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Wie Licht lebendig bleibt
Wie Licht lebendig bleibt
25.03.2019 - 00:00 Uhr
Von Gabriele Diebold

Rastatt - Die Werke von Ralf Cohen üben offenbar eine große Anziehungskraft aus. So übertraf bereits die Zahl der Besucher bei der Eröffnung der Frühjahrsausstellung "Synthese" der Städtischen Galerie Fruchthalle am Samstag die Erwartungen bei Weitem.





Bürgermeister Raphael Knoth begrüßte es, dass die Sparte der Fotokunst mit einer eigenen Ausstellung gewürdigt wird. Auch die Sammlung Westermann "Kunst in Baden nach 1945" in der Fruchthalle beinhaltet dieses Genre der Kunst. Die analoge Arbeitsweise biete unendliche Möglichkeiten des Ausdrucks. Ein herausragender Repräsentant sei Ralf Cohen, dem bereits 2009 eine Einzelausstellung in Rastatt gewidmet war. Jetzt zeigt die neue Schau eine Übersicht über sein gesamtes Schaffen von 1972 bis heute.

In einer digitalen Zeit sei die analoge Fotografie eine ganz andere Art, Licht einzufangen. Die Unterschiede der beiden "Lichtfänger"-Medien und ihre Wirkung auf den Betrachter, von Galerieleiter Peter Hank eingängig dargestellt, ließen verstehen, wie auf analoge Weise Licht lebendig bleibt. "Die Bilder, gerade bei einem großartigen Fotokünstler wie Cohen, so Hank, beinhalten Präsenz und Aura." Bereits die Ausstellung 2008/2009 habe ihn selbst mit dem Erleben der Präsenz gefesselt. Das damals entstandene Hank-Poem stellte humorvoll die Wirkung der Werke auf den Menschen dar.

Immer wieder ist es das Licht, das der Fotokünstler Ralf Cohen als entscheidendes Mittel der Gestaltung einsetzt. Er schaffe es, mit seinen Fotografien die Atmosphäre so einzufangen, dass der Betrachter vermeintlich sogar die Wärme spürt. Über den Solarisationseffekt, der alles Nebensächliche ins Dunkle verschiebt, bewirke er, wie bei der Abbildung eines Ameisenhaufens, gar Umkehrungen.

Als zweite Basis für die Präsenz der Werke von Cohen nannte Hank die Zeit. Ein Foto, das eigentlich nur einen Augenblick beinhalte, zeige irgendwo doch die Ewigkeit. Bei dem Fotowerk "16 Stunden im Steinbruch" etwa werde dann der Weg bei der Betrachtung zum Wasserstrahl. Das großformatige, mit einer defekten Kamera geschaffene Bild "Synthese", vermittele durch Überblendung und Doppelbelichtung fast spürbar das Kontinuum von Wasser und Gischt. Schließlich setze Cohen auch Materialien ein, um Veränderungen und Gestaltungen vorzunehmen. Ein mit Gelatine vergrabener Abzug werde durch die Verknüpfung nahezu zu einem Naturmaterial. Über viele Jahre habe es der Künstler aus Karlsruhe verstanden, lebendige Wirklichkeit entstehen zu lassen, betonte Hank.

Cohen selber fasste sich bei der Eröffnung seiner Ausstellung in Rastatt kurz: Alles, was er noch sagen möchte, hänge an der Wand - so formulierte er seine Einladung zur Auseinandersetzung mit seiner Arbeit. Die Ausstellung "Synthese" in der Fruchthalle ist bis zum 21. Juli zu sehen.

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