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Erinnerungen teilen in gemütlicher Runde
Erinnerungen teilen in gemütlicher Runde
17.04.2019 - 00:00 Uhr
Von Franziska Kiedaisch

Elchesheim-Illingen - "Es geht um ein gemütliches Zusammentreffen bei Kaffee und Kuchen mit verschiedenen Beschäftigungsangeboten", fasst Isabelle Behrendt, Leiterin der Betreuungsgruppen bei der Sozialstation St. Vinzenz in Durmersheim die Idee für das "Café Vergissmeinnicht" zusammen. Das neue Angebot ihres Arbeitgebers richtet sich an betagte Gäste und soll dazu beitragen, Kontakte zu pflegen, neue zu knüpfen und dabei den Geist fit zu halten.

Zwei dieser Cafés der Sozialstation, die als ambulante Betreuungsgruppen gelten, gibt es bereits: in Bietigheim heißt es "Café Herbstzeitlose" und in Au am Rhein "Café Auer Galepper". Seit rund zehn Jahren habe sich das Konzept bewährt, erklärt Behrendt. Doch das bestehende Angebot reicht nicht länger aus: Für beide Cafés, die zwischen acht und zehn Gäste aufnehmen, gibt es bereits Wartelisten. "Mittlerweile ist ein großer Bedarf da", erklärt Behrendt.

In Elchesheim-Illingen, wo das "Café Vergissmeinnicht" im "Haus der Begegnung" stattfindet, wird insgesamt Platz für neun oder zehn Leute sein, sagt die gelernte Altenpflegerin. Noch gibt es freie Plätze. Behrendt erzählt, dass die drei anwesenden Gäste bei der Premiere Anfang April bei Mensch-Ärgere-Dich-Nicht, Kaffee, Kuchen und gemeinsamem Gesang viel Spaß hatten. Jeden Donnerstag zwischen 14 und 17 Uhr finden die gemeinsamen Nachmittage in Elchesheim-Illingen statt.

Wie bei den anderen Cafés auch, werden stets eine Pflegefachkraft und ein bis zwei Ehrenamtliche vor Ort sein, wenn gemeinsam gebastelt, gesungen oder erzählt wird. Gäste mit einem Pflegegrad können das Angebot über die sogenannte Entlastungsgsleistung abrechnen. Ein Nachmittag kostet 30 Euro.

Auf unterschiedliche Bedürfnisse eingehen

Auch an Demenz erkrankte Personen sind bei den Treffen willkommen. In den anderen Betreuungsgruppen hat Behrendt bereits gute Erfahrungen gemacht: "Sie erinnern sich vielleicht nicht immer an mein Gesicht, aber an die Situation schon. Auch schwer an Demenz Erkrankte freuen sich darauf", beschreibt sie und erinnert sich an eine demente Frau, die einmal vor der ganzen Gruppe gesagt hat: "Ich fühle mich richtig wohl hier, weil ich unter meines Gleichen bin." Das genau sei ihr Auftrag, erklärt Behrendt mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen.

Die unterschiedlichen Bedürfnisse der Gäste erforderten es jedoch, die Angebote sehr flexibel zu gestalten; den Demenzkranken dürfe es nicht zu schwer gemacht werden, den anderen Besuchern nicht zu leicht. "Aber das haben wir inzwischen raus", so Behrendt. Beispielsweise wird sie beim nächsten Treffen in Elchesheim-Illingen eine Häschengirlande aus Pappe basteln. "Für die einen habe ich die Hasen bereits ausgeschnitten, sie müssen nur noch kleben. Andere bekommen eine Schablone von mir und wieder andere zeichnen die Häschen selbst vor."

Doch ein großes - wenn nicht gar das größte - Gewicht liege auf der Erinnerungsarbeit: Das Erzählen von früher sei ein fester Bestandteil der Cafés - genauso wie kleine Gedächtniseinheiten, Bewegungsspiele und das gemeinsame Singen von Schlagern, Volks- oder Kirchenliedern. Ziel sei, "dass man von allen die Biografien kennt und wertschätzt", erklärt sie. Sie selbst höre die Geschichten darüber, wie das Leben früher in den Gemeinden verlief, sehr gerne: "In den Gruppen habe ich schon so viel gelernt", sagt sie deshalb.

Weitere Informationen und Anmeldung unter (0 72 45) 9 31 40.

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