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Schnaken und Hochwasser besiegt
Schnaken und Hochwasser besiegt
20.05.2019 - 06:10 Uhr
Von Helmut Heck

Au am Rhein - Große Festlichkeiten beginnen manchmal mit Bollerschüssen. Am Samstagabend ertönte in Au am Rhein ein Donnergrollen zum Auftakt des Festbanketts, mit dem gleich vier Jubiläen gefeiert wurden: die erste urkundliche Erwähnung der Gemeinde vor 1 200 Jahren, das 100-jährige Bestehen sowohl des Sportvereins als auch des Turnvereins und die 50 Jahre währende Existenz des Angelsportvereins "Goldener Haken".

Das drohende Unwetter verflüchtigte sich. In der festlich hergerichteten Rheinauhalle, wo an schön dekorierten Rundtischen 240 Gäste Platz fanden, schien immerhin in dem Imagefilm, mit dem das Programm eröffnet wurde, die Sonne.

Während der strahlenden Bilderbogen das heutige Au vorstellte, war alles Weitere der Historie gewidmet. Das setzte schon bei der Begrüßung der Gäste ein, als Bürgermeisterin Veronika Laukart ihren Kollegen Günter Roitsch aus Berg in der Pfalz willkommen hieß. Die Gemeinde auf der anderen Rheinseite feiert dieses Jahr ebenfalls aufgrund derselben Urkunde wie Au das 1 200-Jahre-Jubiläum.

Zu seinem ersten Besuch als Rastatter Landrat war Toni Huber in die nördlichste Kreisgemeinde gekommen, um die Glückwünsche des Kreistags und der Kreisverwaltung zu überbringen. Die vierfache Geburtstagsfeier von Kommune und Vereinen sage viel über den Charakter des Dorfes aus. Es zeige, dass man sich ohne Eitelkeiten gut untereinander verstehe und wertschätze. Die Jubiläen zeugten von Beständigkeit, Traditionsbewusstsein und einer lebendigen Dorfgemeinschaft, die ihre Heimat pflege und die Zukunft mitgestalte. Au am Rhein habe sich in den vergangenen 1 200 Jahren vom Gutshof eines Priesters zur attraktiven Wohngemeinde stetig fortentwickelt. Den Schlüssel des guten Gedeihens sah Huber in den "intellektuellen, sozialen und emotionalen Fähigkeiten" und der Entschlossenheit, die eigenen Lebensumstände zu verbessern. Die Bevölkerung habe im Lauf der Zeit Kriegen und Hochwassern getrotzt und sich mutig neuen Herausforderungen gestellt.

Toni Huber: "Mit allen

Wassern gewaschen"

Den im Hinblick auf das Jubiläum kreierte Slogan "Immer am Fluss der Zeit" beurteilte Huber als sehr zutreffend, um sich zu einer eigenen Variation animieren zu lassen: die Auer seien in der Lage, "mit und gegen den Strom zu schwimmen", sie seien "mit allen Wassern gewaschen", hätten Schnaken und Hochwasser besiegt.

Nach dem Grußwort des Landrats wandte sich das Programm den Vereinen zu. Walter Stolz vom Sportverein, Dieter Pfirrmann vom Turnverein und Marco Ratzer vom Angelsportverein ließen gemeinsam die Geschichte ihrer Vereine Revue passieren. Dem Turnverein wurde von Andreas Stahlberger gratuliert, dem Vorsitzenden des Turngaus Mittelbaden/Murgtal, der auch für den Badischen Turnerbund sprach. Die Stärke von fast 900 Mitgliedern, davon 60 Prozent Frauen und 25 Prozent Kinder, zeige, dass der TV von großem Wert für die Gemeinde sei. Die Gründe lägen in einem vielfältigen und attraktiven Angebot, meinte Stahlberger. Für den Turngau sei der TV stets ein verlässlicher Partner, dankte er für die gute Zusammenarbeit und überreichte dem Vorsitzenden Pfirrmann offizielle Ehrengaben.

Gleich drei Verbände vertrat Christian Dusch. Er ist Vizepräsident sowohl des Südbadischen Fußballverbands wie auch des Badischen Sportbunds. Letzterem gehört auch der TV an. Beide Vereine zeigten, dass der organisierte Sport eine gesellschaftliche Kraft sei, stellte Dusch fest. Ohne ehrenamtliches Engagement, das eine erfüllende Tätigkeit sei, würde das Sportwesen nicht funktionieren, dankte er allen, die in diesem Sinne mitwirken. An den SV gewandt hob Dusch dessen breite Aufstellung mit zwei Aktivenmannschaften, einer AH und Mannschaften in allen Jugendstufen hervor. Gerade die Nachwuchsarbeit sei "beeindruckend". Auch wenn größtenteils in Spielgemeinschaften agiert werde, sei die durchgängige Besetzung aller Jahrgänge nicht selbstverständlich. Die Leistungen des SV auf diesem Gebiet seien ein "klares Bekenntnis zum Jugendfußball". Dem SV-Vorsitzenden Stolz übergab Dusch unter anderem 14 Trainingsbälle. Zudem überreichte er eine Urkunde und Plakette des Deutschen Fußball-Bundes.

Dorfgeschichte(n)

zum Jubiläum

Bürgermeisterin Laukart gratulierte den Vereinen im Namen der Gemeinde mit Schecks über die in den Förderrichtlinien verankerten Jubiläumsbeträgen. Das Geschenk der örtlichen Vereine übergab Feuerwehrkommandant Michael Rastätter. Nicht zuletzt beinhaltete das Festbankett eine Buchpremiere. Bettina Bauer-Wörner und Manfred Krauß stellten die von ihnen zusammengestellte Chronik "1 200 Jahre Dorfgeschichte(n)" vor, über die wir noch berichten werden.

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