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Entscheidung für den "besten Standort"
15.05.2019 - 00:00 Uhr
Von Sabine Wenzke

Kuppenheim - Es bleibt dabei: Das Feuerwehrgerätehaus in Kuppenheim wird am bestehenden Standort in der Adlerstraße erweitert und saniert. Der Gemeinderat hat am Montagabend die Entwurfsplanung des Architekturbüros Bistritz für das rund 5,6 Millionen teure Projekt abgesegnet. In der Folge wird nun die Genehmigungsplanung erstellt. Der Bauantrag soll im Sommer eingereicht und der Spatenstich dann möglichst im Frühjahr 2020 gesetzt werden. Damit wurde einem Neubau am Standort Adler-/Wörtelstraße (Wörtelhalle) eine Absage erteilt.


Dieser sei weder einsatztaktisch noch erschließungstechnisch zu vertreten - zu diesem Ergebnis kommt der Kuppenheimer Fachbereich Bauen und das Architekturbüro, die auf Wunsch des Gemeinderats diese Alternativmöglichkeit überprüft hatten. Auch die Feuerwehr hatte sich bei ihrer Jahreshauptversammlung nahezu einstimmig für eine Erweiterung und Sanierung des Bestandsgebäudes ausgesprochen, informierte Bürgermeister Karsten Mußler.

Für einen Neubau wären rund 5 000 Quadratmeter Fläche erforderlich, das Grundstück am Standort Wörtelhalle ist aber eigentlich zu klein für das Vorhaben, "es würde in die Fläche reingequetscht", machte der Stadtobere deutlich. Die Geometrie des Grundstücks sei zudem für eine derartige Bebauung ungünstig. Außerdem ende die Adlerstraße im Bereich Wörtelhalle in einer Sackgasse und müsste ausgebaut werden, wurde weiter ins Feld geführt. Eine Öffnung der Dammstraße wäre nicht machbar, weil die Feuerwehr dann am Kindergarten Villa Picolino und am Bürgerpark vorbeimüsste. Zudem befürchten die Fachleute Konflikte mit der Wohnbebauung und an Spieltagen im Wörtelstadion mit der Parksituation.

Mußler erinnerte auch an weitere Standortüberlegungen wie den Zirkusplatz beim Cuppamare, die sich auch nicht als das Gelbe vom Ei gezeigt hatten. Beim Zirkusplatz etwa erweist sich die verkehrliche Anbindung mit der Badstraße als schwierig. Außerdem würden rund 120 Parkplätze wegfallen für das Cuppamare und die Stadthalle, die an anderer Stelle in der Nähe geschaffen werden müssten. Mußler befürchtet einen Verkehrskollaps an heißen Sommertagen, wenn das Bad stark frequentiert ist. "Topografisch gut, aber erschließungstechnisch kritisch", so sein Fazit. Und noch mehr: "Wir haben kein geeignetes Grundstück für einen Neubau", stellte er "unabhängig jeglicher Kosten" fest. Ein Neubau würde rund 8,5 bis 9 Millionen Euro kosten, zuzüglich der Erschließungskosten und ohne Sanierung der Atemschutzstrecke des Landkreises, die sich im Untergeschoss des Feuerwehrhauses befindet. Mußler legte dabei Wert auf die Feststellung, dass es sich dabei um Erfahrungswerte und keine Schätzungen handele. An Fördermitteln wären bei sechs Fahrzeugboxen maximal 320 000 Euro zu erwarten.

Deutlich niedriger fallen die die Kosten für den Umbau am Standort aus. Hier wird mit einem Gesamtaufwand von rund 5,6 Millionen Euro gerechnet, und zwar einschließlich der Sanierung der Atemschutzstrecke, wobei der Anteil des Landkreises mit 880 000 Euro angesetzt ist, sofern sich dieser beteiligt. Die Förderung des Landes ist mit lediglich 174 000 Euro vorgesehen. In beiden Fällen, ob Neubau oder Sanierung, geißelte Mußler die Förderung als "sehr bescheiden". Der Förderantrag sei bereits fristgerecht beim Landratsamt Rastatt eingereicht worden. Allerdings gibt es bei der Sanierung auch einen Nachteil: Im Gegensatz zum Neubau muss eine Zwischenunterkunft für die Feuerwehr gefunden werden, da diese auch während der Umbauarbeiten einsatzfähig bleiben muss. Eine vorübergehende Auslagerung am Standort Wörtelhalle wäre möglich, Sozial- und Technikräume könnten in der Wörtelhalle, Fahrzeuge in einer Zelthalle hinter dem Gebäude untergestellt werden. Allerdings wären manche Anpassungsarbeiten notwendig - so müssten Garagen versetzt werden und einzelne Bäume und Hecken gerodet werden - "aber nicht die großen Linden", betonte Mußler explizit. Die Kosten für die nicht ganz einfache Übergangszeit, in die man laut Mußler "noch viel Gehirnschmalz stecken muss", werden mit rund 250 000 Euro angegeben und sind in der genannten Gesamtsumme berücksichtigt.

Die Sprecher der Fraktionen von CDU, FWG und SPD sprachen sich einmütig für eine Sanierung des Bestandsgebäudes aus. Viele Aspekte seien erörtert und viele gute Gespräche geführt worden, meinte Uwe Ridinger (CDU). In dem Prozess sei die Entscheidung für den "doch besten Standort" gereift. Jochen Philipp (FWG) meinte mit Blick auf die Historie, es sei wichtig gewesen, damals nicht gleich zuzustimmen, weil es noch offene Fragen gegeben habe, die nun ausgeräumt werden konnten. "Es ist der beste Platz und es geht in die richtige Richtung", sagte Rudolf Jörger (SPD).

Übrigens: Um weitere Parkflächen beim Feuerwehrgerätehaus schaffen zu können, würde die Stadt gerne das danebenliegende Grundstück nebst Gebäude zurückkaufen, das sie Anfang der 70er Jahre an die Deutsche Telekom veräußert hatte. Alle Versuche seien bisher nicht von Erfolg gekrönt gewesen, bedauerte Mußler, zeigte sich aber hartnäckig: "Wir haben noch nicht aufgegeben."

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