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Wenn Obstbäume zum Bewirtschaftungshindernis werden
29.03.2019 - 00:00 Uhr
Hügelsheim (mak) - Einem aufmerksamen BT-Leser in Hügelsheim ist aufgefallen, dass es auf etlichen Feldern Obstbäume gibt, an die sehr dicht herangepflügt wurde oder die bereits abgestorben sind. Die Rastatter BT-Lokalredaktion hakte im Landratsamt nach.

"Prinzipiell sind Streuobstbäume auf Ackerflächen Teil der landwirtschaftlichen Nutzung", heißt es in einer Stellungnahme des Landwirtschaftsamts. Die Art und Weise der Bewirtschaftung liege im Ermessen des Landwirts: Wie nahe nun um den Baum tatsächlich gepflügt werden könne, liege "im Ermessen des Bewirtschafters". Aus Sicht der Naturschutzbehörde seien der Standort, die Baumart und die Baumgröße zu beachten. Der Abstand sei so zu wählen, dass der Baum auch langfristig gedeihen könne. Abweichende Regelungen zwischen Verpächter und Bewirtschafter seien möglich: "Zum Beispiel kann im Pachtvertrag vereinbart werden, dass ein Streuobstbaum auf einer Ackerfläche zu erhalten ist", schreibt das Amt weiter.

Zudem seien naturschutzrechtliche Regelungen zu beachten: "So kann in geschützten Gebieten wie zum Beispiel in Natur- und Landschaftsschutzgebieten in der jeweiligen Schutzgebietsverordnung der Erhalt von Bäumen festgelegt sein", verdeutlicht die Kreisbehörde.

In der Verordnung des Landschaftsschutzgebiets "Rastatter Ried" bestehe die Vorgabe, dass Streuobstbäume nicht ohne Erlaubnis der Naturschutzbehörde entfernt werden dürfen, "soweit sie nicht durch andere hochstämmige Obstbäume ersetzt werden". Es sei zu beachten, dass die Bäume Quartiere oder Lebensstätten für geschützte Arten sein können. Auch in diesem Fall müsse der Baum erhalten werden. Bei der Rodung von Bäumen sei zu prüfen, ob Ausgleichsmaßnahmen wie eine Nachpflanzung erforderlich werden.

Gelegentlich reichen Äcker auch sehr nahe an Bewirtschaftungswege heran. Festgelegte Mindestabstände vom Acker zur Straße gibt es jedoch nicht: "Entscheidend ist hier der Grenzverlauf zwischen Acker- und Straßenflurstück. Das heißt, ein Acker kann theoretisch bis zur Flurstücksgrenze bewirtschaftet werden, wenn dadurch keine Beschädigungen an der Straße entstehen und Verschmutzungen beseitigt werden", verdeutlicht das Landwirtschaftsamt. Auch hier sei der Artenschutz zu beachten. Wenn der Wegrand von Eidechsen oder geschützten Schmetterlingen besiedelt sei, dann dürfe dieser Bereich nicht umgepflügt werden.

Der Iffezheimer Landwirt Joachim Huber kennt die Problematik. Früher habe es viel mehr Nebenerwerbslandwirte mit entsprechend kleinstrukturierten Flächen gegeben. Doch bereits seit den 1950er Jahren gehe deren Anzahl kontinuierlich zurück, die Felder werden von Haupterwerbslandwirten gepachtet, manche Äcker werden auch zusammengelegt. Und so kommt es, dass Streuobstbäume, die einst am Randstreifen gepflanzt wurden, nun mitten im Feld stehen: "Ein Baum ist ein Bewirtschaftungshindernis", verdeutlicht Huber im BT-Gespräch. Doch er weise seine Mitarbeiter an, nicht unter der Krone eines Baumes zu fahren: "Man macht dabei nämlich auch meist etwas an der Maschine kaputt."

In den Pachtverträgen stehe meist drin, dass Bäume zu erhalten seien. Wenn ein Baum beseitigt werde, dann nur nach vorheriger Absprache mit dem Eigentümer. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand absichtlich so nah an die Wurzeln eines Baums heranfährt, dass dieser abstirbt. Ich kann aber nicht in die Köpfe der Kollegen schauen", erklärt Joachim Huber, der zudem darauf hinweist, dass viele Obstbäume auch absterben, weil sie nicht gepflegt werden. Und das betrifft auch Bäume auf Streuobstwiesen.

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