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Hauptzutat: Bewegung
23.03.2019 - 07:35 Uhr
Von Sebastian Linkenheil

Durmersheim - Bernard Ndour hat einen Teil seiner Gemälde schon mal im Wohnzimmer seiner Durmersheimer Wohnung aufgebaut. Einige davon, und noch weitere Arbeiten, sind am Samstag, 30. März, beim Konzert des renommierten Minguet-Quartetts in der Realschule in Durmersheim zu sehen, das die Konzertfreunde Hardt ausrichten.



Es ist schon Tradition, dass der rührige Verein von Musikliebhabern im Rahmen seines Konzertprogramms neben dem Ohrenschmaus auch etwas fürs Auge bieten will und Künstler einlädt, eine Ausstellung für einen Abend aufzubauen. Bernard Ndours Schau soll unter dem Titel "Movement" (Bewegung) laufen. Zehn bis ein Dutzend Bilder der gleichnamigen Serie wird er im Gepäck haben. Wie kommt es zu dem Namen?

"Die meisten dieser Bilder sind nicht mit dem Pinsel gemalt", erklärt der 36-Jährige. Sie sind im Wortsinn mit Bewegung entstanden. Sie ist neben verdünnter Acrylfarbe und Leinwand sozusagen die Hauptzutat der Bilder. Die Leinwand steht beim Malen nicht starr auf einer Staffelei, sondern wird tatsächlich bewegt. Ganz leicht und behutsam oder ziemlich energisch. Heraus kommen je nachdem ganz unterschiedliche Farbverläufe von verhalten zart und filigran bis expressiv und spannungsgeladen. Die Wahl der Farbtöne unterstützt noch die differenzierte Wirkung. Der Künstler geht dabei planmäßig vor. Hat eine Vorstellung, in welche Richtung es gehen soll, aber es spielt doch auch immer eine Portion Zufall mit.

Bernard Ndour ist kein akademischer Maler. Studiert hat er eigentlich Informatik. Aber schon in seiner ersten Heimat Senegal war er in einem Kreis von Kunststudenten aktiv, hat mit ihnen gemeinsam gemalt und ihnen einiges abgeschaut, wie er berichtet, zum Beispiel die Technik des Siebdrucks. Bald bekam er Aufträge, Firmenschilder und Wanddekorationen anzufertigen. "Ich merkte, dass Informatik nicht mein Weg ist." Also studierte der junge Mann Grafikdesign. Heute verbindet er beide Richtungen, indem er auch grafische Kunstwerke am Computer herstellt. Diese werden aber in der Durmersheimer Ausstellung nicht zu sehen sein.

In der Hardtgemeinde lebt Ndour seit 2013 zusammen mit seiner Frau, die dort als Lehrerin arbeitet. Vorher lebte das Paar zwei Jahre in Bayern. Kennengelernt haben sich die beiden aber im Senegal. "Das war mein Schicksal", sagt Ndour, der heute gerne in Durmersheim lebt und etliche Kontakte im Ort pflegt. Zupass kommt ihm dabei sein Job in einem Getränkehandel. Außerdem bildet er sich als Mediendesigner weiter - in dem Beruf will er einmal arbeiten, wenn die Ausbildung abgeschlossen ist. Inzwischen gibt es auch eine kleine Tochter.

Dass ihm das Gestalten Spaß macht, ist den vielfältigen Ausdrucksformen seiner Bilder und Objekte anzumerken. Aber er kann auch zu jedem eine Geschichte erzählen oder eine Interpretation anbieten. Über den dekorativen Wert hinaus haben die Bilder auch einen Inhalt.

Zum Beispiel ist eines der Gemälde reliefartig mit kleinen Alltagsgegenständen garniert. Sie alle stellen in ihrer eigentli chen Funktion Verbindungen her: Eine Schraube, ein Nagel, eine Schnur... Das Bild trägt passenderweise auch den Titel "Verbindung". Aus Naturmaterialien entstehen außerdem auch große und kleine Skulpturen. Seine neueste kreative Idee ist der Einsatz von Kaffeesatz auf der Leinwand, mit dem sich reliefartige Körper modellieren lassen. Ein erstes Werk, das auf diese Art entstanden ist, zeigt Masken, wie man sie mit afrikanischer Kunst verbindet. Vielleicht der Anfang einer neuen Serie?

Vor einiger Zeit hat sich Bernard Ndour der Durmersheimer Künstlerwerkstatt im Kunst- und Eventhaus Durmersheim angeschlossen und war in diesem Rahmen schon an Ausstellungen beteiligt. So kam auch der Kontakt zur Vorsitzenden der Konzertfreunde, Irmgard Ruin-Koch, zustande, die ihn fragte, ob er nicht einmal bei einem der Konzerte ausstellen will.

Das Ergebnis ist am Samstag, 30. März, in der Realschule zu sehen. Das Minguet-Quartett spielt Musik von Joseph Haydn, Josef Suk, Gustav Mahler und Felix Mendelssohn Bartholdy. Beginn ist um 20 Uhr.

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