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Schützen sollen in Riederhof umsiedeln
15.03.2019 - 00:00 Uhr
Rastatt (ema) - Im Zuge der drohenden Verlagerung des Schützenzentrums an der Ottersdorfer Straße wegen der Benz-Werk-Erweiterung liegt jetzt eine handfeste Alternative auf dem Tisch. Nach BT-Informationen sollen die Schützengesellschaft Waidmannslust und das von ihr verpachtete Restaurant "Schützenliesel" in den benachbarten Riederhof umsiedeln.

Mit diesem offenbar von Stadt und Daimler favorisierten Lösungsvorschlag will Oberschützenmeister Fritz Setzer Ende dieses Monats die Vereinsmitglieder bei der Jahreshauptversammlung des ältesten Rastatter Vereins vertraut machen. "Ich brauche von den Mitgliedern die Genehmigung, um mit Daimler zu verhandeln", hofft der Vorsitzende auf ein klares Mandat im Interesse des rund 400 Mitglieder starken Vereins.

Seit rund 27 Jahren residiert die Schützengesellschaft an der Ottersdorfer Straße, nachdem man damals schon einmal von Daimler wegen des Baus der Fabrik vertrieben worden war. Das 1,7 Hektar große Areal steht im Eigentum des Vereins. Der Konzern ist deshalb auf das Entgegenkommen der Waidmannslust angewiesen, weil eine Enteignung wegen der Erweiterung der Fabrik rechtlich nicht zulässig wäre.

Fritz Setzer könnte sich grundsätzlich den Standort Riederhof vorstellen. Er selbst hatte schon mal vor zwei Jahren privat Interesse, den Riederhof zu kaufen, wie er im BT-Gespräch sagte. Eigentümer Bruno Burkhard, der den Riederhof 1999 erworben hatte und die Anlage mit Angeboten wie Seminarzentrum, Ferienwohnungen, Stallungen und einem Institut für Krankengymnastik und therapeutisches Reiten ausbaute, hatte sich in der Tat schon von dem Anwesen getrennt. Doch den Verkauf an eine Interessentin musste der Eigentümer wieder rückabwickeln, weil der Kaufpreis nicht wie notariell vereinbart geflossen ist.

Auf BT-Nachfrage wollte sich der Riederhof-Eigentümer nicht äußern. Bei Daimler heißt es nur knapp, man sei in Kontakt mit den Schützen und prüfe Alternativen. In der Tat standen vor der Option Riederhof zunächst zwei andere Alternativen zur Debatte, darunter die ehemalige Gärtnerei an der Ottersdorfer Straße.

Die Stadtverwaltung bestätigte, dass der Riederhof eine mögliche Option als Standort für Schützenverein und Gaststätte ist. Man sei "zuversichtlich, eine gute Lösung zu finden", sagte Pressesprecherin Heike Dießelberg dem BT. Es müssten jedoch noch einige Rahmenbedingungen geklärt werden. Dazu zählen etwa Fragen des Natur- und Artenschutzes.

Oberschützenmeister Setzer beharrt darauf, dass der Verein nur in ein "schlüsselfertiges Schützenhaus mit allen Genehmigungen, auch für die Gastronomie" einziehen wird. Sollte tatsächlich der Riederhof zum Zuge kommen, geht der Vereinsvorsitzende zumindest von einem Teilabriss auf dem Areal aus. Das karge Wäldchen, das den Riederhof von der Ottersdorfer Straße abschirmt, müsste wohl gerodet werden - nicht zuletzt wegen der Anlage eines Parkplatzes.

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