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Jede Bühne eine neue Herausforderung
Jede Bühne eine neue Herausforderung
28.03.2019 - 00:00 Uhr
Von Manuela Behrendt

Durmersheim - Seit einem Jahr ist das Musical "Moses" der Jugendkirche Via mit seinem gesamten ehrenamtlichen Tross in der Region unterwegs. Am kommenden Wochenende gastiert die Show in der Kirche St. Elisabeth in der Karlsruher Südweststadt.



Viele Auftrittsanfragen erreichten Gemeindereferent Dieter Janikovits, Produzent des Musicals und Via-Projektleiter. Über potenzielle Lokalitäten befindet aber nicht der Boss, sondern innerhalb des achtköpfigen Leitun gsteams die Bühnenbaumannschaft in Absprache mit den Ton- und Lichtspezialisten. Am Anfang steht immer ein Besichtigungsbesuch. Alle acht Leitenden sind dabei vor Ort. "Eine Kirche muss Grundvoraussetzungen mitbringen, vorrangig günstige Lichtverhältnisse und eine gute Akustik", erklärt Torsten Feil, Leiter der Bühneneinrichter. Zu seiner Crew gehören Rainer Bertsch, Dirk Kratochwil, Wolfgang Meier und Ralph Schröder. Den erfahrenen Blick fürs Licht hat Robert Schreier. Mit Klaus Bertsch, Nicolas Kessel und Tobias Knaisch bildet er das Technikteam. Deren Chef ist Dieter Hildbrand. Mittels Stimmproben testet dieser den Schall im jeweiligen Gotteshaus. Das Musical benötigt ebenfalls Stauraum für Gebrauchsutensilien und Requisiten sowie Aufenthalts- und Umkleidemöglichkeiten für die Akteure.

Passt eine Kirche für "Moses", erstellt Feil Grundrissskizzen, fotografiert den Innenraum, misst den Altarbereich aus. "Auf dieser Basis beraten wir Bühnenbau und Szenerieplatzierung, denn jede Bühne ist eine neue Herausforderung". Gibt es Stätten, die nicht bespielbar sind? "Wir machen fast alles möglich; lassen dabei unsere Kreativität spielen", so Feil. Rückt ein Gastspiel näher, überträgt er die Bühnenmaße per Klebeband in den Probesaal der Darsteller. "Innerhalb dieser Markierungen machen sich die Akteure mit der Aufrittssituation vertraut; die Regisseurinnen passen die Tanzformationen an die Gegebenheiten an". Logistik ist mittwochs vor einer Tourstation gefragt. Zwei Transporter fassen Equipment, Requisiten und Kostüme. Beim Aufladen packen einige Ensemblemitglieder mit an. "Bis einschließlich Freitag richten wir von 18 Uhr bis fast Mitternacht vor Ort die Gastspielkirche für unser Musical ein", berichtet Feil. Altarboden und -stufen überbaut man mit genormten Bühnenpodesten. "Wir schaffen für die Akteure eine ebene Fläche". Im Chorraum behängt man eine Traverse mit schwarzen Tüchern. Diese fungiert als Hintergrund für die Projektionsleinwand. Im hinteren Kirchenteil finden Misch- und Regelpulte für Ton und Licht sowie Kamerastative ihren Platz. Alexander, Andrea und Augustina Ipach sowie Peter Minzat dokumentieren filmisch jede Musicalaufführung. Im Altarbereich und auf der Empore bieten der Show bis zu acht LED-Stufenlinsen und vier Paar Scheinwerfer weißes Frontlicht. Mit farbigen Effekten besorgen weitere 16 Scheinwerfer die Magie für "Moses". Dazu kommen je zwei Nebelmaschinen und Stroboskope. Ein modulares, flexibel anpassbares Rohrsystem verteilt den Bodennebel.

Wenn die Show läuft, ist für die Bühneneinrichter aber noch lange nicht Schluss. "Wir stehen als ,Feuerwehr' für Defekte bereit, bauen in der Pause die Kulisse um", sagt Feil. Direkt nach der Sonntagsvorstellung beginnt der Abbau. "Das dauert nur zwei Stunden, denn das ganze Ensemble hilft mit; jeder Handgriff bis zur Verladung ist eingespielt". Nach einem Tourneewochenende voller Konzentration und Engagement ist man groggy. "Aber unsere Gemeinschaft, bei der richtig tolle Freundschaften entstanden sind, ist uns das wert", erklärt Feil seine Einsatzbereitschaft.

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