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"Landkreis 2030" im Blickfeld
08.05.2019 - 00:00 Uhr
Rastatt (dm) - Nach der Wahl am 12. März und dem Amtsantritt am 1. Mai ist Toni Huber gestern nun als neuer Landrat vereidigt worden. Für den 54-Jährigen ist damit ein "Traum in Erfüllung gegangen", wie es Hans Striebel als erster stellvertretender Kreistagsvorsitzender zu Beginn der offiziellen Amtseinführung formulierte. Für den Landkreis bedeutet dies in vielen Dingen Kontinuität - die "Politik des fairen Interessenausgleichs" in der Region soll fortgesetzt werden -, aber auch neue Akzente: Huber kündigte bei seiner ersten Rede als frisch vereidigter Landrat ein "Zukunftsprogramm Landkreis 2030" an.



Wichtige strukturelle Weichenstellungen sieht der "Neue" bereits getroffen, der nach rund 25 Jahren im Rastatter Kreistag und Weisenbacher Bürgermeisteramt ein sprichwörtlich alter Hase ist. Unter seinen Vorgängern Dr. Werner Hudelmaier und Jürgen Bäuerle habe sich der Landkreis "ganz hervorragend entwickelt". Doch ebenso stünden große Aufgaben bevor: Ausbau der Breitbandversorgung, Digitalisierung der Verwaltung, Weiterentwicklung der Schulen, Herausforderungen einer klimaschonenden und funktionierenden Mobilität, Weiterentwicklung des Klinikums. Der expandierende Wirtschaftsstandort bringe "hoffentlich" viele weitere Arbeitsplätze, damit aber kämen auch neuer Verkehr und eine weitere Verschärfung der Wohnraumsituation. Gemeinsam müsse überlegt werden - Kreis, Städte, Gemeinden und Bürger -, in welche Richtung sich die Region entwickeln soll und welche Strukturen man dafür benötige. In den nächsten Monaten will Huber Vorschläge vorlegen, wie man dies gemeinsam erarbeiten könne.

Gemeinsamkeit war ein Thema, das gestern in allen Reden mitschwang. 29 von 63 Kreisräten hatten am 12. März nicht für Huber gestimmt; jetzt aber gelte es nur noch, "gemeinsam nach vorne zu blicken", so der neue Landrat, der im Kreistag stets das faire und konstruktive Ringen um die beste Lösung genossen habe.

Kuppenheims Bürgermeister Karsten Mußler (FW) gratulierte als Vertreter des Gremiums und sagte, dass man darauf setze, dass Huber verlässlich und über die Parteigrenzen hinweg agiere, um nach tragfähigen Kompromissen zu suchen - schließlich sei möglicherweise eine finanzielle Schieflage zu befürchten, falls die Steuern nicht wie zuletzt weitersprudeln. Da werde es bestimmt spannende Diskussionen geben, wenn auch mal gesagt werden müsse, dass man sich die eine oder andere Aufgabe momentan nicht leisten könne. Er sei aber überzeugt, dass Huber bestrebt sein wird, die richtige Balance zu finden.

Hügelsheims Bürgermeister Reiner Dehmelt (CDU) betonte als Vertreter der Städte und Gemeinden im Landkreis, dass Huber "einer von uns" sei - mit entsprechendem kommunalen Stallgeruch. Mit ihm habe man auf Kontinuität und Erfahrung gesetzt, so Dehmelt, der "faire und vertrauensvolle Zusammenarbeit" anbot. Franz Herr überbrachte als Personalratsvorsitzender des Landratsamts die Glückwünsche der Belegschaft. Als Formationstänzer (mit Weltmeistertitel) sei Huber ein Teamplayer. Die Mannschaft stehe hinter ihm.

Regierungspräsidentin Sylvia Felder - bis zu ihrer Ernennung Anfang April Landtagsabgeordnete und ebenfalls Mitglied im Kreistag - betonte vor der Vereidigung Hubers die Bedeutung der Kommunalpolitik und des Engagements der Akteure vor Ort für das Gemeinwohl. Hier seien Konsens und Kompromiss zu Hause, Bürgermeister und Landräte die Moderatoren. Hubers Eigenschaften - "klar in der Sache, bereit zum Kompromiss, Energie in der Umsetzung" - sei die Mixtur des Erfolgs.

Den Blick über die Region hinaus lenkte Ritva Viiljanen, Stadtdirektorin der Partnerstadt Vantaa (Finnland). Sie freue sich, mit Huber die "produktive und vielfältige Zusammenarbeit" weiterentwickeln zu dürfen. Den Austausch, traditionell auf Sport, Jugend und Kultur konzentriert, habe man auf wirtschaftliche Zusammenarbeit und fachbezogene Netzwerke ausgeweitet. In ihr Plädoyer für Europa bezog sie den Landkreis Rastatt mit ein. Huber bestätigte: Für ihn seien die Partnerschaften "wichtige Mosaiksteine zur Festigung des europäischen Gedankens."

Musikalisch umrahmt wurde die Amtseinführung von einem Ensemble der Musikschule Murgtal - Werner Roth, Ulrike Merz (Violine) und Walter Bradneck (Klavier). Und ehe es zum anschließenden Empfang in die gegenüber liegende Reithalle ging, spielte auf dem Kulturplatz dazwischen der Fanfarenzug Weisenbach auf.

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