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Einbrecher trifft Strahl
Einbrecher trifft Strahl
09.04.2019 - 00:00 Uhr
Rastatt (mo) - Am 22. Juli 2017 war eine Gesetzesänderung in Kraft getreten, wonach bei Einbruchsdiebstahl in Privatwohnungen der Strafrahmen deutlich angehoben wurde. Damit hatte der Gesetzgeber, so Staatsanwalt Helmut Schäfer gestern in einer Verhandlung vor dem Schöffengericht, darauf reagiert, dass Wohnungseinbrüche in Deutschland "sich wie eine Seuche" ausbreiteten. Als Mindeststrafe droht seither ein Jahr, als Höchststrafe zehn Jahre.

Fünf Tage später, am 27. Juli 2017, stieg ein heute 29-Jähriger aus Rastatt über die Balkontür in eine Wohnung in der Kohlenstraße in Rastatt ein. Gestern bekam er nun als Angeklagter die Strafverschärfung deutlich zu spüren. Wegen "Privatwohnungseinbruchsdiebstahl" wurde er unter Einbeziehung dreier bereits verhängter Geldstrafen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt. Die Frage einer möglichen Bewährung verneinte das Gericht unter Vorsitz der Richterin Angelika Binder.

Der Angeklagte, der in anderer Sache bereits im Gefängnis Offenburg eine Haftstrafe absitzt, zeigte sich weitgehend geständig. Danach ist er am helllichten Tag, gegen 18 Uhr, allein in die Wohnung der Mutter eines Bekannten eingedrungen. Dieser habe ihm wegen Drogengeschäften noch 50 Euro geschuldet. Er habe das Diebesgut zurückgeben wollen, wenn dieser die ausstehenden Schulden bezahlt. Er will jedoch nur ein elektronisches Gerät, ein Tablet der Mutter, mitgenommen haben.

Dass hier über keinen "typischen Wohnungseinbruch" zu entscheiden war, erkannten alle Prozessbeteiligten. Doch diese Art der Selbstjustiz, so musste sich der 29-Jährige von der Richterin vorhalten lassen, sehe unser Rechtssystem nicht vor und könne nicht geduldet werden.

Der angebliche Schuldner wollte im Zeugenstand den Angeklagten zunächst nicht kennen. Auf seine Wahrheitspflicht hingewiesen, sprach er dann doch von einem "flüchtigen" Bekannten. Bezüglich möglicher Drogengeschäfte stand ihm ein Auskunftsverweigerungsrecht zu, auf das er sich dann auch berief. Dass er dem Beschuldigten Geld schuldete, bestritt er jedoch. Am Tag nach dem Einbruch will er dann "von einem Kumpel" den Anruf erhalten haben, dass sich der 29-Jährige mit dem Tablet in der Nähe das Rastatter Freibads aufhalte. Dort wurde der Angeklagte dann gestellt und bis zur Ankunft der Polizei in Schach gehalten.

Der 29-Jährige, der bereits als 15-Jähriger zu Drogen griff, verwies auf seine langjährige Drogensucht und seine Bereitschaft, endlich eine Therapie nicht nur zu beginnen, sondern auch erfolgreich abzuschließen. Er bestritt jedoch, mit Alkohol Probleme zu haben, was Richterin Binder nach Aktenlage anders sah. Im vorliegenden Fall ging das Gericht jedoch nicht von einer Beschaffungskriminalität aus, sondern von einer Schuldenregulierung im privaten Umfeld.

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