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Klimawandel in den Rheinauen
09.03.2019 - 00:00 Uhr
Von Sebastian Linkenheil

Rastatt - Wie werden sich angesichts des Klimawandels verschiedene Baumarten in den Rastatter Rheinauen entwickeln? Diese Frage will das Forschungsprojekt "Auwald im Klimawandel" beantworten. In den kommenden drei Wochen sollen dafür auf den Versuchsflächen bei Plittersdorf und Wintersdorf auf gut zweieinhalb Hektar insgesamt 5 000 junge Bäume gepflanzt werden.



Zuvor hat der Forstbetrieb aber erst mal Tabula rasa gemacht. Im Augenblick sieht es auf den künftigen Versuchsflächen ziemlich kahl aus, wie Spaziergänger bereits festgestellt haben. Bei Plittersdorf musste beispielsweise eine rund 50 Jahre alte Pappelmonokultur dran glauben.

Das Projekt setzt nun auf mehr Vielfalt und andere Baumarten: Stileiche, Schwarzpappel, Wildbirne und Feldahorn, bei Wintersdorf kommen noch Flatterulmen und Winterlinden hinzu. Allesamt einheimische, standorttypische Bäume, wie Dr. Mareike Roeder vom KIT-Aueninstitut Rastatt betont. Die seit mehr als 30 Jahren in der Barockstadt ansässige Einrichtung koordiniert das rund 800 000 Euro teure Forschungsprojekt des sogenannten Waldklimafonds. Diesen wiederum haben Bundesumwelt- und Bundeslandwirtschaftsministerium gemeinsam eingerichtet.

Auch die Stadt Rastatt ist als Grundbesitzer der Waldflächen ein wichtiger Partner. "Wir möchten wissen, wie sich im Zuge des Klimawandels Bäume mit forstwirtschaftlichem Potenzial in den Rheinauen entwickeln", umreißt Martin Koch die Forschungsfrage, die auch für den Leiter des städtischen Kundenbereichs Forst hochinteressant ist. Schließlich geht es nicht allein um die Ökologie der Rheinaue, sondern auch um den wirtschaftlichen Aspekt. Denn die Stadt will mit dem Holz auf lange Sicht, und da sprechen die Förster von etlichen Jahrzehnten, Geld verdienen. "Das Wirtschaftliche steht für uns in diesem Fall aber nicht im Vordergrund", unterstreicht Förster Koch: "Wir wollen Querdenker sein und Versuche machen."

Beim Aueninstitut freut man sich über die konstruktive Unterstützung aus dem Rathaus, man müsse im Land sehr weit fahren, um einen ähnlich kooperativen Waldbesitzer wie die Stadt Rastatt zu finden, berichtet Roeders Institutskollege Dr. Gregory Egger. Das Projekt laufe nicht nur am Oberrhein, sondern auch in Zusammenarbeit mit weiteren Forstbetrieben an Donau und Lech.

"In Rastatt haben wir aber die Besonderheit, sehr große Auen-Flächen zu haben, die sehr lange überflutet sind", macht Egger auf ein Charakteristikum der Rastatter Rheinauen aufmerksam. Auf die zwei Standorte bei Plittersdorf und Wintersdorf verteilt, untersucht das Projekt die Entwicklung der Bäume unter verschiedenen Bedingungen: Bei Plittersdorf war vor allem die Hybridpappel vertreten, bei Winterdorf verschiedene Hartholzarten. Auch wurden nicht alle Altbäume gefällt, in bestimmten Zonen blieben sie stehen, um die Jungbäume sowohl unter einem sommergrünen Blätterdach als auch unter freiem Himmel beobachten zu können. Die Bäumchen sollen indes schon etwa 1,20 bis 1,50 Meter groß sein. Trotzdem ist Wildschutz notwendig, weiß Koch. Auch sollen die Flächen nun verstärkt bejagt werden.

Mit Ergebnissen der Forschung ist so schnell nicht zu rechnen. Die Forstleute denken in Jahrzehnten. Auch eine Prognose, welche der Baumarten sich am besten entwickeln wird, möchten die Experten nicht wagen: "Dann müssten wir voraussehen, wie sich das Klima genau verändert."

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