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Startschuss für Baugebiet "Birkig"
Startschuss für Baugebiet 'Birkig'
11.04.2019 - 00:00 Uhr
Von Anja Groß

Bietigheim - Das Interesse an der Baulandentwicklung "Birkig" in Bietigheim war so groß, dass der Ratssaal bei der öffentlichen Sitzung am Dienstagabend fast zu klein war. Vor allem das Lärmgutachten interessierte die etwa 150 Besucher. Denn viele befürchten durch die erforderliche Lärmschutzwand an der Bahnlinie Schallreflexionen in die Wohngebiete "Pfaffenpfädel" und "Breithalbjeuchen". Das konnte Gutachter Guido Kohnen entkräften.

Einstimmig brachte der Gemeinderat an diesem Abend das Bebaungsplanverfahren für rund 57 Bauplätze auf den Weg, in dessen Rahmen die Bürger nun zweimal die Möglichkeit haben werden, sich zu äußern, wurde betont.



Alle Stühle aus den Rathausbüros wurden vor Sitzungsbeginn noch schnell herbeigeschafft, dennoch mussten einige Bürger im Flur stehen. Dafür entschuldigte sich Bürgermeister Constantin Braun: "Mit diesem Ansturm haben wir nicht gerechnet." Er stellte vorab klar, dass es darum gehe, "ein Verfahren zu starten". Keineswegs sei schon etwas "in Stein gemeißelt", trat er entsprechenden Befürchtungen entgegen (wir berichteten).



Im ersten Bauabschnitt, um den es am Dienstagabend ging, sind 65 Ackergrundstücke betroffen und 90 Eigentümer. Alle wurden vorab über das Vorhaben informiert. Das Gewann "Birkig" im Anschluss an das Gewerbegebiet "Langgewann III/Birkig" ist im Regionalplan und im Flächennutzungsplan seit Langem als Entwicklungsfläche für Wohnbebauung ausgewiesen. Insofern sei es angesichts der großen Nachfrage naheliegend, dieses nun zu entwickeln, erläuterte Lothar Breitenbach von der LBBW Kommunalentwicklung GmbH (KE). Die KE hat bereits das Baugebiet "Spatzenäcker" entwickelt und erhielt nun auch einstimmig den Auftrag, als Erschließungsträger im "Birkig" tätig zu werden.



Gutachten und Voruntersuchungen hätten gezeigt, dass das Projekt "wirtschaftlich machbar" ist. Eine starke Beeinträchtigung durch Verkehrslärm von der Bahnlinie, der künftigen DB-Neubautrasse, B 36-neu und K 3737 sowie dem Misch- und Gewerbegebiet an der Malscher Straße sei allerdings zu erwarten. Um die Vorgaben des Bundesimmissionsschutzgesetzes zu erfüllen, sei entlang der Bahnlinie eine Kombination aus Wall und sechs Meter hoher Schutzwand erforderlich, erläuterte Gutachter Kohnen. Warum das beispielsweise im Ötigheimer Neubaugebiet nicht der Fall war, erklärte Kohnen mit einer deutlichen Verschärfung der Lärmschutzvorschriften an Bahnlinien seit etwa drei Jahren. Schallreflexionen durch die Lärmschutzwand, die somit höher werden muss als die bereits bestehende, vier Meter hohe Abgrenzung auf der gegenüberliegenden Seite, werde es nicht geben, versicherte Kohnen. Er erläuterte, dass die für diese Fälle erforderlichen Lärmschutzwände eine perforierte Oberfläche haben, durch die der Schall eindringt und dann von einer Dämmschicht geschluckt wird. Zum Misch- und Gewerbegebiet werde sogar eine sieben Meter hohe Lärmschutzwand nötig, um die Vorgaben zu erfüllen. Das treibt die Erschließungskosten in die Höhe.



Eine klare Absage erteilte der Gutachter in diesem Zusammenhang Fragen nach einem Zuschuss der Bahn zur neuen Lärmschutzwand. Es gelte das Verursacherprinzip, so Kohnen. Das heißt, die Gemeinde, die ein Neubaugebiet plant, ist auch für dessen Lärmschutz verantwortlich.



Baulücken sollen



verhindert werden

Um weitere Baulücken im Ort zu verhindern (derzeit gibt es 63 unbebaute Wohnbaugrundstücke, was einem ganzen Baugebiet entspricht), hat der Gemeinderat zudem ein Ankaufsrecht der Gemeinde beschlossen, wenn Bauplätze im "Birkig" nicht innerhalb von zehn Jahren bebaut werden. Beim Verkauf von gemeindeeigenen Bauplätzen ist die Frist zur Bebauung mit zwei Jahren noch kürzer geplant. Das Ankaufsrecht sehen einige Eigner kritisch. Im vom Gemeinderat am Dienstag ebenfalls beschlossenen Umlegungsverfahren soll nun mit jedem einzelnen ein entsprechender Vertrag abgeschlossen werden. Das Ankaufsrecht werde im Grundbuch eingetragen, erläuterte Braun. Er betonte: "Wir setzen auf Freiwilligkeit und werden niemand zwingen, sein Grundstück herzugeben." Es sei gegebenenfalls auch denkbar, einen der anderen drei "Birkig"-Bauabschnitte zuerst zu entwickeln.

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