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"Ensemble lässt besondere Chemie verspüren"
25.05.2019 - 00:00 Uhr
Durmersheim (red) - Eine ganz besondere Inszenierung bringt der Literatur- und Theaterkurs des Abiturjahrgangs 2019 am Durmersheimer Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium (WHG) in diesem Jahr auf die Bühne. Zusammen mit ihrem Lehrer Carsten Thein, der nebenbei stellvertretender Leiter des Karlsruher Jakobus-Theaters ist, haben sie ihre eigene Version von William Shakespeares "Love's Labour's Lost" (zu Deutsch: "Verlorene Liebesmüh'") erarbeitet - und diese enthält einige Überraschungen. BT-Redakteurin Yvonne Hauptmann hat sich mit Carsten Thein über das ungewöhnliche Projekt unterhalten.

BT: Herr Thein, der Literatur- und Theaterkurs des Abijahrgangs 2019 am Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium wagt in diesem Jahr etwas Neues. Was ist so besonders an Ihrer Inszenierung von Shakespeares "Verlorene Liebesmüh"?

Carsten Thein: Eigentlich gibt es im zweiten Jahr des Literatur- und Theaterkurses keine große Abschlussinszenierung. Diese steht für gewöhnlich am Ende des ersten Jahres der Kursstufe, und im zweiten Jahr stehen dann viele kleine Inszenierungen der Schüler und die Vorbereitung sogenannter "spielpraktischer Prüfungen" auf dem Plan. In den letzten Jahren haben aber immer wieder einzelne Schüler des Abschlussjahrgangs darum gebeten, eine "kleine" Abschlussinszenierung machen zu können. Wir haben diese dann immer außerhalb des Unterrichts geprobt und in relativ kurzer Zeit auf die Bühne gebracht. Dieses Jahr war das alles etwas anders: Alle 15 Schülerinnen und Schüler des Kurses haben drauf bestanden (auch wenn die Proben außerhalb des Unterrichts und somit in der eh knapp bemessenen Freizeit stattfinden), in einer Abschlussproduktion dabei zu sein. Hauptgrund war zum einen unsere sehr erfolgreiche Produktion der "Irrfahrten des Odysseus" im vergangenen Jahr und dass viele der aktuellen LuT-Schüler über viele Jahre hinweg in meiner Theater-AG zusammen auf der Bühne gestanden sind.

Dass es dann Shakespeares "Verlorene Liebesmüh" wurde, liegt zum einen daran, dass dieses Stück eine große Menge an guten Rollen liefert (bei einem so großen Ensemble ist es gar nicht so leicht, passende Stücke zu finden), zum anderen ich persönlich mit diesem Stück vertraut bin. In meiner eigenen Schulzeit habe ich selbst in einer Inszenierung davon mitgespielt und war ein großer Fan des gleichnamigen Kinofilms von Kenneth Branagh, der damals in den Kinos war. Daraus habe ich auch die Idee, die Handlung mit Songs zu ergänzen.

Zudem bin ich in der glücklichen Situation, einige Schüler im Ensemble zu haben, die singen können, und habe mit Franziska Hiß eine Schülerin aus dem aktuellen Abijahrgang an Bord, die alle Choreografien erarbeitet und mit den Mitschülern probt.

BT: Seit wann spielen die Schüler, die auf der Bühne stehen, Theater?

Thein: Einige der Schüler sind bereits seit der sechsten Klasse Teil meiner Theater-AG und haben seitdem in jeder Produktion mitgespielt. Dadurch ist ein Ensemble entstanden, das miteinander sehr vertraut geworden ist und auf der Bühne eine ganz besondere Chemie verspüren lässt. Dass viele der Schülerinnen und Schüler mittlerweile auch außerhalb der Proben enge Freunde geworden sind, bestätigt mich darin, dass man mit Theaterarbeit unheimlich viel für die soziale Entwicklung und die Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler bewirken kann. Dies hat zur Folge, dass einige der Schüler mittlerweile nicht nur große Schauspielerfahrung haben, sondern auch selbst inszenieren können. Hier konnte ich zum Beispiel auf Dilara Akyildiz (ebenfalls aus dem aktuellen Abijahrgang) zurückgreifen, die nicht nur selbst mitspielt, sondern auch einige Proben, bei denen ich nicht konnte (hin und wieder stehe ich auch noch vor einer Klasse im regulären Unterricht), eigenständig geleitet und Szenen inszeniert hat.

BT: Wurden für die Inszenierung eigene Musikstücke geschrieben? Wer hat die Stücke für die Big Band des WHG arrangiert?

Thein: Bezüglich der Songs haben wir uns stark von der zuvor erwähnten Verfilmung des Stücks durch den britischen Schauspieler und Regisseur Kenneth Branagh inspirieren lassen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Songs der 20er und 30er Jahre wie zum Beispiel von George Gershwin, Cole Porter oder Irving Berlin. Die Big-Band-Arrangements wurden teilweise gekauft, aber teilweise auch in mühevoller Arbeit von meinem Kollegen Thomas Urban, der die Big Band des WHG seit über 20 Jahren leitet, extra für unser Musical angefertigt.

BT: Seit wann laufen die Vorbereitungen und Proben für das Stück? Und wie viele Schüler sind insgesamt an den Aufführungen beteiligt?

Thein: Die Vorbereitungen begannen im Sommer vergangenen Jahres mit der Überarbeitung und Ergänzung des Originaltextes. An vielen Stellen werden die ursprünglichen (ins Deutsche übersetzten) Textpassagen Shakespeares zu hören sein. Dazwischen wurden Textpassagen von mir und dem Stuttgarter Drehbuchautor und Regisseur Jürgen von Bülow ergänzt, die sich einer moderneren Form der Sprache bedienen und auch die Handlung um zeitgemäße Elemente wie ein modernes Frauenbild oder gleichgeschlechtliche Beziehungen ergänzen.

Die szenischen und musikalischen Proben begannen dann im September dieses Schuljahres. Insgesamt werden etwas über 40 Schülerinnen und Schüler des WHG beteiligt sein.

BT: Es ist ja etwas ganz anderes, ob man "nur" Theater spielt oder ob man auf der Bühne auch singt. Wie haben die Schüler diese Herausforderung gemeistert - hatten sie Gesangsunterricht oder ein spezielles Coaching?

Thein: Zunächst einmal werden nicht alle Schüler tatsächlich auch singen. Die Produktion wird eine gesunde Mischung aus gesprochenen und gesungenen Passagen bieten. Viele der singenden Darsteller sind aber auch außerhalb der Schule in Chören aktiv oder haben privat Gesangsunterricht. Für das gemeinsame Üben der Gesangsparts hat dann aber auch mein Kollege Thomas Urban, neben den regulären Proben mit der Big Band, auch viele Stunden am Klavier investiert und dabei die einzelnen Sängerinnen und Sänger gecoacht.

BT: Warum wird das Stück am Karlsruher Jakobus-Theater und nicht in der WHG-Aula aufgeführt?

Thein: Die WHG-Aula wird von mir mit den Vorstellungen meiner Theater-AG bespielt und in diesen Fällen bis an die Grenzen des dort räumlich Machbaren ausgenutzt. Für die Vorstellungen meines "Literatur- und Theaterkurses" nutze ich dagegen von Anfang an die Bühne des Karlsruher Jakobus-Theaters. Da ich dort selbst als Schauspieler und stellvertretender Theaterleiter aktiv bin, ist eine Verwendung dieser Bühne für mich recht naheliegend. Dort haben wir zum einen ganz andere technische Möglichkeiten, zum anderen ist es für die Schüler eine ganze andere Erfahrung, auf einer richtigen Theaterbühne zu stehen. Wir haben aber auch dort die volle Unterstützung aktueller und ehemaliger Licht- und Tontechniker des WHG, sodass es immer noch eine komplett vom Umfeld der Schule gestemmte Veranstaltung ist.

BT: Gibt es noch Karten und wo bekommt man diese?

Thein: Es gibt nur noch Karten für zwei von sechs Aufführungen - und zwar für Dienstag, 4., und Donnerstag, 6. Juni, jeweils 19.30 Uhr, im Jakobus-Theater (gleiches Gebäude wie das Sandkorn-Theater) in Karlsruhe. Der Eintritt ist frei, man sollte jedoch reservieren. Eine Reservierung kann per E-Mail an musical@whg-durmersheim.de oder persönlich über das Sekretariat der Schule getätigt werden.

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