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Am Anfang standen fünf "halbverrückte" Jungturner
Am Anfang standen fünf 'halbverrückte' Jungturner
03.04.2019 - 00:00 Uhr
Iffezheim (mag) - Die Geschichte des Fußballvereins Iffezheim (FVI) begann am Kirchweihsonntag, 16. November 1919, als Walter Ziegler, Ortschronist und späterer erster Fußballtrainer, fünf "halbverrückte" (so Passanten) Jungturner bei Nebel und Graupelschauern zum Kicken auf den damaligen dritten Platz der Rennbahn einlud. Alle hatten trotz der widrigen Umstände großen Spaß und schon entstand die Abteilung "Fußball" des Turnvereins Iffezheim.

Das Training der ständig wachsenden Abteilung startete mit einem geliehenen Ball. Am 1. Mai 1920 stand das erste Wertungsspiel ins Haus. Die Renndörfler unterlagen vor 20 Zuschauern Steinmauern mit 0:5. Weitere Spiele gegen Mannschaften konfessioneller Vereine folgten. Auswärtsspiele stellten die Fußballer damals vor besondere Herausforderungen: Zu Fuß oder per Rad ging es zum Gastgeber. Von den Pokalspielen 1922 in Bühl holte sie der Wirt des Gasthauses "Zur Sonne", dem damaligen Vereinslokal, im zweispännigen Leiterwagen ab. Die Kosten von 145 Mark für die Busfahrt nach Altenheim wurde 1925 unter den Spielern umgelegt. Bereits in der Saison 1923/24 wurde der FVI Meister in der C-Klasse. Bis 1926 hatte er es in die A-Klasse geschafft.

Dazwischen lag die Loslösung vom Turnverein und die Gründung eines eigenständigen Vereins mit den Farben "Rot-Weiß" im September 1924. Zwei Versuche, weitere Fußballvereine zu gründen, scheiterten in den frühen 20er-Jahren. Sportlich pendelte der FVI zwischen A- und B-Klasse. Die Wirtschaftskrise machte schließlich auch vor dem Fußballverein nicht halt: "Aktive Spieler lustlos, Vereinsfunktionäre amtsmüde", notierte Chronist Ziegler.

Mit den Kriegsjahren kam auch der Spielbetrieb zum Erliegen. Nach Kriegsende verbot der Alliierte Kontrollrat alle Vereinsaktivitäten. Zum 24. Juni 1946 erlaubte die französische Besatzungsmacht den Fußballern die Gründung der "Sportvereinigung Iffezheim". Unter deren Dach schlüpften auch die Turner, die Radfahrervereinigung und die Box-Staffel. 1950 löste sich die Sportvereinigung auf und entließ ihre Mitglieder in die Eigenständigkeit.

Erster Höhepunkt nach der Neugründung war 1962 das Spiel der Traditionself der "Roten Teufel vom Betzenberg" mit den beiden Weltmeistern von 1954 Fritz Walter und Werner Liebrich gegen eine Auswahl aus Spielern der Region. Vor der Rekordkulisse von 2 000 Zuschauern besiegten die Pfälzer die Badener mit 8:0.

Der große sportliche Höhepunkt folgte dann 1964, als Iffezheim fünf Spiele vor Saisonschluss der Meistertitel nicht mehr zu nehmen war und der FVI in die zweite Amateurliga, die laut Vereinsfunktionären mit der heutigen Landesliga vergleichbar ist, aufstieg. Die sportliche Klasse konnte bis 1971 gehalten werden. Dem Abstieg in die A-Klasse folgte die Durchreiche in die B-Klasse und drei weitere Jahre später fand sich der FVI in der C-Klasse wieder. Seither pendelt die erste Mannschaft in diesen Klassen.

1984 nahm die Zahl der Jungkicker erstmals so stark ab, dass in den A-, B- und C-Jugenden Spielgemeinschaften mit Sandweier gebildet werden mussten. 1991 begann die zweigeteilte Baumaßnahme zur Sanierung und Erweiterung der Rasenplätze. Der erste Bauabschnitt wurde rechtzeitig zum 75. Geburtstag des Vereins fertig. 1995 maß sich der FVI erstmals mit seinem Partnerverein aus Mahldorf in Hoppegarten. Eine Revanche gibt es beim diesjährigen Jubiläumssportfest im Rahmen des Pamina-AH- Turniers.

Mit dem Fußball-Camp 2009 startete die Ära der Iffezheimer Fußballschule mit dem Ex-KSC-Profi Helle Herrmann, die über den Förderverein "Freunde der Jugend" finanziert wurde. Für die erfolgreiche Jugendarbeit erhielt die Jugendabteilung des FVI 2011 die "Sepp-Herberger-Medaille". Im gleichen Jahr wurden wieder weibliche Mannschaften gegründet und damit eine Tradition aus den frühen Siebzigern aufgenommen.

Der Um-, Aus- und Neubau des Vereinsheims wurde seit der 1953 von der Gemeinde geschenkten Baracke in unzähligen Arbeitsstunden vorangetrieben. Der bislang letzte Akt war der 2015 fertiggestellte neue Kabinentrakt für sechs Mannschaften und einem getrennten Schiedsrichterbereich.

Beinahe wäre es dem Verein in der Saison 2016/17 gelungen, an den Erfolg der Sechziger anzuknüpfen. Als Meister der A-Klasse unterlag er jedoch in den Relegationsspielen. Im diesjährigen Jubiläumsjahr steht ihm diese Chance erneut offen. Aktuell hat der Verein 600 Mitglieder. In den Spielergemeinschaften der Jugendmannschaften mit Wintersdorf, Sandweier und Haueneberstein sind etwa 200 Kinder und Jugendliche im Training, in das sich viele aktive Senioren einbringen.

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