http://www.ausbildungsmesse-baden-baden.de/
Angekommen in der "L′Oréal-Gemeinde"
Angekommen in der 'L'Oréal-Gemeinde'
10.05.2019 - 00:00 Uhr
Von Anja Groß

Muggensturm - Auch wenn sie den Namen in den Firmenzentralen in Düsseldorf oder Paris erst lernen mussten - Muggensturm ist spätestens seit gestern ein fester Begriff für die Verantwortlichen von Prologis und L'Oréal. Denn nach nur einem Jahr Bauzeit wurde das mit 100 000 Quadratmetern weltweit größte Distributionszen-trum von L'Oréal im Indus-triegebiet "Schleifweg III" gestern mit rund 150 geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft offiziell eröffnet. L'Oréal mietet das Gebäude von Prologis, dem Entwickler und Eigentümer.

"Wir schlagen ein neues Kapitel auf", verdeutlichte Wioletta Rosolowska, Geschäftsführerin von L'Oréal Deutschland. Denn in Muggensturm wird die gesamte Logistik des Konzerns für den größten Markt Deutschland sowie für Österreich und die Schweiz zusammengeführt. Die frühere Kapazität der Logistik-Standorte in Karlsruhe, die aufgegeben werden, werde fast verdoppelt. 390 Millionen Produkte sollen bis zum Umzug aller Bereiche Ende des Jahres in Muggensturm lagern. 450 Menschen werden dann dort arbeiten.

"Wir sind nun in der Lage, ein Paket an einen Friseur in Österreich oder an eine Apotheke in der Schweiz zu liefern sowie einen kompletten Lkw an einen großen Drogeriemarkt", betonte Klemens Gschwandtner, Director of Operations DACH bei L'Oréal. 20 000 Quadratmeter Fläche sind derzeit zudem an die Spedition Hartmann vermietet, weitere 8 000 Quadratmeter an einen L'Oréal-Dienstleister.

Dank für die schnelle und unkomplizierte Umsetzung des Projekts, das von den ersten Gesprächen bis zur Realisierung nur vier Jahre dauerte, ging an die Verantwortlichen von Gemeinde, Landkreis und Regierungspräsidium. Die landwirtschaftlichen Flächen in ein Industriegebiet umzuwandeln, dort ein CO -neutrales Distributionszentrum zu bauen und zudem der Feldlerche, Vogel des Jahres 2019, die dort gebrütet hat, ein Ersatz-Habitat auf 30 000 Quadratmetern begrüntem Dach anzubieten, habe einige Herausforderungen mit sich gebracht, so Gschwandtner. Bei allem Kosten- und Termindruck sei es dennoch gelungen, keinerlei Abstriche bei der Nachhaltigkeit zu machen. Über die Kosten wurde gestern vornehm geschwiegen. Zu Beginn war mal von einem zweistelligen Millionenbetrag die Rede.

L'Oréal nutzt für den Betrieb der neuen Immobilie "grüne Energie" unter anderem aus Windkraftanlagen. Regenwasser wird zur Bewässerung der Grünanlagen und zur Hallenreinigung verwendet. Auf den Dächern finden sich 7 400 Solarmodule. Zudem ist die Immobile mit einer verstärkten Isolierung ausgestattet. Auch auf LED-Beleuchtung und schadstoffarme Baumaterialien wurde geachtet.

Neben ihrem ökologischen Fußabdruck betont die Firma auch soziales Engagement. So werden mit dem Unternehmen aus Karlsruhe auch 50 Mitarbeiter mit Handicap nach Muggensturm umziehen und dort für weitere Arbeitsplätze geschaffen: Die Murgtal-Werkstätten & Wohngemeinschaften als Unternehmen der Lebenshilfe Rastatt/Murgtal übernehmen die Grünanlagen-Pflege und die Prüfung von Elektrogeräten für L'Oréal in Muggensturm.

"Wir sind stolz, dass ein Weltkonzern bei uns ist", betonte Bürgermeister Dietmar Späth und versprach den L'Oréal-Mitarbeitern bei strömendem Regen, dass sie in der "Stadt der Sonne" angekommen sind, wie man in der ita-lienischen Partnergemeinde Gradara genannt werde. Die "L'Oréal-Gemeinde" gliedere sich hervorragend zwischen die Daimler-Städte Gaggenau und Kuppenheim, prägte Späth gleich eine neue Begrifflichkeit. Und schrieb der Politik ins Stammbuch, er hoffe, dass "Land und Bund sich nun endlich einsichtig zeigen und den dringendst notwendigen Autobahnanschluss zwischen Muggensturm und Malsch ermöglichen". Denn immerhin sollen in Muggensturm ab 2020 70 bis 80 Lkw täglich allein bei L'Oréal an- und abfahren. Auch wenn der Konzern durch das neue Distributionszentrum rund 3 000 Lkw-Bewegungen im Jahr einspart, wie Klemens Gschwandtner betonte, wird sich der Lkw-Verkehr in Richtung A 5 in der Region dadurch weiter verstärken.

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Rastatt
Gesucht war:

10.01.2019
Gesucht war Staffelschnatzer
Rastatt (ema) - Die BT-Leser waren zum Jahreswechsel richtig vom Rätselfieber gepackt. 334 Einsendungen sind diesmal beim Silvesterrätsel eingegangen - so viele wie noch nie. Das Lösungswort lautete Staffelschnatzer. Der Einkaufsgutschein über 75 Euro geht nach Muggensturm (Foto: ema). »-Mehr
www.los.de/rastatt/
Umfrage

Mit einem Verfassungsfest wird in Karlsruhe der 70. Geburtstag des Grundgesetzes begangen. Feiern Sie mit?

Ja.
Nein.
Weiß noch nicht.


https://www.eyesandmore.de
Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   
1