Sohle aufs Kreistags-Parkett legte. Die Hausband, die ihr elfjähriges Bestehen feiert, sorgte für Stimmung - und aus Bühlertal reiste überraschend eine Hundertschaft aus Hexen, Berggeister und Tanzmädels an, um ihren Meister bei seinem letzten Schmudo-Einsatz zu unterstützen und sicher ins Bergland zurück zu geleiten.

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