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Fotografie trifft Malerei, Kunst trifft Natur
Fotografie trifft Malerei, Kunst trifft Natur
19.03.2019 - 00:00 Uhr
Malsch (thm) - "Das Bild hängt schief." Wer den Sketch des humoristischen Altmeisters Loriot kennt, der musste unwillkürlich daran denken, als er am Freitagabend das Malscher Rathaus betrat. Der Künstler Hans Drinda, der auf Einladung des Malscher Künstlerkreises zum sechsten Mal in der Gemeinde seine Werke ausstellt, hatte bei der Vernissage hinter dem Rednerpult ein Bild platziert, das offensichtlich nicht im richtigen Winkel hing, sondern um 45 Grad nach links gedreht war. Im Verlauf der Ausstellungseröffnung vor etwa 40 Gästen wurde das Geheimnis um das "verdrehte" Bild gelüftet: Nachdem seine Partnerin Angelika zu dem fertigen Bild meinte, im Querformat würde das Bild auch gut aussehen, einigte man sich auf die ungewöhnliche Aufhängung an einer Ecke, und Drinda nannte das Werk einfach "Malanders".

Ungewöhnlich sind alle 30 ausgestellten Werke allein dadurch, dass Drinda eigentlich ein passionierter Natur-Fotograf ist, bei dem jedes neue Bild zunächst mit einem Landschaftsfoto beginnt. Auf seinen Wanderungen auf der ganzen Welt, bevorzugt in den Alpen, fotografiert der über 70-jährige, topfitte Naturliebhaber beeindruckende Naturschauspiele wie Schluchten, Wasserfälle, Vulkane oder Gletscher.

In ihrer Laudatio wies Ulrike Deuter-Gottwald, selbst Künstlerin und Kulturpädagogin, darauf hin, dass der Künstler nicht mit großer Kameraausrüstung unterwegs ist, sondern die Auswahl der Motive, des Lichts und der richtigen Tageszeit das Besondere seien. Die fertige Fotografie wird dann zum Ausgangspunkt und Zentrum eines neuen Werks, wobei Drinda die Motive "gern auf den Kopf stellt oder dreht." Die Übergänge von Fotografie zur Malerei schaffe neue Gestaltungsräume, indem nicht nur Farbe, sondern auch Naturmaterialien wie Sand dazu komme, so die Laudatorin. Die Fotos verfremdet Drinda (Künstlername Hadri) auf kreative Weise mit abstrakter Malerei, sodass aus der Verschmelzung von beidem ein neues Werk entsteht. Die Ausstellung könnte gut und gerne auch "Fotografie trifft Malerei" heißen, wie es im Einladungstext zu lesen ist. Dem Ausstellungsbesucher empfahl Deuter-Gottwald, sich mit "Neugier und Entdeckergeist auf die Bilder einzulassen".

In seinem Grußwort setze sich Bürgermeister Elmar Himmel damit auseinander, dass jeder etwas anderes in dem erkennen, was er sehe.

Hans Drinda selbst erklärt in seiner kurzen Ansprache, dass er mittlerweile unter jedes Bild schreibt, wo es entstanden ist, weil ihn so viele Menschen danach fragten. Ansonsten lässt der unprätentiöse Künstler seine Bilder gern für sich sprechen.

Neben einem Ausstellungsstück hängt ein kurzer Text, den Peter Weiland anlässlich einer anderen Vernissage geschrieben hat. Darin heißt es: "Sein Ausgangspunkt... ist immer eine Fotografie ...meist noch gedreht und an den Rändern ausgefranst. Als Collagenstück auf die Leinwand geklebt... immer ein Ausschnitt aus der Natur. Der Maler lässt seiner Fantasie freien Lauf und schafft mit Acrylfarbmischungen, die bis in feinste Nuancen die Farbtöne der Vorlagen fortsetzen, das Umfeld". Und, so ergänzt Drinda im persönlichen Gespräch, wenn er bei einem Bild die Farbe Gold verwende, dann könne sich das Licht auf besondere Weise darin Spiegeln, ja funkeln, wenn man beim Betrachten daran vorbei gehe.

Musikalisch untermalt wurde der Abend vom Künstlerduo Corinn Schröder (Gesang) und Uli Kaage (Klavier).

Die Ausstellung dauert bis zum 9. Mai und kann zu den Öffnungszeiten des Rathauses besichtigt werden.

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