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Dachschaden
25.04.2019 - 00:00 Uhr
Von Sebastian Linkenheil

Rastatt - Nach der großen Renovierung der Stadtkirche und der Sanierung der Bernharduskirche kommt der nächste große Brocken auf die katholische Pfarrgemeinde in der Rastatter Innenstadt zu. Das Schieferdach über dem Altarraum von St. Alexander ist undicht und muss neu gedeckt werden. Architekt Thomas Halder beziffert die Kosten auf rund 150 000 Euro. Am Samstag, 4. Mai, findet ein Benefizkonzert statt.


Als Besonderheit und auch als Herausforderung wertet Halder die geschwungene Zwiebelform des Chordachs, die an das Walmdach des Kirchenschiffs anschließt. "In der Regel halten solche Schieferdächer 80 bis 100 Jahre", weiß der Fachmann. Bei St. Alexander sei nun die Lebenszeit erreicht. Nicht nur der Schiefer selbst wird schadhaft, sondern auch das darunterliegende sogenannte Unterdach aus Bitumen. Und tatsächlich: Wer mit dem Diplomingenieur in den Dachstuhl der ab 1756 erbauten Barockkirche hinaufsteigt, kann die Wasserflecken auf der hölzernen Dachverschalung deutlich erkennen. Und die Bitumendecke ist stellenweise so mürbe, dass das Material in der Hand zerbröselt.

Wenn hier nicht bald etwas geschieht, so der Eindruck, dann könnte es in St. Alexander demnächst auf den Hochaltar tröpfeln - denn der befindet sich direkt unter dem undicht gewordenen Schieferdach. Und erst 2015/16 ist doch der gesamte Inneraum der Stadtkirche samt Altären und Figuren für 1,8 Millionen Euro renoviert worden.

Architekt Halder ist voll des Lobes für die barocke Dachkonstruktion, die wie ein umgekehrter Schiffsbug aussieht. Die Sparren treffen sich alle im höchsten Punkt des Dachs. Sie sollen als tragende Konstruktion im Original erhalten bleiben. Ersetzt wird die Holzschale, die die zwiebelige Form bildet, das Unterdach aus Bitumen und die Schieferplatten selbst. Diese fügen sich nach der sogenannten altdeutschen Deckung aneinander, erklärt Halder, die sich besonders für komplizierte Dachformen eignet. Der Schiefer stammt wohl aus der Eifel, wie er in der Region für herrschaftliche Gebäude üblich war. Der neue Schiefer für St. Alexander wird indes wohl aus Spanien geordert, da man auf das Material von der Mosel zu lange warten müsste. Die Farbe des Gesteins sei jedenfalls sehr ähnlich, so Halder. Wichtig sei das im Sinne des Denkmalschutzes. Die gesamte Dachsanierung erfolgt in Abstimmung mit den Denkmalbehörden. Erneuert werden auch die Kehlen aus Kupferblech, die den Übergang zum mit Biberschwanzziegeln gedeckten Hauptdach bilden.

Losgehen soll es Ende Juni. Der Architekt rechnet mit einer Arbeitszeit von mindestens drei Monaten. Bevor das Wetter herbstlich wird, muss man jedenfalls fertig sein. Rund 175 Quadratmeter sind neu einzudecken. Halders Büro für Baukonstruktion in Karlsruhe ist auf historische Gebäude spezialisiert. An den Sanierungen des Karlsruher Schlosses und des Frankfurter Doms habe man beispielsweise mitgewirkt.

Und wie sieht es mit dem Brandschutz aus? Denn das Feuer im Dach der Pariser Kathedrale Notre-Dame soll ja auch bei Renovierungsarbeiten ausgebrochen sein. Brandmelder und Sprinkleranlagen sucht man im historischen Gebälk vergeblich. Geraucht werden soll auf der Baustelle jedenfalls nicht, und auch Schweißarbeiten möchte der Architekt dort nicht ausführen lassen, wenn die Ha ndwerker nicht wenigstens noch einige Stunden vor Ort sind - als natürliche Brandwache.

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