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Ben Hur rauscht durc h Ötigheimer Fußgängerunterführung
Ben Hur rauscht durc h Ötigheimer Fußgängerunterführung
06.04.2019 - 00:00 Uhr
Ötigheim (sl) - Viel Lob haben die Graffitikünstler, die zurzeit die Fußgängerunterführung beim Ötigheimer Bahnhof gestalten, von Passanten schon geerntet - und fast wie bestellt, tatsächlich aber zufällig, tauchen auch beim Pressetermin gestern zwei ältere Damen aus dem Telldorf auf, die sich herzlich bei dem vierköpfigen Künstlerteam bedanken.



Was schon zu bewundern ist, kann sich sehen lassen. Da rauscht Ben Hur in seinem Rennwagen die Fahrradrampe hinunter (eine Hommage an die Volksschauspiele), eine entspannte Schnecke zieht gelassen ihrer Wege, ein flauschiger Fuchs schaut knitz in die Welt und wird von einem Uhu an der gegenüberliegenden Wand beäugt. Etliche weitere Tiere sind zu entdecken, und es sollen noch ein paar mehr werden, wenn Agatha Czarny (26), Dennis Mau (32), sein Bruder Matthias Mau (28) und Aaron Zeitz (29) in rund zwei Wochen ihr Werk vollendet haben werden. Dann haben sie für die 600 Quadratmeter etwa 150 Liter Wandfarbe und 1 000 Spraydosen verbraucht.

Dass Rathaus und Gemeinderat hinter den Sprayern stehen, ist zumindest für Ötigheim nicht ganz neu. Vor einem Jahr ließ die Gemeindeverwaltung schon das Toilettenhäuschen auf dem Tellplatz mit Graffitikunst gestalten - mit dem Effekt, dass sich seither kein illegaler Schmierfink mehr an dem stillen Örtchen vergangen hat, was vorher regelmäßig der Fall war. Nun hofft Bürgermeister Frank Kiefer, dass auch in der Bahnhofsunterführung der Ehrenkodex, den man der Sprayerszene nachsagt, zum Tragen kommt, und die Kunstwerke schon aus Respekt unbesudelt bleiben.

Dass hier Könner am Werk sind, kann sogar erkennen, wer mit Graffitikunst bisher nichts am Hut hatte. Für Bürgermeister Kiefer sind die Kosten von 25 000 Euro gut investiertes Geld. Den Bahnhof will man zu einem Aushängeschild von Ötigheim machen. Nicht nur für die Theaterfreunde, die im Sommer auch mit der S-Bahn ins Telldorf strömen und dort ihren ersten Eindruck erhalten, sondern natürlich auch für die Ötigheimer selbst. Die Unterführung war zuvor gerade für Kinder und Eltern ein Angstraum, weiß Patric Kohm, der stellvertretende Hauptamtsleiter der Gemeinde und im Rathaus für das Projekt verantwortlich. Seine Aufgabe besteht vor allem darin, den jungen Künstlern angenehme Arbeitsbedingungen zu schaffen, bis hin zur Schnitzelbestellung fürs Mittagessen. Ansonsten hält man sich vonseiten der Obrigkeit bewusst sehr zurück. Das Konzept ist allerdings mit dem Rathaus abgestimmt.

Für junge Graffitisprayer aus Ötigheim bieten die Profis übrigens einen Workshop am Nachmittag an. Man darf ihnen über die Schulter schauen, sich manchen Tipp holen und bei entsprechender Begabung vielleicht sogar selbst an der Neugestaltung mitwirken. Zu den ersten Treffen kamen jeweils vier bis sechs Jugendliche. Auch eine Kindergartengruppe hat die Künstler schon besucht.

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