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Drohne soll Rehe retten helfen
Drohne soll Rehe retten helfen
12.03.2019 - 00:00 Uhr
Rastatt (hr) - In der Bundesrepublik Deutschland fallen jährlich bis zu 500 000 Wildtiere landwirtschaftlichen Mähmaschinen zum Opfer - darunter 100 000 Rehkitze, die getötet oder grausam verletzt werden. Die Mitglieder der Badischen Jäger waren bei ihrer Jahreshauptversammlung in Rastatt vom Vortrag von Dieter Prahl von der Reh-Rettung Hegau-Bodensee tief beeindruckt und wollen nun ein eigenes Rehrettungsteam auf die Beine stellen.



Wie Prahl erläuterte, wurde der Verein Reh-Rettung Hegau-Bodensee im August 2015 von Menschen aus der Region gegründet, die dem grausamen Sterben der Wildtiere etwas entgegensetzen wollten. 70 Mitglieder hat der Verein aktuell. In der Saison 2018 haben die ehrenamtlichen Helfer bei 38 Einsätzen eine Fläche 390 Hektar systematisch überflogen und dabei 58 Kitze sowie 58 Geißen, Schmalrehe, Hasen, Füchse und eine Katze gerettet. Das Problem aus Sicht von Prahl: Die heutigen Maschinen hätten eine Mähbreite von bis zu 14 Metern und kämen im hohen Gras schneller voran als die flüchtenden Tiere.

Der vorgestellte Multicopter trägt eine Video- und eine Wärmebildkamera. Letztere funktioniere perfekt, wenn die Körpertemperatur der Wildtiere mindestens um vier Grad höher ist als die Umgebungstemperatur. Daher kam es 2018 auch vor, dass sechs Rehkitze nicht gerettet werden konnten.

Der Multicopter sei den bisherigen zeit- und personalaufwendigen Lösungen - die Wiese vor der Mahd mit Hunden absuchen, Fahnen zur Abschreckung aufstellen, akustische Warner am Mähwerk anbringen oder die Felder mit einem tragbaren Infrarot-Detektor abgehen - weit überlegen. Bei dem neuen Verfahren melden die Jäger/Landwirte mindestens einen Tag vor der geplanten Mahd ihre Wiese an. Ein fünfköpfiges Team muss dann früh aus den Betten. Der Multicopter soll zwischen 5 und 9 Uhr in etwa 50 Meter Höhe die Wiese systematisch überfliegen und die Bilder live an die Bodenstation übertragen. Über einer Fundstelle, die als heller Punkt auf der Karte erscheint, bleibt die Drohne stehen, die Helfer werden per Funk zur markierten Stelle geführt. Das Team markiert das Kitz und legt es in einem Kartoffelsack verpackt an einem schattigen Platz ab. Sobald der Landwirt nach der Freigabe die Wiese abgemäht hat, werden die Wildtiere wieder freigelassen. Dem Landwirt entstehen keine Kosten, diese werden über Spenden und Mitgliedsbeiträge abgedeckt.

Infolge der großen Treffergenauigkeit und dem vergleichbar geringen Aufwand zur Kontrolle auch großer Flächen, wünscht sich der Leiter der Landesjagdschule in Dornsberg, Ludger Feldt, dass über das Land verteilt weitere Rehrettungs-Teams entstehen. Die Landesjagdschule hat daher einen Kurs zum Multicopter-Sachkundenachweis (Drohnenführerschein) in sein Programm aufgenommen.

"Das erste gerettete Rehkitz wird man nie vergessen, und wer die verletzten Tiere nach einer Begegnung mit einem Mähwerk mit bis zu vier abgeschlagenen Beinen gesehen hat, stellt nicht die Sinnfrage", betonte Prahl.

Erfreut zeigte sich Kreisjägermeister Dr. Frank Schröder, dass sich unmittelbar nach dem Referat vorwiegend junge Jägerinnen und Jäger vorstellen können, in einem Rehrettungsteam, das nicht nur aus Jägern bestehen muss, mitzuwirken. Schröder dankte der Baden-Badener Oberbürgermeisterin Margret Mergen sowie dem Ersten Landesbeamten Dr. Jörg Peter für ihre in Aussicht gestellte Unterstützung bei der Einrichtung von Rehrettungsteams und stellte außerdem eine Beteiligung der Badischen Jäger bei der Beschaffung der mindestens 3 500 Euro teuren Ausrüstung in Aussicht. Menschen, die sich in der Rehrettung engagieren wollen, können sich bei Oliver Götz unter (01 76) 43 69 54 29 oder per Mail melden an: oliver_sven_Goetz@gmx.de.

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